Ex-Nokia-Manager und Publizist Tomi Ahonen will Robert Scobles handfeste Nokia-Kritik nicht unkommentiert stehen lassen. Er wirft dem Tech-Blogger vor, zu schnell mit dem Mundwerk zu sein und eine eingeschränkte Sichtweise auf den Weltmarkt zu haben. Nokia sei noch lange nicht verloren und werde auch in den kommenden Jahren Apple & Co. die Fersen zeigen.
Tomi Ahonen / Foto: tomiahonen.com
Ex-Nokia-Manager und Publizist Tomi Ahonen will Robert Scobles handfeste Nokia-Kritik nicht unkommentiert stehen lassen. Er wirft dem Tech-Blogger vor, zu schnell mit dem Mundwerk zu sein und eine eingeschränkte Sichtweise auf den Weltmarkt zu haben. Nokia sei noch lange nicht verloren und werde auch in den kommenden Jahren Apple & Co. die Fersen zeigen.
Er habe schon so oft gehört, dass Nokia dem Untergang geweiht sei, schreibt Ahonen in seinem Blog. Letztendlich habe das finnische Unternehmen aber alle angeblich überlegenen Herausforderer überlebt. Leute wie Scoble würden einfach nicht kapieren, dass die USA nur ein Teil des Weltmarktes sind. Außerhalb der Staaten würden 92 Prozent aller Smartphones verkauft. Und dieser Markt gehöre Nokia zu 50 Prozent.
Nicht jeder auf der Welt könne sich - so wie Scoble - Apples iPhone 4 oder Samsungs Nexus S leisten. "Nokia verbindet nicht nur reiche Leute", schreibt er. Er habe die Diskussionen, welches "Flaggschiff-Luxus-Spielzeug-Gerät in diesem Monat am sexiesten ist" satt.
Für Ahonen hat Nokia kein Führungs-, sondern lediglich ein PR-Problem. Die Smartphone-Strategie des Konzerns werde zwar mies kommuniziert, sei aber denen von Motorola, Sony Ericsson, Samsung, LG oder anderen Handy-Herstellern weit überlegen.
Nokia wisse aus langer Erfahrung, was die Nutzer wollten, schreibt Ahonen. Deswegen würde das Unternehmen immer noch mehr Smartphones verkaufen als andere. Apps seien nicht so entscheidend, wie Scoble behaupte. Viele Nutzer würden bei ihrer Kaufentscheidung sehr wohl berücksichtigen, dass Nokia die umweltfreundlichste Tech-Firma sei und wohltätige Projekte unterstütze. Hardware-Spezifikationen wie die 12-Megapixel-Kamera des N8 oder die Tastaturen der E-Serie seien für viele Nutzer ein wichtigeres Kauf-Argument als eine große App-Auswahl.
Symbian-Telefone würden bei Analysten und anderen Experten nicht die verdiente Aufmerksamkeit erhalten. Und auch wenn MeeGo jetzt noch kein Thema ist, glaubt Ahonen fest daran, dass das neue Betriebssystem Nokia "retten" kann.
Ahonen räumt ein, dass Nokia keinen guten Draht zu US-Entwicklern und Meinungsmachern hat. Vor allem in Asien und Afrika sehe dies aber ganz anders aus. In Afrika allein gebe es doppelt so viele Handy-Nutzer als in den USA. Und Asiaten hätten die Hälfte aller Mobiltelefone der Welt.
Und weil außer in den USA und Europa immer noch die meisten Mobilfunkanbieter auf Nokia setzten, bietet Ahonen Scoble eine Wette an. "Robert, wagst Du es darauf zu setzen, dass in den nächsten zwölf Monaten mehr Phone-7- als Symbian/MeeGo-Geräte verkauft werden? Ich glaube nicht, dass Dein Geld so locker sitzt wie Dein Mundwerk."
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Du bist nicht dabei?ich glaub auch, dass im moment viele nokia kaufen, die immer nokia gekauft haben.
oder viele ein nokia diensthandy haben. da ist ja auch nix falsches dran, es bezahlt die gehälter der angestellten.
nach "höherem" zu streben sollte aber nicht schaden.
ich hatte noch nie ein nokia, aber ich werd mir das E7 holen, sobald es erhältlich ist.
ja, die verschiebungen des releases kotzen mich auch an, trotzdem hat sich in den letzten monaten, seit ich auf handysuche bin, herauskristallisiert, was ich will, und was nicht.
und da ist das E7 ganz klar mein favourit
@ azedan: >>…aber ich denke, dass sie sich erholen werden, je nachdem, in welche Richtung die Zukunft weist.<<
Mit anderen Worten: Nokia wird sich erholen oder auch nicht.
>>Das sie bei der Smartphone Entwicklung, wie sie jetzt ist, etwas geschlafen haben, ist nicht zu übersehen, aber das können sie zum Teil über ihren Ruf wettmachen, weil immer noch viele Leute Nokia kaufen, weil sie damit gute Erfahrungen gemacht haben. <<
Hat Nokia denn überhaupt (noch) einen guten Ruf ?
Auch glaube ich, daß viele (frühere) Käufer Nokia-Handys häufig gar nicht aufgrund einer aktiven ENtscheidung gekauft haben, sondern ihnen diese oft von fleißigen Shop-Mitarbeitern "umgehängt" wurden. Ich kann mich an Zeiten erinnern, als Mobilfunkhändler außer Nokia keine weitere Marke überhaupt im Angebot hatten. Kunden, die, aus welchen Gründen auch immer, z.B. ein Ericsson wollten, mußten teilweise zu einem anderen Provider gehen oder ihr Gerät auf dem freien Markt kaufen.…
Ganz schön selbstbewusst, was er sagt. Aber er hat nicht Unrecht. Für die meisten Statistiken wird Europa und USA genutzt und die anderen Länder sind da mehr außen vor.
In Europa und USA ist gerade eine harte Zeit für Nokia, aber ich denke, dass sie sich erholen werden, je nachdem, in welche Richtung die Zukunft weist.
Das sie bei der Smartphone Entwicklung, wie sie jetzt ist, etwas geschlafen haben, ist nicht zu übersehen, aber das können sie zum Teil über ihren Ruf wettmachen, weil immer noch viele Leute Nokia kaufen, weil sie damit gute Erfahrungen gemacht haben.
Tomi Ahonen meint das entweder nicht ernst, oder träumt; jedenfalls braucht Nokia meines Erachtens einen riesigen Umschwung in der Strategie, um am Smartphone Markt überleben zu können.
Natürlich wird Nokia "weiter exisistieren", nur nicht mehr in der Größe, wie sie mal waren.
In der unteren Preisklasse und im Mittelfeld werden sie weiterhin oben mitspielen, aber nicht in dem Feld, wo richtig Kasse gemacht wird, nämlich im oberen Smartphonebereich.
Da sind sie zu langsam, zu träge und irgendwie innovationslos(er).
2011 kann nur besser werden!
nokia darf trotzdem nicht weiter eierschaukeln.