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Autor: Rene Melzer | 21.12.2010 - 16:30 | (45)

[Update] Apple wirft Wikileaks aus dem App Store

Nach Visa, Paypal und Amazon distanziert sich nun auch Apple von der Enthüllungsplattform Wikileaks. Eine App, mit der man die Inhalte des Projektes auf dem iPhone und iPad durchstöbern kann, wurde vom Unternehmen jetzt ohne Angabe von Gründen aus dem App Store entfernt.

[Update] Apple wirft Wikileaks aus dem App Store

Wikileaks-App für iPhone und iPad | Screenshot: Techcrunch

Seit der Veröffentlichung interner Dokumente des US-Außenministeriums hat es Wikileaks schwer. Erst sperren Paypal, Visa, Mastercard und die Bank of America die Spendenkonten der Enthüllungsplattform, dann schaltet Amazon die Server ab. Nun reiht sich Apple in die Liga der Unternehmen ein, die Wikileaks bannen.

Knapp zwei Tage nach der Zulassung hat Apple eine Wikileaks-App wieder aus dem App Store entfernt. Mit der inoffiziellen Anwendung konnte man die Inhalte der Plattform bequem auf dem iPhone oder iPad anschauen. Dazu gab es eine Auswahl verschiedener Ausweich-Adressen, auf denen die Website gespiegelt ist und die Twitter-Nachrichten des Enthüllungsprojektes. Gründe für den Rausschmiss nennt Apple nicht, wie der Entwickler Igor Barinov dem IT-Blog Techcrunch berichtet.

Die inoffizielle Wikileaks-App kostete 1,99 US-Dollar oder 1,59 Euro. Davon ging 1 Dollar als Spende an die Plattform und 60 US-Cent als Vertriebsgebühr an Apple. Der Rest sollte zur Abdeckung der Entwicklungskosten und zur Finanzierung freier Projekte eingesetzt werden, erklärt Barinov. Die Idee hinter der Entwicklung der App sei es gewesen, "weißes Geld zur Unterstützung grauer Projekte zu sammeln". Bis zum Rausschmiss hatte der Entwickler nach eigenen Angaben bereits 2860 Dollar eingenommen.

[Update vom 22.12.2010, 11:06] Apple hat mittlerweile eine Stellungnahme zur Wikileaks-Affäre abgegeben. "Die App hat unsere Entwicklerrichtlinien verletzt", erkärt Apple-Sprecherin Trudy Muller. Tatsächlich schreiben sie vor, dass Spenden-Apps kostenfrei sein müssen - gespendet werden darf nicht über den Preis für die App, sondern über andere Kanäle wie SMS oder Websites.

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Quelle: Techcrunch
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Kommentare
  1. 24.12.10 09:41 zyclop (Handy Profi)

    Die XDA-Devs haben jetzt eine Android Version der WikiLeaks-App geschrieben:
    http://www.xda-developers.com/android/wikileaks-app-available-for-android/

  2. 22.12.10 11:22 Helbomat (Advanced Member)
    @ Trudy Muller

    Ach, ist ja vorher nicht bekannt gewesen... Kurios -.-

  3. 22.12.10 10:15 nohtz (Handy Master)

    hab "nur" 8jahre DDR gehabt, hab das nachrichten-problem der ddr nur vom hörensagen erfahren
    schön war das sicherlich nicht

  4. 22.12.10 10:01 Macianer (Gast)

    @ nohtz: >>und nachrichten von "unabhängien verlagen" die regierungskonform "berichten" …<<

    Du meinst so wie beim "Neues Deutschland" noch vor 21 Jahren ? Die hatten die Regierungstreue sogar im Titel: "Zentralorgan der SED" , der Sozialistischen Einheitspartei der DDR.

    … und aus der SED wurde die PDS, die sich heute nur noch "Die Linke" nennt.

  5. 22.12.10 09:17 pixelflicker (Handy Master)

    Wie wollen die das machen? In jedem Land die Gesetze bei jeder App checken? Und dann? gibt es überhaupt eine möglichkeit eine App in einem bestimmten Land auszuschließen? Wär mir neu.

  6. 22.12.10 09:04 Helbomat (Advanced Member)

    Wer hätte das gedacht?? Heißt geschlossenes OS gleichzeitig auch, dass man keine Freiheit bei der Bildung hat?
    Ich finds traurig, da diese Plattform seeeehr interessant war.

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