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Autor: Martin Hähnel | 25.01.2011 - 13:50 | (32)

Film-Editor Walter Murch: 3D wird niemals funktionieren

Der Filmveteran Walter Murch, der mit Filmen wie Apocalypse Now berühmt geworden ist, führt ein gewichtiges Argument gegen die 3D-Technik ins Feld. Seiner Meinung nach hätten uns 600 Millionen Jahre Evolution auf die Anforderungen der neuen 3D-Grafik an unsere Gehirne nicht vorbereiten können. Deshalb werde die 3D-Technik niemals funktionieren.

Film-Editor Walter Murch: 3D wird niemals funktionieren

Walter Murch, ein Film-Editor, der vor allem für seine exzellente Arbeit an Filmen wie Apocalypse Now, Der englische Patient oder auch Der talentierte Mr. Ripley bekannt wurde, glaubt nicht an einen Erfolg der 3D-Technologie. Seiner Meinung nach wird diese Technik niemals richtig funktionieren.

Murch argumentiert, dass unser Gehirn für die Anforderungen, die eine 3D-Szene an den Zuschauer stellt, einfach nicht geschaffen ist. 3D ist etwas worauf uns "600 Millionen Jahren Evolution nicht vorbereiten (konnte)", so Murch. Bei Filmen und Grafiken, die in 2 Dimensionen präsentiert werden, hat das Gehirn einen feststehenden Punkt, auf den sich die Wahrnehmung einstellen kann. Bei 3D ist dies nicht der Fall.

Das Publikum muss in kürzester Zeit die Augen auf unterschiedliche Entfernungen scharf stellen, etwas was die Natur nicht vorgesehen hat. Als Beispiel führt Murch einen Kinosaal an. „[Die Zuschauer] müssen ihre Augen auf beispielsweise 10 Fuß (1 Fuß = 0,3 m; Anm. D. Red.), dann 60 Fuß, dann 120 Fuß und so weiter scharf stellen, je nach dem wie sich die Illusion verhält.“ Die Leinwand befindet sich jedoch immer am gleichen Ort und muss fokussiert werden, um dem Film folgen zu können. Auf einen Punkt zu fokussieren und seine Augen auf einen anderen scharf zu stellen ist ein Problem, dass es zuvor niemals gab. "Alle Lebewesen haben immer auf den gleichen Punkt fokussiert und ihre Augen scharfgestellt.", so Murch.

Dieses Problem sei nicht technisch zu lösen, da die 3D-Technik grundsätzlichen Wahrnehmungsprinzipien des menschlichen Gehirns widerspreche. "Das ist ein tiefliegendes Problem, das nicht von einer egal wie groß ausfallenden Masse an Technologie lösbar ist." Den einzigen Ausweg sieht der Filmveteran darin, echte holografische Bilder zu erzeugen.

Elektronikhersteller ignorieren diesen von Murch herausgearbeiteten grundlegenden Fakt bisher und kündigen weiter 3D-Technologie, auch für mobile Geräte, an. Jüngstes Beispiel ist Nvidia, die eine spezielle Version ihres mobilen Grafikchips Tegra 2 mit 3D-Unterstützung im Februar herausbringen will.

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Kommentare
  1. 26.01.11 12:00 cookieman (Moderator)

    Die Technik die im Fraunhofer Institut getestet wird, soll wenn es wirklich funktioniert, erst in ca. 5 - 10 Jahren marktreif sein.

    Wir haben uns im letzten Jahr einen neuen Plasma gekauft ohne 3D. Das lohnt sich nicht zumal wenn Besuch da ist nicht genügend Brillen vorhanden sind.

  2. 26.01.11 11:23 pixelflicker (Handy Master)

    Ja klar, die Message ist schon da, aber die gab es auch bei 100 anderen Filmen schon ganz genau so, das ist nichts was den Film abhebt. Meiner Meinung nach war er das Geld nicht wert, dass er gleich so extrem erfolgreich wurde ist lediglich dem Marketing und den "neu"-faktor zu verdanken, nicht der Tatsache, dass die 3D-Effekte so viel mehrwert bringen.

    Das System mit 3D-ohne-Brille kenne ich, davon habe ich auch schon gehört, aber ich muss sagen ich bin da etwas skeptisch, dass das wirklich gut funktioniert. Aber wir werden sehen, die ersten Produkte sollen ja nicht mehr weit sein (funktioniert der Nintendo 3DS nicht auch so?)

  3. 26.01.11 10:58 Birk (Expert Handy Profi)

    @Cookieman

    Die "Message" des Films kann ich natürlich unterstützen und finde sie auch gut. Den Film ansich fand ich aber recht flach und vorhersehbar.

    Wobei "flach" bei mir sogar wörtlich zu nehmen ist. Ich kann nämlich kein 3D sehen. ;-) Ich bin stereoblind, was bedeutet, dass meine Augen aufgrund einer Fehlstellung im Kindesalter nicht gelernt haben, aus den beiden untereschiedlichen Bildern der beiden Augen ein 3D-Bild zu "berechnen". Meine räumliche Wahrnehmung berechnet mein Gehirn aus Kopfbewegungen, Erfahrungswerten (Größe von Gegenständen) und anderen Anhaltspunkten.

    > Das Prinzip der 3D Postkarte mit
    > der geriffelten Oberfläche.

    Den 3D-Effekt könnte ich wahrscheinlich auch wahrnehmen.

  4. 26.01.11 10:10 cookieman (Moderator)

    Geh mal davon aus das war erst der Anfang eines 3D Films......die Geschichte war nicht so schlecht. Man muss den Hintergrund der Geschichte betrachten. Es geht ja nicht nur um die Effekte.

    Es ist wieder der Mensch mit seiner Profitgier der ohne Rücksicht auf die Natur und deren Einwohner sich an Bodenschätze bereichert.

    Wir sollen uns an der Natur erfreuen und diese nicht zerstören, denn schau mal was wir in den letzen wochen und Monaten aus den Medien erfahren.

    Und zum eigentlichen Thema war gestern auf Pro7 ein interessanter Bericht zu 3D. Das Fraunhofer Institut arbeitet an einen Gerät das 3D ohne Brille darstellen kann, und einer nichtstarren Bildfläche. Das Prinzip der 3D Postkarte mit der geriffelten Oberfläche.

  5. 26.01.11 07:40 nohtz (Handy Master)

    "Avatar war für mich eine extreme Enttäuschung, vor allem wegen der flachen Story und der mäßigen Figuren."
    -->immer wenn ich das sage, glaubt mir keiner ;-) die story ist so tief wie ein spiegelei hoch, und iwi auch extrem vorhersehbar. aber die effekte waren gut.
    alles in allem aber zu wenig fürs teure ticket.
    die meisten 3D-filme scheitern schon an der story und der schauspielerischen leistung.
    ein schlechter film auf 3D aufgepumpt macht den film nicht besser

  6. 26.01.11 00:29 pixelflicker (Handy Master)

    @Mokujin:
    Freut mich das ich helfen konnte. ;-)

    @cyrilus:
    Die Frage ist natürlich auch, ob diese Effekte wirklich was bringen. Dezent eingesetzt wohl noch weniger. Das Problem ist leider, dass gerade bei diesen vielen Effekten der Film selbst vergessen wird. Avatar war für mich eine extreme Enttäuschung, vor allem wegen der flachen Story und der mäßigen Figuren.
    Bei den Animationsfilmen ist es oft besser, da kommen die Effekte besser raus und der Film selbst wird oft nicht so stark vernachlässigt, wobei man bei solch einem Film natürlich auch keine so hohe Erwartungshaltung hat als an einem Spielfilm mit echten Schauspielern.

    Im Großen und Ganzen ist 3D für mich ein Hype auf den ich verzichten kann. Wenns dabei ist ists lustig, aber das rechtfertigt den Aufpreis nicht.

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