Die Kooperation von Nokia und Microsoft stößt auf ein gespaltenes Echo. Dabei war dieser Schritt längst überfällig. Der angeschlagene Handy-Riese hat sich endlich von seiner trägen Vergangenheit befreit und die Weichen für die Zukunft gestellt. Ein Kommentar.
Die Windows Phones von Nokia kommen | (c) Nokia/areamobile
Der Schwenk von Nokia ist so radikal, dass er selbst die kühnsten Prognosen übertroffen hat. Er bedeutet die Abkehr von allem, was in den letzten Jahren zum Kern der Unternehmenstrategie gehörte. Es ist nicht nur der Abschied von dem Versuch, sich vom Hardware-Anbieter in einen umfassenden mobilen Dienstleister zu verwandeln. Zementiert wird auch das Ende einer Plattform, der das Unternehmen den Aufstieg zum größten Smartphone-Anbieter der Welt verdankt. Das Symbian-Betriebssystem und das Online-Angebot Ovi werden auf längere Sicht nur noch in den Entwicklungs- und Schwellenmärkten eine signifikante Rolle spielen. Der mühsam aufgebaute Ovi Store wird in den Microsoft-Marketplace integriert, der Download-Plattform von Windows Phone 7. Nokias Musikdienst Ovi Music wird wohl eingestampft, genauso wie viele andere Ovi Dienste. Kann man noch grandioser scheitern? Wohl kaum.
Aber in jedem Scheitern steckt auch eine Chance. Nokia kann endlich nach vorne schauen. Kann sich losreißen von einer Entwicklungsplattform, die nur Ressourcen bindet und von der alle wissen, dass sie technisch niemals zu den Smartphone-Systemen Android und iOS aufschließen wird. Und statt erfolglos zu versuchen, mit großem Aufwand eigene Musik- und Messaging-Angebote zu entwickeln, kann sich der Hersteller endlich auf das konzentrieren, was ihn groß gemacht hat: überragende Hardware zu entwickeln und preiswerter zu verkaufen, als die Konkurrenz. Das globale Lieferanten- und Vertriebsnetz von Nokia sucht immer noch seinesgleichen. Der finnische Handy-Riese wird es schaffen, das bisher auf das Highend-Segment beschränkte Microsoft-System in niedrige Preisregionen zu drücken.
Der Schritt von Nokia ist radikal, aber bei genauerer Betrachtung war er alternativlos. Und in der finnischen Konzernzentrale war er wohl schon seit einiger Zeit mehr als nur ein Gedankenspiel. Der Aufsichtsrat wusste genau, was er tat, als er mit Elop einen ehemaligen Microsoft-Manager auf den Chefsessel berief.
Von der Kooperation profitieren beide Unternehmen. Beide haben es schwer im Kampf gegen die übermächtige Konkurrenz von Google und Apple, die ihren Kunden nicht nur ein mobiles Betriebssystem anbieten, sondern ein vernetztes Ökosystem aus Apps, Spielen und anderen digitalen Inhalten. Eigentlich sind nur der größte Software-Konzern und der größte Handy-Hersteller der Welt gemeinsam dazu in der Lage, in diesem schnellen und umkämpften Marktumfeld neu Fuß zu fassen. Wenn sie ihre Dienste, Entwicklungen und Erfahrungen bündeln, dann müssen sogar Apple und Google zittern: Nokia baut die Hardware und integriert mit Ovi Maps den besten mobilen Karten- und Navi-Dienst, Microsoft steuert ein innovatives Betriebssystem samt App Store, Xbox Live und Zune bei.
Und beide Unternehmen haben einen wichtigen Verbündeten auf ihrer Seite. Die Netzbetreiber beobachten das explosionsartige Wachstum von Android schon seit einiger Zeit mit Sorge. Wenn Google marktbeherrschend wird, dann könnte der Internetriese irgendwann anfangen, Forderungen zu stellen oder Bedingungen zu diktieren, die sie mangels Alternativen nicht ablehnen können. Was, wenn Google plötzlich damit beginnt, die Netzbetreiber-Apps und Dienste auf seinem System zu verbieten, weil sie mit den eigenen Anwendungen konkurrieren? Android boykottieren? Das funktioniert nur, wenn es ein alternatives System gibt, das der Kunde auch akzeptiert. Zum Beispiel Windows Phone 7.
Nokia und Microsoft haben die Kraft und die Erfahrung, um das ganz große Smartphone-Comeback zu schaffen. Aber sie dürfen sich nicht zuviel Zeit lassen. Nokia-Chef Stephen Elop hat bereits vorgewarnt, dass 2011 und 2012 Übergangsjahre für sein Unternehmen sein werden. Gleichzeitig antwortete er auf die Frage, wann das erste Nokia-Handy mit Windows Phone auf den Markt kommen wird, mit einem lapidaren: "Schneller, als das was wir bisher gemacht haben". Wir drücken die Daumen und warten gespannt.
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Du bist nicht dabei?http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E1539C8C2FD25410E8FAB221ED1861C94~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Besonders eine Passage finde ich interessant-habe ich diese Zustände dioch immer jax und Co so beschrieben-die Reaktion ist bekannt:
"Wie konnte es nur so weit kommen? Razvan Olosu überlegt, wägt seine Worte sorgfältig. Zwölf Jahre war er bei Nokia, davon sieben Jahre als Leiter des Deutschland-Geschäfts. Er ist überzeugt: Nokia wurde das Opfer seines eigenen Erfolgs. Der Laden war schlicht zu groß und unbeweglich. Olosu zeichnet das Bild einer riesigen Behörde, voller Handy-Beamter auf Lebenszeit. In Amerika werde nicht lange gefackelt, wenn nicht geliefert werde, sagt Olosu. Nicht so bei Nokia. „Wenn man mal was verbockt hat, musste man wirklich keine Angst um seinen Job haben.“"
Blooger
"Und ganz ehrlich: Windows ist für mich eher ein Argument, kein Handy von Nokia mehr zu kaufen. Das System liegt hinter Apple und Google um mindestens 2 Jahre zurück.
"
Schonmal ein WP7 gerät paar Tage genutzt??? Selten so ein Unfug gelesen. Ich habe ein ip4 und ein HD7 täglich im Einsatz(und ein Legend zum Vergleich).
Betreff ui, performance und Eigenständigkeit ist es im Gegensatz zu Symbian komplett auf Augenhöhe.
Copy Paste /Multitasking kam beim iphone auch erst per update- und ich bin mir icher das ms wp7 bis April damit nachrüstet.
Das einzige Manko ist noch der Appstore Das war aber auch das Problem beim ovistore.
Beim Schlußsatz geb ich dir aber recht- da in Bo die F&E zuhause war und diese wohl jetzt eh komplett gehen könnte kann man froh sein das eine erneute Opeldebatte erspart bleibt.
Bei den Namen der Nokia Handys fängt es doch schon an. Wer kann und will sich die ganzen Zahlen merken? Alle paar Monate gibt es neue Modelle, die sich kaum von den Vorgängern unterscheiden und schnell vergessen sind. Software-Updates? Fehlanzeige. Bei Apple gibt es genau ein Modell pro Jahr und das wird mind. 2 Jahre mit Software-Update beliefert.
Dazu gibt es bei Nokia noch 1000 Funktionen, von denen die Hälfe nicht richtig funktioniert. Davon lassen nur immer weniger Konsumenten blenden.
Und ganz ehrlich: Windows ist für mich eher ein Argument, kein Handy von Nokia mehr zu kaufen. Das System liegt hinter Apple und Google um mindestens 2 Jahre zurück.
Zum Glück hat sich Nokia schon vor ein paar Jahren mit der Fertigung aus Deutschland zurückgezogen, sonst ginge jetzt das Geschreie um die Arbeitsplätze wieder los und weitere Subventionen würden fießen...
-butter
das einzige was ich aufzeigen wollte- die Kamera in einer besonders exklusiven Güte ist für die überwältigende Mehrheit nicht wirklich ein großes Verkaufsargument.
Wenn die Kamera (wie in diesem Falle) sogar für ein Alleinstellungsmerkmal sorgt weil es defacto nichts! Vergleichbares auf dem Markt gibt und trotzdem der Ansturm darauf verhalten bleibt sagt das alles.
Natürlich gibt es auch die Möglichkeit das mehr Leute das Ding wegen der Kamera gekauft hätten- wenn nicht das olle Symbian drauf wäre. Dann hätte man ja in zukunft alle Chancen.
Ich bleibe dabei das eine "ordentliche " Handycam ein muß ist für heutige smartphones- die haben aber auch alle. eine weitere Verbesserung der Kamera ist aber kein primäres Kaufargument(bzw. nur für einen kleinen Teil). Für das gros ist es absolut untergeordnet solange der Wettbewerb halbwegs brauchbare 5 MP teile verkauft.
P.S. Ich hätte auch mit dem nonplusultrahandy noch eine Digicam- da
1. nichts über einen optischen Zoom geht
2. Fotos am Strand den natürlichen feind eines jeden Handies auf den Plan rufen- Sand
3. Es in diversen Urlaubszielen durchaus von Nachteil sein kann ein exklusives , teures Handy rauszuziehen um Fotos zu machen.
4. ich bei einer verkratzten Linse gleich ein neues Handy kaufen müßte
5. die beste Handycam auch in 2 Jahren noch nicht mit einer Standardcam bei aufnahmen im Dämmerlicht mithalten kann.
P.S.
das mit den ausgereiften Funktionen- eher Ironie- oder (wenn ich z. B. an das n97 denke)??
Abstürze, hakeligkeit...nict wirklich ausgereift...
also boca, ich glaub es hat nie jemand von einem hype um die kamera geredet, genauso kannst du deine schöne berechnung nicht als argument für i.was nehmen.
Die kamera ist sicherlich ein kaufgrund, wenns 2 ähnliche oder gleiche handys gibt, und die kamera bei dem einen besser ist, kauf ich das mit der kamera
Die kamera ist und bleibt ein argument für den kauf, bestimmt aber nicht den kauf ;)
wenns das non-plus ultra phone gibt mit mieser cam, dann muss ich gezwungener maßen wohl noch eine kamera dazu kaufen, das handy aber auch :-)
alles nur funktionen, die möglichst ausgereift sein sollten, wie nokia es (bisher) aber auch ganz gemacht hat
Mir ist gestern erzählt worden das der US-Chef von Nokias auch von einem ehemaligen Microsoft-Manager ersetzt wurde.
Weiß jemand ob das stimmt??
Ich kann mir nicht helfen aber wenn das stimmt stinkt die ganze Sache vermutlich noch viel mehr als ich bisher den Verdacht hatte!!