Google hat erstmals seit Erscheinen des Smartphone-Betriebssystems Android die Fernlöschung eingesetzt. Die "Kill Switch" getaufte Funktion ist umstritten, weil Google ohne Zustimmung des Besitzers auf das Telefon zugreifen kann. Mit ihr wurde ein Trojaner von rund 260.000 Mobiltelefonen entfernt.
Super Guitar Solo: Eines der mit DroidDream infizierten Programme im Android Market | (c) lookout.com
Vergangene Woche entfernte Google 21 Programme aus dem Android Market, die mit einem Trojaner infiziert waren. Am Samstag schaltete das Unternehmen außerdem erstmalig den "Kill Switch" ein. Die in das Betriebssystem jedes Android-Smartphones integrierte Funktion erlaubt es, Programme auf dem Telefon aus der Ferne zu löschen. Um das Programm auszuführen, benötigt Google keine Zustimmung des Nutzers, was bei Bekanntwerden der Löschfunktion für große Aufregung sorgte.
Das Sicherheitsteam von Google hat nach eigenen Angaben mittlerweile 58 Anwendungen gefunden, die mit dem DroidDream genannten Schädling verseucht sind. Sie wurden insgesamt 260.000 Mal heruntergeladen, was den Einsatz der Fernlöschung nach Ansicht von Google nötig machte. Dennoch soll der Schaden nur gering sein, den der Trojaner anrichten kann. Im Unterschied zu verschiedenen Blogs und Sicherheitsunternehmen glaubt Google, dass die Angreifer ausschließlich die IMEI und IMSI des Telefons ausspionieren konnten. Das sind eindeutige Seriennummern, mit denen sich Telefon und Nutzer im Mobilfunknetz identifizieren.
Der Trojaner nutzt eine Sicherheitslücke aus, die mit Android 2.2.2 und höher bereits geschlossen wurde. Besitzer eines Gerätes mit einer niedrigeren Versionsnummer, die von dem Schädling betroffen waren, bekommen in den nächsten Tagen ein Sicherheitsupdate, das sich als “Android Market Security Tool March 2011” identifiziert. Darüber hinaus informiert Google in einer E-Mail den Betroffenen über das weitere Vorgehen.
Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.
Du bist nicht dabei?@Marketinghoschi: schon wieder einer der jeden als "Fanboy" bezeichnen muss?! Lass uns doch mal wissen von welchem OS Du der Fanboy bist.
Zur Sache: die Möglichkeit einen KillSwitch einzusetzen um Schad-Software/Schaden-Apps zu löschen find ich prinzipiell gut, allerdings darf das in keinem Land ohne Einverständniss des Users passieren. Dann müssen die Betreiber die Funktion um eine Messagebox erweitern in der der User über das Problem und die mögliche Lösung hinzuweisen. Dann kann der User wählen zwischen "Danke, mach mal" und "Nö, mach ich selbst". Jeder Nutzer wäre wahrscheinlich dankbar, wenn er die Wahl hat und das Angebot nutzen KANN.
Warum muss es immer zu einem (Daten-)Skandal kommen?
> "Wenn nun gerade auf diesem System ungefragt durch den Hersteller Programme
> gelöscht werden, ist es schon interessant, zu lesen, wie die Androidianer das finden." (newPhone)
Wie ich vorher schon geschrieben habe, auf dem Screenshot sieht das für mich nicht nach ungefragt aus, aber von Areamobile bekommt man ja keine Stellungnahme dazu.
Ich kann nichts dazu sagen, ich installiere keine solchen offensichtlich zwielichtigen Apps und blieb daher bisher verschont. Wenn die Meldung wie im Screenshot kommt, dann finde ich es OK. Heimlich löschen finde ich nicht gut.
> wegen dem Apple viel mehr Prügel einstecken musste, als das bei Android der Fall war
Klar, Apple war halt der Erste, beim Zweiten ist es nie so schlimm wie beim Ersten. So sind halt die Menschen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man es gut findet nur weils Google macht statt Apple. Bei Apple-Usern ist dieses verhalten viel öfter festzustellen.
... google nutzt den KillSwitch nicht zum ersten mal sondern sogar sehr oft.... bei mir auch schon.... aber aus verständlichen gründen....
ich hab als test mal ne App auf dem X10 gekauft und diese auch direkt aufs Hero geladen mit dem selben Google Account.... danach hab ich sie auf dem X10 storniert und innerhalb von ein paar minuten habe ich auf dem Hero eine Statusmeldung bekommen, dass die app von meinem Telefon entfernt wurde.....
das ist meines erachtens nach auch ein vollkommen legitimer grund das einzusetzen....
Schon lustig, wie sich die Android-Fanboys herausreden müssen, obwohl sie immer noch glauben "omnipotent" zu sein.
> mir ist es lieber google spielt etwas an meinem handy rum als wenn es jemand anders macht
Mit dem Argument brauchst du Nicht-Android-User nicht bekehren. Gerade die Hardcore-Android-User gehen aber davon aus, dass sie ein offenes System haben (das wird als Vorteil gegenüber iOS und WP7 immer wieder herausgestellt), dass ihnen selbst möglichst große Freiheit und möglichst geringe Einschränkungen durch den Hersteller bietet. Wenn nun gerade auf diesem System ungefragt durch den Hersteller Programme gelöscht werden, ist es schon interessant, zu lesen, wie die Androidianer das finden.
> Öhm..das hab ich anders in erinnerung. Muss ich nochmal im archiv suchen.. (ullu)
Da kannst du gerne nach suchen. Apple hat den möglichen Killswitch (wegen dem Apple viel mehr Prügel einstecken musste, als das bei Android der Fall war) noch nie eingesetzt. Google hat die Funktion jetzt zum 2. mal einsetzen müssen. Ich sage hier aber: Gut, dass es die Funktion gibt, sonst wäre der mögliche Schaden evtl. noch viel größer.
Übrigens: iOS kennt zwar das Fernlöschen von Apps durch den Systemhersteller – aber Googles Android kennt darüber hinaus eine Funktion, die eine viel größere, potentielle Gefahr birgt: Das ungefragte Installieren von Apps/Funktionen auf den Geräten der Nutzer. Erstens kann Google damit Funktionalitäten auf die Geräte bringen, die der Anwender evtl. gar nicht haben will (z.B. weil eine App durch eine neue Version um Funktionen beraubt wird oder das System ein stärkeres DRM erhält) und zweitens könnte ein Angreifer sich gerade diese Routine zu Nutze machen, Geräte zu kompromittieren.
Die Funktion ist für den Notfall wirklich nicht schlecht. Egal ob bei Android oder IOS. Ich weiß gar nicht ob Win Phone und die anderen OS so eine Funktion haben. Bei Symbian glaub ich jedoch am wenigsten daran da hier doch ein stark offener Ansatz vertreten wird.