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Autor: Rene Melzer | 30.03.2011 - 16:35 | (13)

Lizenz-Forderungen: Amazon Cloud Music empört die Plattenbosse

Der von Amazon gestartete Cloud Player hat bei der Musikindustrie für große Empörung gesorgt. Ihrer Meinung nach ist er ein Streaming-Dienst, für den Amazon zusätzliche Lizenzen benötigt. Amazon sieht das anders: bei der Lösung handele es sich schlicht um eine externe Festplatte, auf der der Kunde seine gekaufte Musik ablegen kann. Zusätzliche Lizenzen seien dafür nicht nötig. Ganz sicher ist sich der Online-Händler mit seiner Interpretation allerdings nicht.

Lizenz-Forderungen: Amazon Cloud Music empört die Plattenbosse

Cloud Drive und Cloud Player: Amazon startet neuen Online-Dienst | (c) Amazon

Am vergangenen Dienstag startete der Online-Händler Amazon ein neues Angebot. US-Kunden mit einem Konto erhalten 5 Gigabyte freien Speicherplatz, den sie nach Belieben mit Daten füllen können. Der Cloud Drive kann kostenpflichtig erweitert werden und ist über jeden Internet-Browser erreichbar. Um den Kunden den Online-Speicher schmackhaft zu machen, bietet das Unternehmen auch eine Anwendung für den Computer und Android-Smartphones an, die das Verwalten von Musik deutlich vereinfacht. Sie kann damit abgespielt oder zwischen dem heimischen PC und der Online-Festplatte hin- und hergeschoben werden.

Die Abspielfunktion ist der Musikindustrie allerdings ein Dorn im Auge. Nach Meinung von Sony Entertainment ist das Abspielen von Musik aus dem Internet ein Streaming-Dienst. Den würden die Lizenzverträge zwischen Sony und Amazon aber gar nicht erlauben. "Wir hoffen, dass sie schnell einen neuen Lizenzvertrag abschließen", so eine Sprecherin von Sony zur Nachrichtenagentur Reuters. Man halte sich aber alle rechtlichen Schritte offen.

Amazon sieht das jedoch anders. "Der Cloud Player ist eine Programm, das es dem Kunden erlaubt, seine eigene Musik abzuspielen und zu verwalten. Es ist wie jede andere Musiksammel-Software. Wir benötigen keine Lizenz, um den Cloud Player zur Verfügung zu stellen", erklärt Amazon-Sprecherin Cat Griffin der IT-Website Ars Technica. Auch der Online-Speicherplatz Cloud Drive sei von den bisherigen Lizenzen erfasst. Nach Meinung von Griffin ist er von der Funktionalität mit einer externen Festplatte vergleichbar, die der Kunde benutzt.

Ganz sicher scheint sich Amazon allerdings nicht über seine Position zu sein. Der Online-Händler hätte die Musik-Labels vergangene Woche über seine Pläne informiert, zitiert Reuters den Chef eines nicht näher benannten Verlages. Der Händler hätte Gespräche über weitere Lizenzen angeboten. Die Musikindustrie hat angeblich eingewilligt, die Verhandlungen seien jedoch geheim.

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Kommentare
  1. 30.03.11 23:04 cores (Member)

    Die Musikindustrie wie auch die Filmindustrie bekommen einfach den Hals nicht voll, meine Meinung. Wenn man sich mal vorstellt, dass ein gewisser Charlie Sheen über 1 Million Dollar pro Episode (das sind 20 Minuten Film ;) ) bei Two and a half Men "verdient" (verdient hat er sich die sicher nicht, er hat sie halt bekommen) hat, kanns der Industrie nicht zu schlecht gehen.

    Ich sehe es ähnlich wie einer der ersten, der es hier geschrieben hat: Die Plattenfirmen verpennen regelmäßig die Trends, zeigen null Innovationen und anschließend wird dann geklagt.

  2. 30.03.11 22:42 quovadis (Gast)

    @ Kalack

    Gute Frage, kenne diesen Dienst nicht. Aber wahrscheinlich erreicht der nicht ähnlich viele Menschen wie Amazon... und weckt deswegen nicht das Interesse der Labels...

    vlt. vergleichbar mit Straßenhändlern die Fälschungen verkaufen, gegen die wird auch nur sporadisch vorgegangen, sollte Real sowas verhökern siehts da gleich ganz anders aus... (alles reine Mutmaßungen, kenne sugarsync nicht)

  3. 30.03.11 20:02 Kalack (Member)

    ich weiß irgendwie nicht was daran so revolutionär sein soll? also an dem cloud player von amazon..
    das selbe geht doch auch mit sugarsync. da kann man auch unteranderem seine musik hochladen undd sie sich dann aufs handy streamen lassen.
    also warum wird das jetzt so diskutiert nur weil das amazon so macht?

  4. 30.03.11 18:16 IM Carlos (Advanced Member)

    @Macianer: Wär mir neu, dass Du beim MM direkt aktiv raubkopieren könntest. Du kannst Dir zwar die Gerätschaften dafür kaufen, "dran" wäre MM nur, wenn sie Kopierstation direkt im Musik-Bereich hätten, die frei dafür zugänglich sind. Auch wenn sie Vorführgeräte haben, die dafür missbraucht werden können.

  5. 30.03.11 18:14 DDD (Advanced Handy Profi)

    Wenn ich von meinen Kumpel Legale Musik bekomme passiert normalerweise nichts da man so viel ich weiß Musik an Freunde, Bekannte und Familie weitergeben darf. Mal schauen ob sich Amazon und die Plattenfirmen nicht noch einig werden.

  6. 30.03.11 17:52 quovadis (Gast)

    Nein Macianer MM, Saturn machen sich nicht strafbar, weil die Computer alles Handelsvertreter sind und somit eigenständige Gebilde... /ironie off

    Ist es technisch möglich damit Musik zu brennen? Sogar wenn, ist es der Hauptzweck? Nein...

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