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Autor: Björn Brodersen | 13.07.2011 - 14:21 | (7)

Wettrüsten: RIM kündigt größte Produktoffensive für Blackberry an

Mit dem neuen Betriebssystem QNX und dem Launch von sieben neuen Blackberry-Smartphones bis zum Spätsommer will der kanadische Hersteller Research in Motion (RIM) die Trendwende schaffen. Die neue Runde im Konkurrenzkampf mit Apple und seinem iPhone und iPad sowie mit den Smartphones und Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android kündigten die beiden Vorstandsvorsitzenden Jim Balsillie und Mike Lazaridis auf der jährlichen Hauptversammlung an. Es soll die bisher größte Produktoffensive in der Geschichte des Unternehmens sein.

Wettrüsten: RIM kündigt größte Produktoffensive für Blackberry an

Blackberry Bold 9900/9930 mit Blackberry OS 7 | (c) RIM

Vor der Aktionärsversammlung hatten laut einem Bericht des Manager Magazins Analysten bei der Royal Bank of Scotland eine Aufspaltung des Konzerns in eine Netzwerksparte und ein Smartphone-Unternehmen verlangt, um den Innovationsprozess zu beschleunigen. Von Februar bis Mai dieses Jahres sei der Anteil des Blackberry-Herstellers am weltweiten Smartphone-Markt um 4,2 Prozentpunkte auf 24,7 Prozent gefallen. Im Heimatmarkt Nordamerika sei der Anteil der Blackberry-Smartphones in den vergangenen zwei Jahren von 50 auf 17 Prozent eingebrochen.

Der gefallene Wert der RIM-Aktie um mehr als die Hälfte in diesem Jahr sei Zeichen des Vertrauensverlusts in die Innovationskraft, obwohl RIM zurzeit ein durchaus gesund aufgestelltes Unternehmen sei. Laut einem Bericht des Handelsblatts wird das kanadische Unternehmen inzwischen sogar als Übernahmekandidat gehandelt, RIM selbst hat einen Stellenabbau angekündigt. Immer wieder wird das Unternehmen auch dafür kritisiert, den Fokuswechsel von Smartphones für Business-Anwender auf private Anwender und den Massenmarkt nicht gemeistert zu haben. Statt Apple und Android auf dem Consumer-Markt zu attackieren, sei der Blackberry-Hersteller vielmehr selbst im Firmenmarkt in die Defensive geraten.

Launch der nächsten Blackberry-Smartphones verzögert sich

Wie kürzlich berichtet, hatte ein hochrangiger Mitarbeiter von RIM der Führungsetage des Herstellers in einem offenen Brief eine mangelnde Antizipationsfähigkeit und unzureichende Marketingmaßnahmen vorgeworfen und schnelle Änderungen in der Unternehmensstruktur und bei der Produktentwicklung angemahnt. Der Mitarbeiter forderte beispielsweise bessere Entwickler-Tools und bedienerfreundlichere Geräte. Andere Kritiker fordern schnellere Entwicklungszeiten und kürzere Abstände zwischen Produkt-Launches.

Balsillie räumte vor ein paar Tagen ein, dass es auch bei der Auslieferung der neuen Blackberry-Smartphones Verzögerungen gebe. "Die Blackberrys, die wir im Portfolio haben, sind seit knapp einem Jahr auf dem Markt", zitiert ihn das Manager Magazin, "die Auslieferung neuer Produkte ist schwieriger, als wir gedacht hatten." Spekuliert wird, dass zunächst der Blackberry Bold 9900 herauskommen wird – ein unter dem neuen Betriebssystem Blackberry OS 7 laufendes Smartphone mit Volltastatur und 2,8 Zoll großem Touchscreen, einem 1,2-Gigahertz-Prozessor und HSPA+-Unterstützung für schnelle mobile Datenübertragungen. Für die sieben demnächst herauskommenden Smartphone-Modelle stünden weltweit 491 Zertifizierungen von 191 Netzwerkbetreibern an.

Preise fürs Blackberry Playbook fallen

Für das im April in den USA und im Juni auch in Deutschland eingeführte Tablet Playbook soll es im Herbst dieses Jahres eine 4G-Version geben. Zudem soll es noch in diesem Sommer ein Playbook geben, dass auch ohne angeschlossenes Blackberry-Smartphone E-Mails empfangen kann. Das RIM-Tablet wurde in den ersten drei Monaten nach Verkaufsstart 500.000 Mal verkauft. Knapp vier Wochen nach dem Verkaufsstart in Deutschland ist der Preis für das Tablet deutlich gesunken: Die 16-Gigabyte-Variante des Playbook bieten Online-Händler zurzeit für knapp 450 Euro inklusive Versandkosten an, das Modell mit 32 Gigabyte Speicherkapazität für knapp 545 Euro und das 64-Gigabyte-Gerät für knapp 615 Euro. Zum Verkaufsstart lagen die Preise je nach Modellvariante bei 499 bis 699 Euro.

RIM zählt mehr als 55 Millionen Kunden, die den Blackberry-Service nutzen, mehr als eine Million davon stammen aus Europa. Das Unternehmen teilte zudem mit, zwei Jahre nach dem Start des App-Shops Blackberry App World die Downloadmarke von einer Milliarde überschritten zu haben. Täglich luden die Nutzer rund drei Millionen Apps auf ihr Smartphone oder Tablet herunter. Noch in diesem Monat wird die Beta-Version der App World 3.0 starten.

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Kommentare
  1. 13.07.11 20:33 Grivel (Member)
    AM hat mal wieder falsch recherchiert...

    "Vor der Aktionärsversammlung hatten laut einem Bericht des Manager Magazins Analysten bei der Royal Bank of Scotland eine Aufspaltung des Konzerns in eine Netzwerksparte und ein Smartphone-Unternehmen verlangt, um den Innovationsprozess zu beschleunigen"

    Stimmt nicht. Dieser Antrag wurde fallen gelassen. Aber danke, dass diese falsch Information gleich am Anfang steht.

    Ansonsten Bold 9900 ich komme :D

  2. 13.07.11 15:22 n-nutzer (Advanced Member)
    das beste ander kritiki vergessen!

    mit hat vorallem ein einwand eines anwesenden bei der verantstaltung gefallen: er beschwerte sich bei den chefs warum sie kein gutes markteing machen. Vorallem meinte er hinsichtlich der analysten sie sollten aufhören soschlechte nachrichten über rimzu verfassen und dabei aber gleichzeitig immer auf ihren blackberries rumzutippen... Super einwand!!!!

    Aber wie ich in eine topic vorher auch meinte ist das problemvon rim einfach das sie sich nicht trauen auch mal nein zu sagen. Nein diese geräte reihe ist nicht für geschäftskunden sonder nur für privatkunden (ergo: weniger akkudauer, mehr touch und große protzis und grafikkerne die an der ausdauer knabbern) und Nein dies sind keine privatdevices (ergo: kein touch, super kamera und hig res displays, dafür lange akkudauer und tasten etc.)

    Aber sie vergraulen sich alle, weil sie zwischen den stühlen hängen mit ihrer strategie alle zufriedenzustellen.

    Ich bin gespannt auf die sieben geräte bis ende august. wobei erst eins angekündigt wurde bzw.besser gesagt präsentiert wurde. Es werden auf jednefall single cores sein und die frage ob sie in einem jahr updates auf qnx erhalten steht auch noch in den sternen... Marketing kommunikation ist wirklich sehr schlecht und fast gar nicht vorhanden...

  3. 13.07.11 14:43 ThreeD (Moderator)

    so schnell geht das ganze auch wieder nicht. außerhalb von den USA ist rim mit 67% gewachsen und ist ein insgesamt gesundes unternehmen:

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/0,2828,774083-2,00.html

  4. 13.07.11 14:41 benthepen (Expert Handy Profi)

    Das Problem sind doch nicht unbedingt die Smartphones an sich.
    Blackberry hat das falsche Image.
    Es wird mit Business in Verbindung gebracht.
    Wenn sie davon loskommen, kann es was werden.
    Wenn nicht, dann liegen die Dinger in den Regalen, weil Apple, HTC und Co. genau die User ansprechen, die sie erreichen wollen.

  5. 13.07.11 14:38 quovadis (Gast)

    Oh wie mich das nervt, wird eh nichts mehr...

  6. 13.07.11 14:38 ThreeD (Moderator)

    und ein tolles os mit tollen appstore...

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