Simyo-Chef Nicolas Biagosch sieht keinen Sinn in weiteren Preissenkungen für Handytelefonate. Der Mobilfunk-Discounter ist stattdessen aus dem Preiskampf ausgestiegen und will die Zielgruppe der Online-Nutzer verstärkt durch Zusatzdienste mit Mehrwert und Kooperationen mit Geräteherstellern und Anwendungs-Entwicklern ansprechen.
Simyo-CEO Nicolas Biagosch | (c) Anbieter
"Der Preis für Handygespräche ist auf einem Niveau angekommen, auf dem es keine große Elastizität mehr gibt", sagte Biagosch in einem Gespräch mit Areamobile. "7-Cent- oder 8-Cent-Tarife bringen nichts mehr." Wichtigere Argumente im Werben um neue Kunden als eine Ersparnis von 1 oder 2 Cent pro Gesprächsminute seien ein "einfaches und faires" Angebot mit "gutem Preis-Leistungs-Verhältnis" und Optionen und Zusatzdiensten mit Mehrwert. Der Anbieter mit Sitz in Düsseldorf will mit einem solchen Tarif- und Diensteangebot nicht mehr nur die Wenigtelefonierer und Nutzer von Featurephones, sondern auch die Nutzer höherwertigerer Smartphones und mobiler Datendienste für sich gewinnen.
Dabei wird sich Simyo weiter nur auf die Zielgruppe der Online-Nutzer, die sich selbständig im Internet über Mobilfunktarife und Geräte informierten und ihre Handys oder Smartphones ohne Finanzierung durch einen Mobilfunkvertrag mit langer Laufzeit kauften, setzen. "Wir würden so viel hergeben, wenn wir uns nicht mehr auf online konzentrierten", gab Biagosch im Gespräch mit Areamobile zu bedenken. "Die starke Online-Marke ist unser Mittel der Differenzierung." SIM-Karten von Simyo werde es daher auch künftig nicht an Tankstellen oder in Kiosks zu kaufen geben – nur die bisher schon dort erhältlichen Guthaben-Voucher.
Die Internetnutzer sieht Biagosch jedoch nicht nur als (potenzielle) zahlende Kunden, der Mobilfunkanbieter bindet die Community auch immer mehr ein, um aus ihren Anregungen neue Produkte zu entwickeln oder zu verändern. Eine große Facebook-Community mit speziellem Facebook-Shop, ein Twitter-Account, die Hilfestellung durch die sogenannten Simyo-Paten sowie ein eigenes Blog, in dem verschiedene Mitarbeiter des Unternehmens über Neuigkeiten berichten oder eigene Erfahrungen schildern, sind die bisherigen Säulen der Social-Media-Offensive von Simyo.
Um sich vor einer "Betriebsblindheit" zu schützen, hört sich Simyo die Nutzermeinungen die aktuellen Produkte sehr genau an, so Biagosch. Die beiden neuen Datenoptionen für die mobile Internetnutzung, Flat Internet Optimum und Flat Internet Minimum, seien zwei Beispiele dafür, wie der Mobilfunk-Discounter Anregungen aus der Community in die Produktentwicklung einfließen ließ. So können Smartphone-Nutzer jetzt beispielsweise eine Daten-Flatrate mit 3 Gigabyte ungedrosseltem Datenvolumen für 14,99 Euro pro Monat buchen.
Mit dem kürzlich gestarteten Facebook-Shop, in dem Interessenten den Grundtarif mit einer Datenoption buchen können, gehe Simyo dorthin, wo die Kunden sind, erklärte Biagosch. Der Shop sei innerhalb von nur sechs Wochen geplant und umgesetzt worden und habe den Mobilfunkanbieter nur einen niedrigen fünfstelligen Betrag gekostet. Weitere Dienste will Simyo in Zusammenarbeit mit Partnern wie Gerätehersteller oder Anwendungs-Entwickler herausbringen. Der jüngst vorgestellte, nicht nur von den eigenen Tarifkunden kostenlos nutzbare Synchronisationsdienst Simyo Sync soll da nur der Anfang sein. Vorstellbar seien laut Biagosch zum Beispiel die Vermarktung von mobilen Endgeräten mit eingelegter SIM-Karte von Simyo. Wichtig sei dabei immer, dass die Angebote einen Mehrwert für die Kunden böten, betonte Biagosch.
Simyo bietet seinen 9-Cent-Tarif für Handytelefonate innerhalb Deutschlands seit April 2008 an, danach folgende Preissenkungen betrafen Anrufe ins Ausland, Roaming-Telefonate und die mobile Internetnutzung. Seit November vergangenen Jahres begrenzt Simyo die Kosten des Kunden für Anrufe, SMS-Versand und mobile Internetnutzung im Inland auf 39 Euro pro Monat. Den Einheitstarif bietet Simyo als echte Prepaid- sowie als Postpaid-Variante an.
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Du bist nicht dabei?wenn er es schon erkennt, dann können sie ja mal beginnen, deren Datennetz zu verbessern (siehe Stiftung Warentest...).
Wenn man sich in einem Oligopol, quasi die Preise "absprechen" kann, wie man will, wäre man bescheuert, dies nicht zu tun. Die Einzigen, die wirklich hohe Kosten durch Altlasten haben, wie die ganzen Postbeamten von damals noch, plus die Unsummen an Pensionen, die bezahlt werden müssen, ist die Telekom. Da kann ich es noch verstehen.
auf jeden fall sind die 19cent bei den anderen anbietern völlig übertrieben. da kann man zum glück dank apps für 5cent mit eigener nr. ohne werbung schreiben.
so ein Murks. Sie arbeiten nicht kostendeckend...wenn sie es tun würden...würde man pro sms quasi nichts zahlen müssen...nichtmal nen cent.
Deutschland ist zwar 4mal so gross..aber bietet quasi 10mal mehr einwohner!
Aber es sind hier ja auch um einiges mehr an Kunden, allerdings muss hier in DE wohl jeder cm abgedeckt sein, in Österreich gibt es bestimmt viele stellen wo keiner wohnt und es da keinen sinn macht, daher weniger kosten. vermute ich jetzt mal wenn es danach gehen sollte.
aber im allgemeinen sind wir hier schon ein recht hochpreisiges land, was mich wiederrum interessiert wie hoch die kosten etwa in den usa sind, dort gab es ja schon dsl flats für wenig geld als hier noch viele mit modem unterwegs waren ^^
Ich finde aber schon, dass was dran ist, was er sagt. Günstigere Minutenpreise machen eigentlich keinen Sinn, für Normaltelefonierer ist das vollkommen in Ordnung, für Vieltelefonierer gibts Flats und Verträge.
Viel wichtiger wäre endlich mal ordentliche Datendienste anzubieten, sowohl Preislich, als auch Qualitativ (Netzausbau und Inklusivvolumen)