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Autor: Björn Brodersen | 29.08.2011 - 10:30 | (3)

Zu Steve Jobs Rücktritt: Ohne Teflon verliert Apple seine Jungfräulichkeit

Was bedeutet der Rücktritt von Steve Jobs als CEO für den iPhone-Hersteller Apple? Nichts weniger als den Verlust seiner Jungfräulichkeit in vielen Bereichen. Vor allem die Presse wird Apple künftig härter anfassen. Das meint jedenfalls ein echter Branchenkenner.

Zu Steve Jobs Rücktritt: Ohne Teflon verliert Apple seine Jungfräulichkeit

John Strand, Analyst | (c) Strand Consult

Der dänische Analyst John Strand ist in der Mobilfunkbranche bekannt als Querdenker sowie für seine markigen und teilweise provozierenden Formulierungen. Deshalb haben wir den Experten nach seiner Meinung über die zu erwartenden Folgen für Apple durch den Wechsel an der Unternehmensspitze gefragt. "Ohne Zweifel ist Steve Jobs für Apple-Fans das, was der Papst für Katholiken ist", äußerte Strand gegenüber Areamobile. "Er ist Apple, sein Wort ist das Gesetz in diesem Universum, und wenn er spricht, schweigen alle anderen und lassen ihn reden. Die Katholiken haben das Kreuz, die Apple-Fans den Apfel."

Steve Jobs hat es nach Ansicht des dänischen Analysten geschafft, eine Aura um Apple herum zu bilden, die schützend wie Teflon wirke. "Die Presse liebt Jobs, sie liebt Apple und sie berichtet nicht negativ über Apple", erklärt Strand. "Wenn Apple spricht, vergisst der große Teil der Journalisten, was Journalismus ist. Die Journalisten stellen keine kritischen Fragen und wenn sie es doch tun, erhalten sie keine Antworten."

Apple kann ohne Steve Jobs existieren, meint Strand, denn nicht der Apple-Chef, sondern ein großes Team habe die Produkte kreiert und sei somit am Erfolg des amerikanischen Unternehmens beteiligt. Allerdings müsse Apple damit rechnen, dass die Presse künftig kritischer mit dem Unternehmen umgehen werde. "Ich glaube, Apple wird seine Jungfräulichkeit in einer Reihe von Bereichen verlieren", so der Analyst weiter. "Ich glaube, Jobs Ablösung wiegt schwer für den Konzern, weil die Presse Apple künftig härter anfassen wird."

Tim Cook | (c) Hersteller

Tim Cook | (c) Hersteller

Steve Jobs | (c) Hersteller

 

Nicht jeder denkt wie John Strand

Wie berichtet hatte Steve Jobs vor wenigen Tagen in einem Schreiben an die Mitarbeiter seinen Rücktritt als Apple-Chef erklärt. Sein Nachfolger wird der bisherige COO Tim Cook, den wir in einem kurzen Porträt näher vorgestellt haben. Der Wechsel an der Spitze des iPhone- und iPad-Herstellers hatte weltweit eine Welle an Kommentaren, Rückblicken (unser Artikel: Die Ära Steve Jobs), Prognosen und anderen Reaktionen hervorgerufen.

Teilweise auch mit entgegengesetzten Ansichten zu derjenigen von John Strand: Laut Craig Cartier von der Unternehmensberatung Frost & Sullivan wird der Stabwechsel bei Apple beispielsweise nur minimale Auswirkungen auf Apples bisherige Erfolgsgeschichte haben. Doch trotz der gesundheitlichen Probleme des charismatischen ehemaligen Apple-Chefs habe Apple innovative Produkte hervorgebracht und sei gewachsen. Tim Cook habe sich in den Phasen der Abwesenheit von Steve Jobs als fähiger Leiter gezeigt. Zudem sei Steve Jobs immer noch da, gibt Craig zu bedenken: In den kommenden Jahren bleibe Jobs als Aufsichtsratsvorsitzender in wichtige Entscheidungen involviert.

Und das sagen Nutzer der Apple-Produkte

Der Hamburger Apple-Premium-Reseller mStore erwartet keine negativen Einfluss des Abgangs von Steve Jobs als Apple-CEO auf den Handel mit iPhone, iPad und iPod. Nach einer Befragung der Besucher der mStore-Hauptfiliale geht der Händler von einem ungebrochenen Interesse an den Apple-Produkten aus: "Wir erwarten in nächster Zeit neue interessante Produkt-Releases von Apple und gehen davon aus, dass die Euphorie der Nutzer ungebrochen ist. Aus dem Umgang mit Kunden heraus kann ich sagen, dass der Apple-Hype nicht an Steve Jobs, sondern an die Produkte gekoppelt ist", sagt der Mitgründer und Geschäftsführer des Unternehmens Martin Willmann. "Die Ausrichtung und Entwicklung der Produkte liegt schon lange nicht mehr allein in Steve Jobs Händen. Hinter dem visionären Unternehmen steht ein großes Management-Team, aus dem sich der bisherige CEO bereits seit langem aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hat."

Quelle: Analysten
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Kommentare
  1. 29.08.11 16:24 ThreeD (Advanced Handy Profi)

    das reality distortion field ist geil! das geht tim leider bestimmt ab, diese "gabe" haben wirklich nur ganz wenige leute...

    :D

  2. 29.08.11 13:52 Birk (Expert Handy Profi)

    @Yuri
    Für die einen ist er halt der iGod, für die anderen der iDevil. ;-)

    @Topic
    Auf das berühmte "Reality distortion field" von Jobs muss Apple wohl jetzt verzichten. Mal sehen, wie Cook bei den Keynotes rüberkommt oder ob er diese überhaupt als Host führt.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Reality_distortion_field

  3. 29.08.11 13:44 ihr werdet Yuri gehorchen (Member)

    ich hab ihn zwar ab und zu hier beleidigt :D, aber jetzt find ich es schon schade das er geht. das gute brauch einfach das böse und andersrum ebenfalls!

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