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Autor: Björn Brodersen | 07.09.2011 - 11:32 | (5)

Trotz Verbot: Mobilfunker speichern sensible Daten ihrer Handy-Kunden

Deutsche Mobilfunkanbieter speichern auch Daten ihrer Kunden, die sie nicht für Abrechnungszwecke benötigen, bis zu sechs Monate lang. Nach Ansicht von Datenschützern verstoßen sie damit gegen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts.

Trotz Verbot: Mobilfunker speichern sensible Daten ihrer Handy-Kunden

Aktion des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung | (c) AK Vorrat

Wie die "Berliner Zeitung" heute unter Berufung auf eine vertrauliche Aufstellung der Generalstaatsanwaltschaft München berichtet, speichern die vier Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone, E-Plus und Telefónica Germany (O2) mindestens einen Monat, maximal sechs Monate lang, aus welcher Funkzelle ein Kunde telefonierte, wen er anrief bzw. von wem er angerufen wurde und wie lange das Gespräch dauerte. Bei mehreren großen Anbietern seien die Verkehrsdaten 90 Tage lang vollständig einsehbar, einzig O2 lösche den Großteil dieser Kundendaten nach sieben Tagen.

Nach einer im vergangenen Jahr erlassenen Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts müssen die Mobilfunkanbieter nur diejenigen Daten erheben und speichern, die sie für Abrechnungszwecke benötigen. Alle anderen Daten müssen dem Urteil zufolge unverzüglich gelöscht werden. Datenschützer halten es daher für unzulässig, wenn Mobilfunkanbieter den Standort oder die entgegengenommenen Anrufe ihrer Kunden aufzeichneten.

"Das bringt Millionen von Menschen in die Gefahr strafrechtlicher Ermittlungen, weil sie zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sind oder mit der falschen Person telefoniert haben", zitiert die "Berliner Zeitung" Ulrich Breuer vom Arbeitskreis (AK) Vorratsdatenspeicherung. Heute soll dem Bericht zufolge ein vom Bundesforschungsministerium gefördertes wissenschaftliches Gutachten vorgestellt werden, das sich für eine möglichst kurze Speicherung sensibler Kundendaten ausspricht und das sogenannte Quick-Freeze-Verfahren empfiehlt, bei dem anlassbezogen die Telefondaten verdächtiger Personen eingefroren werden.

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Kommentare
  1. 07.09.11 20:33 RichCore (Handy Profi)

    Es ist ein Skandal und es interessiert wirklich nur wenige, anscheinend ist die Klage von Apple gegen irgendein Chinesiches Unternehmen interessanter als unsere Rechte....

  2. 07.09.11 13:08 N-droid (Member)
    überteuerten Gebühren in die aufwendige Infrastruktur

    War das nicht ein erzwungenes Muss, aufgrund erhobener Gesetzte (post 9/11 Syndrom)?

  3. 07.09.11 12:38 Frankfurter Knackarsch (Handy Profi)
    es gibt sinnvolleres

    als die Einnahmen aus den überteuerten Gebühren in die aufwendige Infrastruktur dahinter zu verballern, zB. nimmersatte Aktionäre füttern.

    Und was ist mit den Discountanbietern?

  4. 07.09.11 12:10 bocadillo (Advanced Handy Master)
    mak

    Sind die Mobilfiunkuntenehmen jetzt alles amerikanische Unternehmen ;-)



    Gibt hier ja paar die immer die Antiamerikakeule schwingen wenn es um Datenschutz geht.

  5. 07.09.11 11:49 M.a.K (Advanced Handy Profi)

    Heute interessiert sowas doch niemanden mehr, jeder weiß es, 99% machen sich inzwischen nichts mehr draus, haben sich damit abgefunden und der 1% der sich darüber aufregt wird ignoriert oder als Spinner dargestellt.

    Man muss die Menschen nur über einen gewissen Zeitraum abstumpfen, danach hat man freie Bahn für Machenschaften die eine Firma früher fast die Existenz gekostet hätte.

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