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Autor: Rene Melzer | 09.09.2011 - 17:25 | (64)

IFA 2011: Die Handybranche emanzipiert sich vom iPhone

In diesem Jahr war die IFA, die vom 2. bis 7. September in Berlin stattfand, deutlich spannender als im Jahr zuvor. Das lag nicht zuletzt auch an den spektakulären Auftritten einzelner Elektronik-Hersteller. Aber es wurde auch eine Vielzahl neuer Produkte erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Wir haben die Trends und Themen der Mobilfunkbranche kurz zusammengefasst.

IFA 2011: Die Handybranche emanzipiert sich vom iPhone

Miss IFA präsentiert neue Tablets | (c) Messe Berlin

Die Berliner Messe IFA war auch 2011 wieder äußerst spannend. Gerade auch im Mobilfunkbereich. Neue Mitspieler wie Sony präsentierten dort erstmals ihre Produkte der Öffentlichkeit, alte Hasen im Geschäft beeindrucken mit neuen Rekorden. Letztere scheinen sich vom Schock erholt zu haben, den das iPhone 2007 in der Branche auslöste.

Das Smartphone von Apple bedeutete damals nichts weniger als eine Umkehrung der bislang geltenden Doktrin. Der Wettbewerb wurde bis dahin fast ausschließlich über die Hardware ausgetragen. Die Hersteller rüsteten ihre Handys mit immer neuen Funktionen auf und verbesserten bestehende. Die Software, mit der sie bedient werden können, wurde häufig jedoch nur als notwendiges Übel angesehen. Dementsprechend kompliziert und langweilig waren die Systeme.

Bei Apple liegt der Fokus dagegen auf der Software. Die Hardware ist erstmal so konzeptioniert, dass sie das gern zitierte "Nutzererlebnis" ermöglicht. Diese Umkehr der Doktrin musste die Konkurrenz erstmal umsetzen, zumal der Begriff nur wenig handfest ist und sowohl eine intuitive Bedienung des Gerätes durch den Nutzer umfasst als auch Aussehen und Haptik eines Gerätes.

Dennoch zieht es immer mehr Elektronik-Hersteller in den Markt für mobile Geräte. Neben klassischen Handyherstellern wie Samsung, LG oder HTC präsentierten auf der IFA 2011 auch Asus, Acer oder Sony Smartphones und Tablets, Unternehmen, die eher aus den Bereichen Computer- und Unterhaltungselektronik bekannt sind.

Auch bei den Tablets haben die Hersteller aufgeholt. Die auf der IFA 2011 vorgestellten Modelle wie das Samsung Galaxy 7.7 oder das Toshiba AT200 sind mittlerweile genauso sexy wie das iPad, mit dem Apple diese Produktkategorie 2009 begründete. Das ist gut für den Kunden, denn er kann mittlerweile zwischen verschiedenen Formfaktoren und Größen wählen.

So stellte Samsung beispielsweise das Hybrid-Modell Galaxy Note vor, ein Smartphone mit einem 5,3 Zoll großen und extrem scharfen Display. Sony präsentierte auf der IFA erstmals seine Sony Tablets S und P, das letztere hat zwei Touchscreens und kann zugeklappt werden. Und Toshiba machte mit dem nur 7,7 Millimeter flachen 10,1-Zöller AT200 auf der Messe auf sich aufmerksam.

Doch ebenfalls erkennbar: Ohne Google wäre diese Entwicklung kaum möglich gewesen. Auf dem Großteil der vorgestellten Smartphones und Tablets läuft das Betriebssystem Android, das von dem Suchmaschinenbetreiber gepflegt und weiterentwickelt wird. Android ist die Basis für die Neuerungen, die die Hersteller ihren Kunden anbieten können, seien es 3D-Smartphones wie das Optimus 3D von LG oder das HTC Evo 3D, die den Effekt sogar ohne Brille erzeugen, oder konvergente Geräte wie das Motorola Atrix, das aus einer Docking-Station ein voll funktionsfähiges Netbook macht.

Zum Glück noch keine Monokultur

Noch gibt es aber zum Glück keine Monokultur. Auch Windows Phone 7.5 war auf der Messe zu sehen, die neueste Version des Microsoft-Betriebssystems für Smartphones. Wenn auch nur auf wenigen Geräten wie etwa dem HTC Radar oder dem Acer W4. Die Modellvielfalt wird sich in naher Zukunft bestimmt deutlich erweitern, wenn Nokia seine Windows Phones vorstellt. Der Blackberry-Hersteller RIM nutzte die IFA 2011 ebenfalls für die Vorstellung seines neuesten Betriebssystems Blackberry OS 7 und gleich vier neuen Modellen für den deutschen Markt, darunter das Bold 9900 und das Torch 9850.

Beim Thema LTE hält sich die Branche dagegen noch zurück. Zwar haben die Mobilfunkanbieter mittlerweile Teile ihres Netzes mit dem extrem schnellen Übertragungsstandard aufgerüstet, doch auf der IFA waren nur Router und Surfsticks zu sehen, mit denen er genutzt werden kann. Lediglich hinter verschlossenen Türen präsentierte uns Vodafone erste Prototypen von Samsung und HTC, die bereits mit LTE ausgestattet sind. Der Netzbetreiber will die ersten LTE-Smartphones aber erst ab 2012 anbieten.

Die Branche emanzipiert sich vom iPhone

Gegenüber den IFA-Ausgaben der Vorjahre war diesmal nur das Thema 3D ohne Brille ein ganz neuer Trend auf der IFA. Doch dieses Jahr war auch erkennbar, dass die Hersteller nicht länger versuchen, Apple hinterher zu laufen. Endlich wissen sie selbst, was der Kunde will und entwickeln Alternativen - sie haben sich in vielerlei Hinsicht vom iPhone emanzipiert. Das ist insbesondere im Bereich der Tablets deutlich geworden. Noch nie gab es eine derartige Vielfalt an Formaten und Größen wie in diesem Jahr.

Neben Smartphones und Tablets gab es auch jede Menge andere Sachen zu sehen. Hier noch ein kleiner Eindruck:

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Kommentare
  1. 11.09.11 14:20 Macianer (Gast)

    Kinners, gaaanz ruhig. Ihr habt doch beide recht: 24mBIT = 3MByte …

    8—)

  2. 11.09.11 14:10 Frankfurter Knackarsch (Advanced Handy Profi)

    "und 3mbit ist bt 2.0"

    AutoZitat
    "Wiki sagt, daß mit BT 3.0 theor. 3 Mbyte/Sec drin sind."

    na merkste was ;)

    Daß wir von theor. Werten ausgehen die nicht immer mit der Praxis übereinstimmen, brauchst du auch nicht extra zu erwähnen,
    Standards definieren sich durch Obergrenzen und nicht von Garantien.

  3. 11.09.11 13:54 sven89 (Handy Master)

    @ffk

    da du von theoretischen werten gesprochen hast, dachte ich du meintest die mbit werte vom hersteller

    und 3mbit ist bt 2.0

    aber jetzt habe ich verstanden wie du es meinst

  4. 11.09.11 13:52 Frankfurter Knackarsch (Advanced Handy Profi)

    @sven
    ja und wo ist da jetzt der fehler?

  5. 11.09.11 13:41 sven89 (Handy Master)

    @ffk

    falsch...

    BT 2.0 hat 3mBIT

    BT 3.0 hat 24mBIT

    und ich hoffe du kennst die "theoretischen werte" von z.b. wlan und die tatsächlichen geschwindigkeiten...denn dann weißt du was ich meine

    mit wifi draftn sind bis zu 300mbit möglich, mit dem normalen wlan ca 100mbit

  6. 11.09.11 13:31 Frankfurter Knackarsch (Advanced Handy Profi)

    @nohtz
    ne das Passt schon, ich wollte schon generell was dazu hören, so wie sven hier partei für die eine Sache ergreift. Da werde ich immer skeptisch ;)

    ich wußte ja gar nicht daß die Geschw. Unterschiede so gewaltig sind.
    Wiki sagt, daß mit BT 3.0 theor. 3 Mbyte/Sec
    drin sind. Wie viel Wifi direct?

    wie dem auch sei, nach der Logik von Chief darf man bei Apple wohl vergeblich darauf hoffen.

    pech gehabt.

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