Der Software-Entwickler VMware bietet mit Horizon Mobile eine Virtualisierungs-Software, mit der Nutzer von Android-Smartphones ein privates und ein geschäftliches Telefonprofil auf dem einen Gerät betreiben können. Der Mobilfunkbetreiber Telefónica will mit Kunden die Lösung auf dem Samsung Galaxy S2 ausprobieren.
VMware Horizon Mobile | (c) Anbieter
Die Technik hatte das als Marktführer im Bereich Virtualisierungslösungen geltende Unternehmen erstmals im Februar dieses Jahres auf dem Mobile World Congress vorgestellt. Mit der Horizon-Mobile-Lösung können Nutzer von Android-Smartphones ihr Gerät sowohl für den privaten Gebrauch als auch für geschäftliche Zwecke einsetzen. Um private von Unternehmensdaten und -Anwendungen zu trennen und so für die notwendige Sicherheit zu sorgen, wird auf dem Smartphone ein zweites virtuelles Mobiltelefon eingerichtet. Mit der App erhält betreibt der Nutzer zwei Rufnummern, zwei E-Mail-Accounts, zwei Adressbücher und voneinander getrennte Anwendungen auf seinem Gerät. Zwischen dem privaten und geschäftlichen Bereich kann durch Drücken eines grafischen Buttons auf der Display-Oberfläche. Gesichert wird die Verbindung zum Firmennetzwerk durch ein Virtual Private Network (VPN).
Vorteil für die Angestellten: Sie können ihr eigenes Handy auch für geschäftliche Zwecke einsetzen und müssen nicht noch ein zweites, vom Arbeitgeber verordnetes Gerät benutzen. Vorteile für die Unternehmen: Durch den Einsatz von Virtualisierungstechniken im PC- und Mobile-Bereich können sie Hardware-Kosten sparen. Außerdem haben sie so Zugriff auf das App-Angebot im Android Market und können anstelle von maßgeschneiderten Programmen die dort erhältlichen Zusatzanwendungen für ihre Zwecke nutzen.
Bislang kann Horizon Mobile nur auf Android-Smartphones eingesetzt werden. Lösungen, die auf den Android-Smartphones und -Tablets eine firmeninterne Arbeitsumgebung aufsetzen, sollen in den kommenden Monaten für Geräte von Samsung und LG verfügbar sein. Die Bereitstellung einer Version für das iPhone wäre erst möglich, wenn Apple sein Betriebssystem iOS mehr öffnet. Als strategische Partner hat das Unternehmen den amerikanischen Netzbetreiber Verizon Wireless und den spanischen Netzbetreiber Telefónica gewonnen. Telefónica wird die Anwendung für Pilotkunden erst einmal für das Samsung Galaxy S2 anbieten.
Auch mit Chipherstellern ist VMware nach eigenen Angaben im Gespräch. Diese könnten zum Beispiel die entsprechenden VPN-Schlüssel in die „Trusted“-Bereiche ihrer Chips integrieren. Noch befindet sich die Lösung zur Client-Virtualisierung auf dem Smartphone in der Testphase. Sobald der kommerzielle Startschuss erfolgt, werden die Unternehmen voraussichtlich wie üblich pro Anwender und Monat für den Dienst bezahlen.
Eine alternative Lösung zu VMware Mobile Horizon hat mit BizzTrust for Android jüngst das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie SIT und das Center for Advanced Security Research Darmstadt CASED auf der Messe IT-SA in Nürnberg vorgestellt
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Du bist nicht dabei?
Ich kann mir kaum vorstellen, dass es unmöglich ist 2 Rufnummern auf 1 Simkarte zu pressen. Dann müsste es per Software nur noch möglich sein, beide Profile unabhängig voneinander betreiben zu können.