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Autor: Björn Brodersen | 07.11.2011 - 17:42 | (1)

Vorwurf Provisionsbetrug: Telekom und Drillisch kündigen sich gegenseitig

Die Telekom hat die Zusammenarbeit mit Drillisch und den dazugehörigen Discount-Marken beendet und Strafanzeige gegen den Mobilfunkprovider erstattet. Grund ist nach Angaben der Telekom der "schwerwiegende Verdacht auf Provisionsbetrug" durch das Tochterunternehmen Simply. Drillisch wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Vorwurf Provisionsbetrug: Telekom und Drillisch kündigen sich gegenseitig

Telekom-Gebäude | (c) Unternehmen

Die Telekom kündigt die bisherige Zusammenarbeit mit Drillisch und den Tochterunternehmen, da sie von einem Provisionsbetrug durch den Kooperationspartner ausgeht. Bereits im August hat der Bonner Konzern eigenen Angaben zufolge festgestellt, dass der Vertriebspartner seit Februar 2011 mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert hatte, ohne dass tatsächliche Kundenverhältnisse zu Grunde liegen. Das teilt die Telekom heute mit. Drillisch habe trotz „erdrückenden Beweismaterials“ die Vorwürfe bestritten. Eine datenschutzkonforme Analyse habe jedoch ergeben, dass die entsprechenden SIM-Karten für Scheinkunden aktiviert wurden.

Auf diese Weise habe Drillisch die Telekom um Provisionen betrogen, heißt es in der heutigen Mitteilung der Telekom weiter. Da die Geschäftsleitungen von Simply und Drillisch teilweise identisch seien und der angenommene Betrug mit Unterstützung weiterer Gesellschaften der Drillisch-Gruppe erfolgt sei, trenne sich die Telekom ganz von Drillisch. Der Netzbetreiber hat zudem Strafanzeige erstattet und verlangt an Drillisch geflossene Provisionszahlungen in einstelliger Millionenhöhe zurück.

Für Kunden der Drillisch AG und ihrer Tochterunternehmen, die das Telekom-Netz nutzen, sollen sich keine Auswirkungen der Maßnahmen ergeben. Die Telekom wird die Netzleistungen weiterhin erbringen, kündigte sie an

Drillisch wehrt sich gegen den Vorwurf des Provisionsbetrugs

Logo Drillisch Telecom

Logo: Drillisch Telecom

Drillisch wehrt sich gegen die Vorwürfe der Telekom. "Soweit die Deutsche Telekom AG in einer aktuellen Medieninformation behauptet, es gäbe einen schwerwiegenden Betrugsverdacht gegen das Drillisch Tochterunternehmen Simply, entbehrt dies jeglicher Grundlage", teilte Drillisch Areamobile mit. "Insbesondere die Darstellung der Telekom, Drillisch habe 'mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert', ohne dass entsprechende Kundenverhältnisse zugrunde lagen, entspricht nicht den Tatsachen."  Die Simply Communications GmbH habe sich im Hinblick auf die von der Telekom gezahlten Provisionen an die mit der Telekom geschlossen Verträgen verhalten, betonte Paschalis Choulidis, Vorstandssprecher der Drillisch AG. Vor diesem Hintergrund gebe es weder eine rechtliche Grundlage für strafrechtliche Schritte noch für eine Rückforderung von Provisionen.

Nachdem es in der Auseinandersetzung zwischen den beiden Unternehmen keine Annäherung gegeben habe, kündigte den Angaben zufolge auch die Drillisch-Tochtergesellschaft Simply Communications GmbH bereits am 3. November 2011 den bestehenden Vertrag fristgemäß. Die Deutsche Telekom AG habe dies nun offenbar zum Anlass genommen, ihrerseits außerordentlich zu kündigen, heißt es weiter. Auch die Drillisch AG weist darauf hin, dass die Kündigung keine negativen Auswirkungen für die bestehenden Simply-Kunden habe.   Auch die gegenwärtigen und zukünftigen Gewinnprognosen der Drillisch AG seien davon nicht berührt.

Kursverlauf der Drillisch-Aktie am 7. November 2011 | (c) Wallstreet-Online

Kursverlauf der Drillisch-Aktie am 7. November 2011 | (c) Wallstreet-Online

Im Netz der Telekom telefonieren beispielsweise Handy-Nutzer mit einer SIM-Karte von Maxxim, Ja!mobil oder Penny Mobil. Zur Drillisch-Gruppe gehören auch Marken wie Hellomobil, Mcsim oder Smartmobil. Der Wert pro Aktie des börsennotierten Unternehmens sackte heute zwischenzeitlich um über 60 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von gestern ab. Kurz vor Börsenschluss zog die Aktie wieder an.

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Quelle: Pressemitteilungen, Wallstreet-Online
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Kommentare
  1. 07.11.11 18:40 mobilefreak (Member)

    "Für Kunden der Drillisch AG und ihrer Tochterunternehmen, die das Telekom-Netz nutzen, sollen sich keine Auswirkungen der Maßnahmen ergeben. Die Telekom wird die Netzleistungen weiterhin erbringen, kündigte sie an"

    Lustig wäre es doch mal gewesen, wenn sie bestehende Verträge einfach gekündigt hätten und die Personen mit laufendem Vertrag das dazu erhaltene Gerät einfach behalten dürften. Dann hätte ich gesagt "schwein gehabt!".

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