Android ist das Angriffsziel Nummer Eins von Cyber-Kriminellen - das ist der Tenor der jüngsten Malware-Reports von Sicherheitsunternehmen wie McAfee und Trend Micro. Google wirft den Anti-Viren-Experten vor, sie würden Panikmache betreiben, um den Smartphone-Nutzern ihre Virenschutz-Programme zu verkaufen.
Rik Ferguson, Director Security Research & Communication EMEA bei Trend Micro | (c) Unternehmen
McAfee rechnet für dieses Jahr mit knapp 1.300 individuellen Malware-Varianten für mobile Endgeräte. Damit überstiegen die Zahlen für 2011 diejenigen des vergangenen Jahres eindeutig, heißt es in dem McAfee Threat Report für das dritte Quartal 2011. 2011 sei das aktivste Jahr in der Geschichte der Mobilgeräte-Malware. Das Open-Source-Betriebssystem sei dabei zum Hauptangriffsziel der Schadprogramme geworden, im dritten Quartal haben die Sicherheitsexperten fast 100 auf Android abzielende Malware-Varianten ausgemacht. Zugleich sei Android laut McAfee die einzige Plattform gewesen, die von neuen Mobilgeräte-Malware-Varianten angegriffen wurde. Den Rekord für die größte Gesamtanzahl an verschiedenen Schadprogrammen halte jedoch Symbian OS für Smartphones von Nokia. Eine aktuelle Analyse von Juniper Networks zeigt einen ähnlichen Trend auf: Seit Juli 2011 habe die Zahl der Schadsoftware für Android um 472 Prozent zugenommen, heißt es dort.
Trend Micro bewertet nicht die Quelloffenheit von Android an sich als das Hauptproblem, sondern die Offenheit der Vertriebsmechanismen. "Neben dem offiziellen Android-Marktplatz, der übrigens auch keine Sicherheitsüberprüfung von Code oder Funktionalität voranstellt, gibt es viele weitere Marktplätze von Drittanbietern. Setzte man dies in Verbindung mit der verdienten Beliebtheit der Plattform, so ist es nicht weiter verwunderlich, dass Kriminelle hier bereits aktiv ihre Chancen nutzen", erklärt Rik Ferguson, Director Security Research & Communication EMEA bei dem IT-Sicherheitsanbieter. Trend Micro haben im Zeitraum von Januar bis Juli 2011 einen Anstieg der Android-Schadsoftware um 1.410 Prozent dokumentiert - allerdings von einem kleinen Anfangsniveau ausgehend. "Die absolute Zahl der Schädlinge ist selbstverständlich um Größenordnungen kleiner als zum Beispiel die für Windows-Rechner. Aber die wichtige Kennzahl ist eben nicht die Gesamtzahl der Malware, sondern die stetige Steigerungsrate bei diesen Schädlingen Quartal um Quartal", führt Ferguson weiter aus. Das zeige das aktuelle, aktive und nachhaltige kriminelle Interesse an der mobilen Plattform.
Chris DiBona, der bei dem Android-Entwickler Google für den Bereich Open-Source verantwortlich ist, unterstellt dagegen in einem Beitrag auf Google+ den Unternehmen, die Sicherheits-Software für Android anbieten, eigene finanzielle Interessen. Sein Vorwurf: Die Sicherheits-Unternehmen wollten nur ihre Produkte verkaufen und betrieben daher Panikmache. Tatsächlich stehen im Android Market etliche Virenschutz-Programme zum kostenpflichtigen oder kostenfreien Download. Zumindest die kostenfreien Schutzprogramme verdienen allerdings häufig ihren Namen nicht. Wie ein Anfang dieses Monats veröffentlichter Test des Magdeburger IT-Security-Instituts AV-Test zeigt, bieten etliche Programme keinen wirksamen Schutz: Sechs von sieben Freeware-Angeboten attestiert AV-Test nur eine mangelhafte Erkennung der Schadsoftware, während die beiden kostenpflichtigen Schutzlösungen von Kaspersky Lab und F-Secure den Testern zufolge ein gutes bis sehr gutes Schutzverhalten aufweisen.
Ein Sicherheitsrisiko eines jeden Smartphones ist allerdings auch der Nutzer selbst: Vielen Besitzern von Smartphones fehlt es noch an dem Bewusstsein, was ein Schadprogramm auf einem Smartphone oder Tablet anrichten kann, und sie installieren voreilig bzw. ungeprüft neue - eventuell böswillig modifizierte - Apps auf ihrem Gerät. Gleichzeitig nutzen jedoch mehr und mehr Verbraucher sensible Anwendungen wie beispielsweise Banking auf dem Smartphone. Damit steigt auch das Schadenspotenzial durch Malware für mobile Endgeräte. So enthält zum Beispiel der bekannte gefährliche Banktrojaner ZeuS auch mobile Elemente, um per SMS verschickte Zugangsdaten für das Online-Banking abzufangen.
Mobile Apps verleiten zum schnellen Download und werden sich in Zukunft zu einem weiteren Einfallstor für Malware entwickeln. Wer die folgenden fünf von McAfee verfassten Regeln beachtet, kann sich effektiver vor manipulierten Anwendungen schützen:
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Du bist nicht dabei?Inte
Du weißt aber erstens schonmal schon das Linux aufgrund der geringen Verbreitung bei desktoplösungen und der nervigen nutzerschicht keinen Vertreiber von malware juckt.
Daher allein ist Linux schon auf Jahre Safe.
Und das Thema Einfallstor Flash....da muß ich jetzt dann doch mal lachen.
Zum schluß bleibt die Aussage das de"bullshit" Wiederwahl von dir kommt.
Das ist verwunderlich.
Nicht, weil beides ebenso offene Systeme sind, sondern vor allem, weil Malware fuer Mac und Win zum kleinsten Teil durch kompromittierte Downloads verbreitet werden. Heutzutage sind Sicherlheitsluecken in PDF/Flash/Browser/Word etc. viel gaengigere Einfallstore. Daher ist das Gerede von dem geschlossenen System einfach absoluter Bullshit.
@inte
Du weißt doch, dass es für Linux so gut wie keine Malware gibt.
Nutze schon seit 15 Jahren Linux.
Hatte noch nie Malware, trotz verschiedensten und offenen Quellen, die ich genutzt habe.
Und, wo ist nun das Problem??
wenn was neues und besseres kommt ja
Wieso? Inte hat doch Recht. Sicherheitslücken in den Programmen sind offene Tore, die auch gerne ausgenutzt werden. Nur lohnt es sich nicht so sehr für Linux Viren/Würmer zu entwickeln, weil die Verbreitung zu gering ist, klar, außerdem gibt es dann auch noch verschiedene Linux Distributionen und je nachdem könnte das den Bösewicht zusätzlich nerven :)
Deshalb finde ich auch die Werbung von Apple so witzig, von wegen, dass man ja mit Macs so viel sicherer unterwegs ist, weil es ja die Ganzen Schädlinge nur für Windows gibt...bei einem Marktanteil von 4% ist das auch nicht verwunderlich :)
Zum Thema:
Mobile Betriebssysteme werden natürlich immer interessanter für Cyberattacken, weil sie den Desktopbetriebssystemen in wenig nachstehen und bald als Alternative genutzt werden. Bei der Verbreitungsrate hat bald jeder ein Smartphone. Man sollte nicht vergessen, dass mittlerweile 1,2 Milliarden PCs genutzt werden, aber über 5 Milliarden Telefone. Mobile Betriebssysteme werden ständig weiterentwickelt und wenn in absehbarer Zeit jeder ein Smartphone hat, wird man sich um die Sicherheit ernsthafte Gedanken machen müssen. Im Moment ist das Risiko noch sehr gering, das kann und wird sich bald ändern...