Weiter Krieg treiben oder auf Entspannungspolitik setzen? Diese Frage muss sich Apple in den ausgeuferten Patentstreitigkeiten mit anderen Smartphone-Herstellern stellen. Patentrechtsexperten sind der Ansicht, dass Apple besser dran sei, wenn das Unternehmen Lizenzierungsabkommen mit den jetzigen Gegnern schließe und seine ganze Kraft für neue Innovationen einsetze.
Samsung Galaxy Tab 10.1 und Apple iPad 2 | (c) Hersteller
Schon der deutsche Patentrechtsexperte Florian Müller sagte kürzlich in einem Interview mit Areamobile, dass Apple irgendwann einen Vergleich mit den Kontrahenten suchen werde. Allerdings werde der iPhone- und iPad-Hersteller seiner Meinung nach wohl einen Teil seiner Patente exklusiv für sich behalten, um seine Produkte möglichst stark zu differenzieren. Gegenüber dem Nachrichtendienst Bloomberg äußern sich andere Patentrechtsexperten jetzt ähnlich. Ihrer Meinung nach sei Apple mit einem versöhnlicheren Vorgehen besser dran als mit der bislang verfolgten Strategie.
"Ich werde meinen letzten Atemzug dazu verwenden, ich werde jeden Penny von Apples 40 Milliarden auf der Bank ausgeben, um das wieder zurecht zu biegen. Ich werde Android zerstören, weil es ein gestohlenes Produkt ist. Ich bin gewillt, einen thermonuklearen Krieg dafür zu entfesseln", wird der inzwischen verstorbene, frühere Apple-Mitgründer und CEO Steve Jobs in der Biographie von Walter Isaacson zitiert. Vermutet wird, dass Jobs so impulsiv auf den vermeintlichen Ideenklau durch Google und die anderen Mitglieder des Android-Lagers reagierte, weil er in den früheren Macintosh-Tagen miterleben musste, wie Microsoft-Gründer Bill Gates viele der neuartigen Apple-Ideen für sein eigenes Produkt Windows nutzte. Jobs Drohung war keine leere: Was folgte, war ein bis heute anhaltender Feldzug gegen Google, Samsung, HTC und Motorola vor den Gerichten der Welt.
Allerdings verbuche Apple nur oberflächliche Erfolge, gibt Urheberrechtsexperte Kevin Rivette von 3LP Advisors LLC gegenüber Bloomberg zu bedenken. Da sich die Apple-Patente zumeist auf das Design und das Look & Feel der Geräte bezögen, könnten die Gegner von Gerichten ausgesprochene Verfügungen wegen Patentverstößen durch Workarounds leicht umgehen. Ein Beispiel dafür ist das Tablet Galaxy Tab 10.1N, das sich nur minimal im Design vom in Deutscheland verbotenen Vorgängermodell Galaxy Tab 10.1 unterscheidet. Auch Software lässt sich in Maßen modifizieren. Daher werde es für Apple sehr schwer werden, Produkte der Konkurrenz langfristig von bestimmten Märkten verbannen zu lassen.
"Eine Politik der verbrannten Erde hat nichts Gutes für sich, da sie das Potenzial der Patente nicht voll ausschöpft", sagt Rivette, der unter anderem Android-Lizenznehmer vertritt. "Patente einzusetzen, um Rivalen aus dem Markt zu drängen, ist wie Steine in einen Bach setzen. Das Wasser findet einen Weg um die Steine herum. Wäre es daher nicht besser, selbst zu bestimmen, wo das Wasser langfließen soll?"
Laut mehreren Patentanwälten sei es nur eine Frage der Zeit, wann Apple seine Haltung ändere, schreibt Bloomberg. Zurzeit koste Apples Vorgehen die Kontrahenten Gebühren in Millionenhöhe und es schrecke andere Unternehmen von allzu frecher Nachahmung der Apple-Produkte ab, meint Ron Epstein von der Patentlizenzierungsfirma Epicenter IP Group. Aber Apple sollte seiner Ansicht nach bald Lizenzierungsvereinbarungen abschließen, um künftig auch Innovationen und Technologien der zahlenmäßig zunehmenden und immer stärker investierenden Konkurrenz nutzen zu können. Nach Schätzung von Rivette könne Apple über Lizenzvereinbarungen 10 Dollar pro Gerät und damit vermutlich mehr, als Microsoft von seinen Lizenznehmern kassiert, einnehmen.
Schon bald könnte Apple auf Lizenzen für Technologien anderer Unternehmen angewiesen sein, gibt Rivette zu bedenken. Beispielsweise prüfe zurzeit die amerikanische Handelsbehörde ITC, ob Apple ein Kodak-Patent auf ein Foto-Vorschau-Feature verletze. Pikanterweise suche Kodak nach einem Käufer für seine rund 1.100 Patente - für Google, Samsung & Co. könnte das ein interessantes Paket sein.
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Du bist nicht dabei?@niko2010:
Leider darf man von Areamobile wohl keinen besonders investigativen Journalismus erwarten. Viele User hier haben schon mehrmals gesagt, dass es AM nur um Klickzahlen geht (was ich bis heute noch nicht recht glauben will, vielleicht Wunschdenken?). Jedenfalls bekommt man in den Kommentaren nie eine Stellungnahme der Autoren.
@nohtz:
Vielleicht braucht derjenige auch nur eine Entschuldigung um das Vorgehen von Apple zu rechtfertigen?
wer glaubt apple handelt mit seiner art (auf alles und jeden drauf losrennen und "angriff" brüllen) nach "kunst des krieges" hat das buch entweder nicht gelesen oder nicht verstanden
Hi Leute, ist euch aufgefallen das die News hier manchmal erst mit bis zu 24 Stunden Verspätung erscheinen?
Auf heise.de oder golem.de sind sämtliche Artikel bereits vorher verfügbar.
Sehr viele auch mit gleich lautendem Text.
Ziehen sich die Redakteure hier nur die Meldungen von anderen Portalen auf die eigene Seite?
Ich ziehe mir areamobile.de bereits seit einigen Jahren herein, da es mir immer sehr gut gefallen hat, und die Handytests sehr gut waren.
In den letzten Monaten lese ich hier leider nur veraltete Nachrichten.
> ""Geglaubte" Antworten unbeteiligter Dritter bringen niemanden weiter und sind damit
> wenig zielführend.…" [Macianer]
Gut, dann werde ich dich das nächste Mal darauf hinweisen... ;-)
Wie Birk schon gesagt hat, gibt es für Private Fragen eine PN-Funktion.
"Ich werde meinen letzten
Atemzug dazu verwenden,
ich werde jeden Penny von
Apples 40 Milliarden auf der
Bank ausgeben, um das
wieder zurecht zu biegen. Ich werde Android zerstören,
weil es ein gestohlenes
Produkt ist. Ich bin gewillt,
einen thermonuklearen Krieg
dafür zu entfesseln", wird der
inzwischen verstorbene, frühere Apple-Mitgründer und
CEO Steve Jobs in der Biographie von Walter
Isaacson zitiert. Das sollte weniger das sein worauf Apple seinen Schwerpunkt legen sollte, sondern eher in die Weiterentwicklung der eigenen Produkte.
hat apple vergessen, sich das mädchen patentieren zu lassen? ;-)
http://de.engadget.com/2011/12/31/videos-apple-und-samsung-werben-mit-demselben-madchen/