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Autor: Rene Melzer | 05.01.2012 - 16:11 | (21)

Bloomberg: Apple steigert Gewinn auf Kosten der Auftragsfertiger

Apple erwirtschaftet außergewöhnlich hohe Gewinnmargen mit seinem iPhone und iPad. Doch die erzielt das Unternehmen nur auf dem Rücken des Auftragsfertigers Foxconn, so ein Bericht des Wirtschaftsportals Boomberg.

Bloomberg: Apple steigert Gewinn auf Kosten der Auftragsfertiger

iPad und iPhone sorgen für volle Kassen bei Apple | (c) Hersteller, Areamobile

Apple verdient mit iPhone und iPad prächtig. Das Unternehmen erzielt damit die höchsten Gewinnmargen im Markt und erzielt einen Gewinn-Rekord nach dem nächsten. Doch bei seinen Partnern kommt nur wenig vom Erfolg des Herstellers aus Kalifornien an. So ist die Profitmarge beim Auftragsfertiger Foxconn seit Jahren rückläufig, berichtet das Wirtschaftsportal Bloomberg. Die Website kommt sogar zu dem Schluss, Apple steigert seinen Profit auf Kosten von Foxconn.

Wie eng die Beziehung zwischen Apple und Foxconn ist, zeigt ein Vergleich der Betriebsergebnisse von Apple und Foxconn. Während das kalifornische Unternehmen seine Gewinnmarge durch iPhone und iPad seit 2006 auf über 30 Prozent mehr als verdoppeln konnte, sank die vom Foxconn-Mutterkonzern Hon Hai im gleichen Zeitraum von über 3 Prozent auf teilweise weniger als 1 Prozent.

Vergleich Gewinnmarge Apple Foxconn | (c) Bloomberg

Vergleich der Gewinnmargen von Apple und Foxconn | (c) Bloomberg

Die Gründe dafür sind vielfältig. Nach Informationen von Bloomberg drücken zum Einen hohe Preisnachlässe , die Apple mit Foxconn verhandelt hat, die Gewinnmarge bei dem taiwanischen Unternehmen. Gleichzeitig muss das Unternehmen die Kosten für neue Fabriken und zusätzliche Arbeiter tragen, um ausreichende Stückzahlen für Apple produzieren zu können. "Hon Hai ist bereit, seine Marge zu opfern, um ein höheres Volumen an Bestellungen zu bekommen", zitiert die Website einen Analysten. Im Gegenzug sollen Skaleneffekte zur Einsparungen führen.

Chinesische Arbeiter bei Foxconn | Foto: Zhongguancun Online News

Chinesische Arbeiter bei Foxconn | Foto: Zhongguancun Online News

Die Rechnung geht aber anscheinend nicht ganz auf, denn jedes Mal, wenn Apple mit einem neuen iPhone oder iPad den nächsten Verkaufserfolg landet sinkt bei Foxconn der Gewinnanteil und erholt sich erst, wenn die Nachfrage nach den Produkten seines Hauptkunden wieder abflacht. Foxconn produziert auch Fernseher für Sony, Spielekonsolen für Microsoft oder Computer für HP.

Der Aktienkurs von Hon Hai zeigt ebenfalls, dass Apple dem Auftragsfertiger immer weniger von seinem Erfolg abgibt. Die Aktie ist nach einem kurzen Hoch Anfang 2007 kontinuierlich gefallen, wie der Chart auf Wallstreet-online.de zeigt. Apples Aktie konnte dagegen immer weiter an Wert zulegen.

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Themen: iPad, iPhone
Quelle: Bloomberg via MacNews
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Kommentare
  1. 08.01.12 12:28 NewPhone (Expert Handy Profi)

    > Apple kostet die Produktion eines iPhones 4S 134€, und bei uns kostet es um die 629€.

    Ja und? Die Einzelteile für ein Bügeleisen oder einen Liter Cola werden wahrscheinlich auch weit unterhalb des Verkaufspreises liegen. Oder denk mal an die Herstellungskosten für ein Windows7-Paket: Karton und Papier im Wert von 20 ct und eine DVD im Wert von 10ct (bei den Mengen, die MS abnimmt). Macht inkl. Falten und Bedrucken des Kartons und Konfektionieren wahrscheinlich um die 50ct. Und für wie viel verkauft MS ein Windows-Paket? Im Schnitt für 100 Euro. Warum macht dann MS nicht 99,5% Gewinn, wenn der Material-Einkaufspreis so weit unterhalb des Verkaufspreises liegt? Weil in den von iSuppli ermittelten Kosten die Entwicklung für das Betriebssystem und die Zusatzsoftware (Apple entwickelt iOS ja selbst), die Distribution, der Support, die Garantieabwicklung, die Werbung, die Miet- und Personalkosten für die Läden, die Putzkolonnen, Heizkosten, Steuern, Löhne für das Management und tausend andere Dinge nicht eingerechnet sind.

    Lustig ist auch, dass Focus online im Oktober letzten Jahres meint: "Aufgedeckt ...". Die Zahlen von iSuppli werden seit Jahren herausgegeben und sind für Verbraucher jederzeit einsehbar aber gleichzeitig so interessant, wie der Pinkel-Rhythmus von Steve Balmer: Sie sagen nichts über die tatsächlichen Kosten aus, weil der Hardware-Einkauf nur einen recht kleinen Posten für ein endgültiges IT-Produkt darstellt. Wenn man wissen will, was für einen Riss ein Hersteller macht, muss man nur Umsatz und Gewinn gegenüberstellen (bei jedem börsennotierten Unternehmen bekannt). Apple machte Q3/2011 knapp unter 25% Gewinn und das ist recht ordentlich – aber eben auch nicht überragend.

    Wir wissen jetzt (dank das "investigativen Journalismus" ;-) von Focus Online), dass Foxconn für jedes zusammengebaute iPhone (Teile inkl. Zusammenstecken) 134 Euro bekommt. Ist das jetzt viel oder wenig? Wie viel zahlt denn Nokia für das Zusammenstecken der Komponenten an Foxconn oder HP für einen Drucker. Wie viel zahlt MS für die Xbox360, Nintendo für die Wii und Sony für die PS3 an Foxconn? Und selbst wenn wir das wüssten, hätten wir immer noch keine Erkenntnis darüber, an wem den nun Foxconn am Meisten verdient – weil wir deren Personalkosten für die einzelnen Bereiche nicht kennen. Ich weiß nur: Wenn man der einzige Hersteller ist, der ein Produkt in den Stückzahlen produzieren kann, die ein Abnehmer benötigt (man also am längeren Hebel sitzt) und gleichzeitig nicht genug Geld verdient, das ist das Schuld des eigenen Managements und nicht Schuld der Kunden.

  2. 08.01.12 07:12 Ladylike871 (Advanced Member)

    Apple kostet die Produktion eines iPhones 4S 134€, und bei uns kostet es um die 629€. http://www.focus.de/digital/handy/iphone/aufgedeckt-was-apples-iphone-4s-in-der-produktion-kostet_aid_678864.html

  3. 06.01.12 23:02 pixelflicker (Handy Master)

    Ja, ich weiß schon. Ist alles nicht so toll in China, ich bin froh, dass ich nicht dort leben muss, aber ich meinte ja jetzt eher Weltweite Organisationen wie eben Greenpeace. Sowas muss es ja auch geben.

    z.B. dieses MakeITFair, darüber bin ich zumindest über Google gestolpert:
    http://www.germanwatch.org/corp/uv.htm

  4. 06.01.12 22:17 NewPhone (Expert Handy Profi)

    > normalerweise hat doch Arbeitsschutz eine höhere Priorität als Umweltschutz

    In China zählt beides nicht viel. Die haben da jetzt ihr "Wirtschaftswunder" und da fragt man nichts nach, was den Aufschwung auch nur dezent behindern könnte – bei den Regime sowieso nicht. Meine Frau arbeitet in einer Firma mit Tochterunternehmen in China – dort gibt es kaum Arbeitsschutz und jeder freut sich eher, wenn es einen anderen zerreißt – dann wird wieder ein Platz frei. Uns Europäern kommt das vor, wie ein Bienenschwarm – der Einzelne zählt nichts, die Gemeinschaft alles – jeder einzelne wird bei Bedarf sofort ersetzt.

    (Und Umweltschutz ist dort auch völlig egal – die sind Marktführer im Bereich Windkraft – stellen die Dinger aber auch gerne einfach nur hin und betreiben sie nicht, sondern zählen sie einfach nur, um gut dazustehen.)

  5. 06.01.12 21:07 pixelflicker (Handy Master)

    Ich weiß nicht, gibts für sowas keine Verbände?
    Der Umweltschutz wird ja auch von Greenpeace untersucht und normalerweise hat doch Arbeitsschutz eine höhere Priorität als Umweltschutz, schließlich gehts da um Menschen.

  6. 06.01.12 20:52 benthepen (Expert Handy Profi)

    Wer soll das denn Untersuchen?
    Ich glaube, das die anderen Auftraggeber wie Nokia, Dell, Sony ziemlich froh sind, aus dem Negativfahrwasser raus zu sein und immer nur die Rede vom "Applefertiger Foxconn" ist.

    Nur mal so am Rande, die Playstation 3 hat sich seitdem sie raus ist, mehr als 55 Millionen mal verkauft. Wer schraubt sie zusammen,- Foxconn.

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