Apple war unter der Leitung von Steve Jobs immer sehr geheimnisvoll, wenn es um die Herstellung seiner Produkte ging. Doch unter der Leitung des neuen Chefs, Tim Cook, scheint sich das Unternehmen zu öffnen. Denn in seinem aktuellen Report über die Arbeitsbedingungen der Zulieferer listet das Unternehmen erstmals einen Großteil der Produzenten von Bauteilen für seine Produkte auf und gesteht Probleme ein.
Apple Store in Peking | (c) Apple
Apple hat zum sechsten Mal seinen alljährlichen Supplier Responsibility Report veröffentlicht, in dem das Unternehmen seine Untersuchungen zu den Arbeitsbedingungen und Umweltschutzmaßnahmen von Lieferanten und Auftragsfertigern offenlegt. Diese müssen bestimmte Standards bei den Rechten, der Sicherheit und der Gesundheitsvorsorge von Arbeitnehmern einhalten sowie Maßnahmen zum Umweltschutz ergreifen, wenn sie für Apple produzieren wollen.
Im vergangenen Jahr überprüfte Aple insgesamt 156 Unternehmen auf die Einhaltung der vereinbarten Standards. Das entspricht nach Angaben der Amerikaner 97 Prozent der Lieferkette. Apple führte 2011 229 Audits durch, nach Angaben des Unternehmens ein Anstieg von 80 Prozent im Vergleich zu 2010. Die Prüfungen ergaben, dass nur in den wenigsten Fällen die vereinbarten Standards eingehalten wurden.
So fanden die Kontrolleure von Apple in 62 Prozent der Unternehmen Verletzungen der maximalen Arbeitszeit von 60 Stunden die Woche und einem garantierten freien Tag pro Woche. Außerdem gab es sechs aktuelle und dreizehn frühere Fälle von Kinderarbeit. Ein Drittel hielt Umweltstandards nicht ein und ein weiteres Drittel sorgte nur ungenügend für die Sicherheit am Arbeitsplatz. Außerdem entdeckten sie Fälle von Lohn-Dumping.
Wie Apple in seinem Bericht ausführt, hat das Unternehmen bei schweren und wiederholten Verstößen gegen die Vereinbarungen die Verträge sofort gekündigt. Bei leichteren wurde den Lieferanten eine Frist von 90 Tagen zur Beseitigung der Missstände eingeräumt. Außerdem hat Apple angekündigt, mit der Fair Labor Association (FLA) zusammen zu arbeiten, einer Nichtregierungsorganisation mit dem Ziel, die Rechte und Bedingungen von Arbeitern weltweit zu verbessern.
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Du bist nicht dabei?> dass für die Meisten Menschen Gates = Microsoft [...] ist ...
Vielleicht vor 10, 12 Jahren noch – aber heute? Und der andere ist tot.
Aber egal, einer muss ja aufhören – Diskussion beendet.
Ich wollte ablenken? Jetzt hör aber auf, das war doch nur ein Beispiel.
Ich habe ja extra geschrieben:
> "Gates hat sogar eine eigene Stiftung und steckt da sehr viel Geld und Zeit rein, aber das
> ist ein anderes Thema."
Mit "Das ist ein anderes Thema" wollte ich eigentlich sagen, dass ich das nur am Rande erwähnen wollte, dass du dich da so drauf stürzen musstest war dann doch eher dein Ding. Ablenken wollte ich damit sicher nicht, sonst hätte ich es viel prominenter gemacht.
Du weißt genau, dass für die Meisten Menschen Gates = Microsoft und Jobs = Apple ist, das hat man bei Jobs tot ja sehr gut sehen können. So ticken die Menschen halt, sie brauchen eine Person die das repräsentiert, Firmen sind halt zu unpersönlich.
> Offensichtlich wolltest du es so verstehen.
Ich habe die Textstellen zitiert, aus denen ich das "herausgelesen" habe. Das waren deutlich mehr als die eine, die du jetzt hervorhebst. Aber jetzt scheint sich das ja geklärt zu haben.
> Eigentlich ist es egal, denn das Eine hat mit dem Anderen gar nichts zu tun
Das sage ich ja. Ich entlaste auch nicht Jobs – ich sage, dass das private Tun mit dem Geschäftlichen nicht unbedingt was zu tun hat. Du versuchst das bei der Gates-Stiftung miteinander zu vermischen und "unterstellst" damit MS ein soziales Engagement, dass sie "nicht verdient" haben. Ist ja schön (oder auch nicht), dass Gates seine Milliarden für irgend etwas einsetzt, von dem er vielleicht sogar glaubt, dass es hilft – aber das hat nichts mit der Geschäftspolitik von MS zu tun. Vor allem jetzt nicht mehr, wo er schon länger aus der Firma raus ist. Und wenn Mahatma Gandhi persönlich der Chef von MS wäre, zähle ich die Taten der Firma, wenn die zu bewerten sind – nicht die privaten Freuden, die sich der (Ex-)Chef evtl. zur Image-Aufbesserung und Gewissensberuhigung leistet.
> Die Fehler der Stiftung nun hier auszubreiten ist nun wirklich nicht Sinn der Diskussion.
Der Rest auch kaum. Du hast versucht, vom Thema abzulenken, indem du die tollen Gutmenschen-Taten des Exchefs auf seine alte Firma abfärben lassen wolltest. Ich habe nur dargestellt, dass das irrelevant ist und zusätzlich, dass eine Stiftung nicht automatisch Gutes tut, nur weil "Stiftung" oder "Foundation" dransteht. Vom sozialen Engagement von MS bleibt (zumindest, was deine ursprüngliche Aussage angeht) nicht viel übrig. Ist aber nicht schlimm – denn das ist nicht Aufgabe einer Firma – Sinn einer Firma ist es, Gewinne zu erwirtschaften und Menschen Arbeit zu geben.
Und dafür braucht man nicht MS-kritisch zu sein, um die Zusammenhänge (oder eben auch nicht vorhandene) zu erkennen – dafür muss man nur (per Nachrichten als Zeitzeuge) dabei gewesen sein oder es sich kurz zusammen zu recherchieren. Ich weiß ja nicht, was du so um 2000 herum getrieben hast (als Gates die Brücke verließ) – da war ich schon seit 20 Jahren technikinteressiert und habe die Entwicklungen u.a. von Apple und Microsoft mitverfolgt (und die von Commodore und HP usw.). Ich weiß nicht, auf welchem weißen Schwan oder Ross dir Gates mal im Traum erschienen ist – aber der Retter der Menschheit ist er nun wahrlich nicht – nicht mal mit dem größten Vermögen, dass je ein Mensch aufhäufen konnte. Tolle Leistung – ohne Frage – Respekt. Und er ist bestimmt ein umgänglicherer Mensch, als es Jobs je war – aber sonst sehe ich auch da keine heroische Figur der Zeitgeschichte. Und wenn du dir mal die Mühe machst und dir die Geschichte von Microsoft aus unterschiedlichen Blickwinkeln ansiehst, wirst du feststellen (müssen), dass von der angeblichen Philanthropie des Firmengründers und Ex-CEOs nicht wirklich viel zu spüren ist. Letzteres bemängele ich übrigens nicht und ich erwarte es auch nicht bei einer Firma – das ist eine völlig wertfreie Feststellung. Bei Apple sieht es übrigens nicht besser aus – aber da behauptet das ja auch keiner.
Lesehilfe: http://de.wikipedia.org/wiki/Philanthropie
Da du mir in diesem Thread vorgeworfen hast, ich würde Microsoft hassen und Apple "schönfärben", warte ich immer noch auf Zitate aus meiner Feder, die so eine Behauptung untermauen könnten. Ich denke, umgekehrt konnte ich meine Aussagen doch immer konkret an deinen Aussagen festmachen, oder? Falls da keine konkreten Vorwürfe über fehlerhafte/schönfärberische Darstellungen mehr kommen sollten, ist aus meiner Sicht das Thema Gates eigentlich durch, da es das Thread-Thema nur am Rande streift. Schöner Exkurs – aber wenig zielführend.
> "In den Stellen, die ich von dir zitiert habe, las ich nicht von
> einzigartigen "Chancen". Das klang mehr nach besonderer
> "Verantwortung" oder "Pflicht"."
Ich habe nie etwas derartiges geschrieben. Das du das herausgelesen hast ist aber wohl offensichtlich. Ich habe aber schon in einem meiner ersten Postings geschrieben, dass ich bei Apple die größten Chancen sehe, nicht, dass ich bei Apple eine Pflicht sehe. Offensichtlich wolltest du es so verstehen.
> "Was du da herausgelesen hast (CEO-Posten aufgeben
> gleich Firmenaustritt), ist nicht mein Bier"
Eigentlich ist es egal, denn das Eine hat mit dem Anderen gar nichts zu tun, auch wenn du es so konstruieren willst um Jobs zu entlasten. Man kann auch Sozial Engagiert sein, während man CEO einer Firma ist.
Auch wenn es der "privatspaß" von Gates ist, so zeigt es doch seine Gesinnung im Vergleich zu Gates und da Beide CEO waren hätten sie bei Ihren Firmen genug zu sagen gehabt um das zu beeinflussen. Daher finde ich das schon interessant im Zusammenhang mit dem engagment der Firma. Und so viel ich weiß hat Microsoft auch schon sehr viel in diese Stiftung einbezahlt, also die Firma selbst. Wem hat denn Apple unter Jobs etwas gespendet?
Die Fehler der Stiftung nun hier auszubreiten ist nun wirklich nicht Sinn der Diskussion.
> ich schrieb mehrmals, dass ich bei Apple die größte Chance sehe, weil Apple die einzigartige Situation hat ...
In den Stellen, die ich von dir zitiert habe, las ich nicht von einzigartigen "Chancen". Das klang mehr nach besonderer "Verantwortung" oder "Pflicht". Aber vielleicht habe ich das einfach falsch verstanden. Du hast es jetzt ja dahingehend umformuliert bzw. klargestellt und dann lasse ich das mal so stehen.
> Microsoft z.B. verdient mit der XBox so gut wie nichts.
Die Armen! ;-) Zu Release-Zeiten wird an Konsolen nichts verdient, rischdisch. Nach einiger Zeit rutscht aber die Hardware üblicherweise (trotz Preissenkungen) in die Gewinnzone. Wie lange wird die 360 jetzt schon produziert? Und selbst wenn anfangs das Hardware-Geschäft subventioniert wird, so wird doch über die Software kräftig Geld verdient (oder meinst du, MS wäre die Wohlfahrt?) und das muss man natürlich beim Spielkonsolen-Geschäft mit einrechnen (tun die Hersteller ja auch, sonst würden sie ja gar keine Konsolen bauen).
> Apple muss sein iPhone jedenfalls nicht subventionieren.
Stimmt. Hat für mich aber keine Aussagekraft zum Thema Arbeitsbedingungen und Verantwortung.
> Nicht direkt, aber das Geld kommt von MS
Junge, das war das Privatvermögen von Bill Gates, dass er mit Unterstützung seiner Frau (die hat sich um die Familie gekümmert und ihm den Rücken freigehalten) in seinem Arbeitsleben zusammengerafft hat. Wenn ich jetzt eine (natürlich sehr bescheidene) Stiftung gründen würde, würdest du das auch als Erfolg des Unternehmens werten, in dem ich mein Geld verdient habe? Seltsame Verbindung. Mein Geld ist meine Sache – was ich damit mache, hat mit meiner Firma oder mit der Firma, in der das Geld von mir verdient wurde, nichts zu tun. Sobald es auf meinem Konto ist und ich mir davon eine Stiftung leiste, ist das meine Stiftung, wie mir auch ein Fernseher gehört, den ich von dem Geld kaufe.
> Ich glaube einfach nicht, dass Jobs der Typ war, der sowas macht.
Glaube ich auch nicht – bzw. ich weiß das. Hat aber nix mit dem Thema zu tun – hier geht es (unter anderem) um Apple und Microsoft und nicht deren ausgeschiedenen Gründer. Dass beide auf ihre Art Arschlöcher waren, liegt auf der Hand – mit Nettigkeit wird man kein Milliardär – nur Gates hat sich halt (auch mit seiner Stiftung) ein netteres Image verpasst – wahrscheinlich ist er harmoniebedürftiger als Jobs.
> Das ist aber jetzt korintenkackerei.
Sorry, DU hast behauptet: "Und du scheinst viel weniger über MS zu wissen als du immer tust, denn die Stiftung hat Gates mitnichten erst gegründet als der bei MS aufhörte." Und daraufhin habe ich meine beiden genannten Zahlen belegt. (ich kann dafür auch gerne noch Quellen liefern, falls Google gerade nicht läuft). Was du da herausgelesen hast (CEO-Posten aufgeben gleich Firmenaustritt), ist nicht mein Bier – lies dir meinetwegen meine Aussagen nochmal durch – du wirst keine groben Fehler finden (immerhin war die Aussage, dass die beiden Daten nah zusammenlagen aus dem Gedächtnis genannt – denn ich kann mich an die Nachrichten von vor über 10 Jahren noch erträglich gut erinnern). Und ob Gates nach 2000 noch zur Arbeit auf den Campus gefahren ist oder nicht, naja – Aber ob man CEO eines so großen Unternehmens ist oder nicht, macht einen großen Unterschied beim Verantwortungsdruck und bei der Freizeitplanung aus.
Da aber aus meiner Sicht ohnehin der Privatspaß von Bill Gates und das Verhalten von MS unterschiedliche paar Schuhe sind, kommt es auf die Termine gar nicht besonders an (obwohl sie stimmen). Selbst wenn Gates jetzt noch CEO wäre und die Stiftung schon vor 30 Jahren gegründet hätte, hätten die beiden Sachen nichts miteinander zu tun und du kannst daraus meines Erachtens kein positives Gebaren der Firma ableiten – unter der Prämisse, dass die Stiftung mehrheitlich positives tun würde, was ich zudem in Abrede stelle (was beides keine MS-Kritik ist – eher im Gegenteil – wenn ich eine Verbindung von Monsanto zu Microsoft herstellen könnte/müsste – dann würdest du lesen, was unfreundliche Bemerkungen sind).
> Bei MS ist es nur am bekanntesten, deswegen habe ich das Beispiel gewählt.
Für was? Dafür, dass der Ex-Chef mit seinem Privatvermögen eine Stiftung gegründet hat die sich an zweifelhaften Entwicklungen beteiligt? Wo kommt da jetzt der Teil, an dem die Firma Microsoft beteiligt ist – und wo wäre das positiv (außer in unreflektierten Jubelartikeln). Microsoft selbst ist bekannt, wie kaum eine andere Firma – aber für ihre guten Taten? Ich glaube, die Firma wird recht neutral gesehen – aber evtl. habe ich da ein anderes Weltbild als du.
> Was hat das mit dem Thema zu tun, ob da eine Verbindung besteht oder nicht?
Kurzes Gedächtnis oder großes Interpretationsvermögen? DU hast doch die "guten Taten" der Gates-Stiftung mit Microsoft in Verbindung bringen wollen. Und als ich etwas über die todbringenden Verbindungen zu Monsanto und ähnlichen Firmen angeprangert habe, meintest du "aber dein Hass auf Microsoft [...] geht mir halt ein bisschen auf den Geist". Da ich gar nichts Negatives zu MS geschrieben habe (ansonsten bitte ich hier um Quellennachweise aus diesem Thread), war ich davon ausgegangen, dass du meine Ausführungen über die Gates-Stiftung als Kritik an MS ansiehst – obwohl ich ja schrieb, dass ich da (im Gegensatz zu dir) überhaupt keinen Zusammenhang sehe.
Die ganze Sache bringt uns doch nicht weiter. Die Gates-Stiftung hat mit MS nichts zu tun. Daher kann man sie nicht auf deren "positiv"-Habenkonto verbuchen (was für MS aus meiner Sicht auch so besser ist). Das du das (zumindest ursprünglich) getan hast, lasse ich jetzt mal beiseite. Zurück zum Thema Arbeitsbedingungen bei Lieferanten: hat da noch jemand was?
Ja stimmt, heute ist er Tot, aber dennoch hat niemand anderes eine Firma so dermaßen verkörpert wie Steve Jobs.
Es gab nicht wenige Menschen die haben geweint, obwohl sie ihn nicht kannten.