Durch die an einem einzigen Tag vorgenommenen Aktivierungen von Android-Smartphones erzielt Google über das Jahr gesehen knapp 10 Millionen Dollar an Umsätzen durch mobile Werbung. Das schätzt der Software-Entwickler Oracle, der den Internetkonzern mit Sitz in Mountain View auf Schadensersatz in Höhe von mehreren Milliarden Dollar verklagt hat.
Zwei Android-Handys: Samsung Galaxy Nexus (oben) und Motorola RAZR | (c) Areamobile
Oracle stützt seine Berechnung auf die kürzlich von Andy Rubin, dem Chef von Googles Abteilung für mobile Anwendungen und Geräte, veröffentlichte Zahl von 700.000 Aktivierungen von Android-Smartphones am Tag. Allein durch die Menge der an einem einzelnen Tag aktivierten Android-Smartphones, erziele Google Werbeeinnahmen in Höhe von 10 Millionen Euro, behauptet das Oracle weiter. Wie der Software-Entwickler auf diese Summe kommt, führt er nicht aus. Rechnerisch ergäbe dies einen Umsatz von 14 Dollar pro Nutzer im Jahr. Hinzu kämen noch Umsätze durch Do9wnloads aus dem Android Market, durch andere Android-bezogene Dienste sowie durch das wachsende Sozialnetzwerk Google+. Außerdem sollen die Android-Aktivierungen binnen Jahresfrist auf 2,5 Millionen pro Tag steigen, gibt Oracle zu bedenken.
Mit dieser Berechnung, die der Patentrechtsexperte Florian Müller auf seinem Blog Foss Patents thematisiert, will Oracle seine hohen Schadensersatzforderungen an Google rechtfertigen. Oracle hat den Internetkonzern verklagt, weil dieser angeblich gegen mehrere frühere Sun-Patente verstößt. Ein Hauptbestandteil des Smartphone-Betriebssystems Android ist das von Sun entwickelte Java, Sun wurde 2009 für 7,4 Milliarden Dollar von Oracle übernommen.
Ob der Prozess zwischen Oracle und Google wie geplant am 19. März beginnt, ist noch offen. Der zuständige Richter hält die beiden bisherigen Berechnungen der Schadenssumme durch Oracle für zu hoch und hat das klagende Unternehmen aufgefordert, eine angemessenere Summe zu nennen. Nach Einschätzung von Müller könnte eine Entscheidung in diesem Fall auch Folgen auf die anvisierte Übernahme von Motorola Mobility durch Google haben, die noch grünes Licht von der EU-Kommission erhalten muss.
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Du bist nicht dabei?> Die Hersteller wissen doch worauf sie sich einlassen.
Da bin ich mir nicht so sicher. Ich denke, die meisten Firmen, die Software (egal, ob aus dem OpenSource/free-Bereich oder aus dem ClosedSource/kauf-Bereich) nutzen, gehen davon aus, dass die verwendeten Lizenzen vom Hersteller der Software im Vorfeld geprüft und bezahlt wurden – und sie nicht auf einmal von Dritten mit Lizenzforderungen belagert werden.
> Nun ja, wenn Google das müsste, es aber nicht tut, dann müssen die Patentinhaber halt dagegen klagen.
Tun sie ja. Ich habe dir 4 Beispiele genannt, wo geklagt wird bzw. man sich im Vorfeld geeinigt hat. Nur ziehen es halt die meisten vor, nicht Google anzugehen, sondern deren Kunden – vorwiegend, weil es erfolgversprechender ist. Schuld hat aber Google, nicht HTC und Konsorten.
> "Google kann nur schwer bzw gar ni ht belangt werden da sie
> nur etwas für lau zur Verfügung stellen. Lizenzen ist dann Sache
> derjenigen die das ganze aktiv vertreiben -sprich der Hersteller." [bocadillo]
Natürlich ist das so, aber das ist doch ganz logisch. Warum siehst du darin ein verkehrtes Handeln Googles? Wenn eine Firma ein System auf seinen Handys einsetzt, für das es keine Lizenzen zahlt und das es in großem Umfang selbst anpasst, dann ist doch klar, dass die Firma dafür verantwortlich ist. Das ist den Firmen auch klar, aber was wäre denn anders, wenn die Firmen ihr eigenes System entwickeln würden, hätten sie dann einen Vorteil davon? Müssten sie dann keine Lizenzen für die eingesetzten Technologien zahlen?
Das hat nichts mit "nicht begreifen" zu tun. Ich weiß sehr gut was Google da macht, ich verstehe nur nicht, warum dich das wundert, bzw. was daran verwerflich ist. Die Hersteller wissen doch worauf sie sich einlassen.
> "Sie müssten Lizenzgebühren für Technologien zahlen, die in Android stecken" [newPhone]
Nun ja, wenn Google das müsste, es aber nicht tut, dann müssen die Patentinhaber halt dagegen klagen. Wie Boca schon immer sagt: Business as usual.
> "Dann wäre es auch hier ähnlich, dass man eher versucht, den Kunden anzugreifen als die Quelle: Google." [newPhone]
Ich denke die werden schon wissen wen sie verklagen müssen. Was ich nicht verstehe ist, wieso das nun auf einmal schlimm ist was Google macht. Würde es Apple machen wäre es sicher nicht tragisch, dann käme wieder: Die Anderen können ja Apple verklagen, wenn Apple was kopiert.
> Für was müsste denn Google Lizenzgebühren bezahlen wo sie es nicht tun?
Sie müssten Lizenzgebühren für Technologien zahlen, die in Android stecken, welche die Patente Dritter berühren. Das könnte Java sein, Multitouchpatente von Apple und Microsoft, irgendwelche anderen GUI-Patente, Patente für grundsätzliche Technologien aus allen Bereichen der IT/Telekommunikation. Ich denke, z.Z. gucken viele Firmen ihre Patent-Portfolios durch und checken, was davon in Android (und natürlich auch in iOS, WP7, BB usw.) drinsteckt.
> Und warum klagen die Hersteller, denen die Lizenzen gehören dann nicht?
Microsoft z.B. hat noch nicht geklagt, weil die meisten Google-Kunden (also die Gerätehersteller) auf ihre Drohungen reagiert und brav die Lizenzgebühren nachgezahlt haben, die sich Google meinte, sparen zu können.
Apple macht es ähnlich (also an die Gerätehersteller herantreten), klagt aber sofort, weil sie keine Lizenzgebühren für ihre Technologien haben wollen, sondern lieber den Verkauf der Geräte behindern – ihnen nützt das wahrscheinlich mehr (während MS von so einer Strategie keinen Vorteil hätte, da sie dafür zu wenig "eigene" Geräte verkaufen).
Kodak klagt gegen HTC, Samsung und Apple wegen Verletzung von Bildverarbeitungs-Technologien. Es kann sehr gut sein, dass diese Technologien bei Samsung und HTC Teil von Android (und nicht Teil ihrer GUI-Aufsätze sind) sind. Dann wäre es auch hier ähnlich, dass man eher versucht, den Kunden anzugreifen als die Quelle: Google.
Oracle geht einen anderen Weg und klagt direkt gegen Google. Das ist natürlich riskanter, als deren Kunden haftbar zu machen, weil sich Google evtl. erst einmal damit herausreden wird, dass sie gar nicht wirklich zuständig sind, sondern der Papiertiger OHA. Der nächste Schachzug könnte sein, darzulegen, dass man an Android gar nichts verdient (die Hauptumsätze über Werbung würden sie versuchen, aus der Sache herauszuhalten und mit App-Verkäufen wird im Market ja noch nicht viel verdient), um damit den Streitwert zu minimieren. Und selbst, wenn man sie zu fassen bekommen sollte, ist Google bestimmt ein härterer Gegner als z.B. HTC.
> Fühlt sich an wie damals bei Facebook. Als dieses erfolgreich wurde, waren plötzlich einige der Meinung sie hätten doch früher auch mal die eine oder andere gute Idee gehabt und nun Anrecht am Kuchen.
Es wird natürlich immer erst geklagt, wenn es was zu holen gibt. Wenn man zu früh klagt, wird man mit Almosen abgespeist – man wartet lieber, bis die Kuh fett ist, um möglichst viel für eigene Patente und Lizenzen, die mutmaßlich verletzt wurden, zu bekommen. Ist doch logisch.
> Ein Dinosaurier wie Oracle hat in diesem Markt nichts mitzumischen meiner Meinung nach.
Warum nicht, wenn "in diesem Markt" deren Patente verletzt werden? Es geht hier nun mal um Java und das nutzt Google nun mal für Android.
Ich meine damit das von Oracle gar nichts zu hören ist, ausser dem Lizenz-Gezanke.
Fühlt sich an wie damals bei Facebook. Als dieses erfolgreich wurde, waren plötzlich einige der Meinung sie hätten doch früher auch mal die eine oder andere gute Idee gehabt und nun Anrecht am Kuchen. Ein Dinosaurier wie Oracle hat in diesem Markt nichts mitzumischen meiner Meinung nach.
Ich werde das Gefühl nicht los das du das system Google immer noch nicht begreifst.
Google kann nur schwer bzw gar ni ht belangt werden da sie nur etwas für lau zur Verfügung stellen. Lizenzen ist dann Sache derjenigen die das ganze aktiv vertreiben -sprich der Hersteller.
Der Grund für die derzeitige klageritis ist zum größtem Teil Google da diese auf Patente und Lizenzen sch.....
Allerdings scheint es noch einiige,zu geben die in Google einen sympathischen, Anarchie geprägten Haufen sehen
Bei den Smartphoneherstellern kann man ja nicht von Softwarenutzern sprechen, sie sind vielmehr selbst Softwareentwickler, bieten quasi so etwas wie eine Distribution an. Google sieht sein Android eh mehr als basis für ein Betriebssystem als als vollwertige Lösung dafür. Und darüberhinaus sind die Hersteller ja im normalfall selbst mitglied der OHA.
> "Schuld hat aber Google, nicht HTC und Konsorten. "
Kann man das so klar sagen? Ich halte die Sache für etwas komplexer. Wie gesagt, es ist ja nicht so, dass die Hersteller eine fertige Software kaufen, die auf den Geräten installieren und fertig. Sie haben ja detaillierten Einblick sowohl in die Software selbst, als auch in die Prozesse von Google.
Das die Hersteller durchaus wissen was sie tun, zeigt ja das Beispiel von Samsung, wo es ja anscheinend so ist, dass das GalaxyS Update zurückgehalten wird, weil ein Patent von Kodak verletzt wird.