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Autor:
Rene Melzer
| | 11

Nach Path-Skandal: Telefonbuch-Upload durch iOS-Apps ist gängige Praxis

Anders als die Empörung über das Sozialnetzwerk Path denken lässt, ist der Versand der privaten Telefonbuch-Einträge ins Internet ein Vorgang, der von vielen Anwendungen für iOS-Geräte praktiziert wird. Das hat eine Untersuchung von populären iOS-Apps durch mehrere Internet-Portale ergeben.

Nach Path-Skandal: Telefonbuch-Upload durch iOS-Apps ist gängige Praxis

Apple iPhone: Viele Sozialnetzwerke bedienen sich am Telefonbuch des Nutzers | (c) Hersteller

Nachdem ein Entwickler veröffentlichte, dass das Sozialnetzwerk Path ungefragt sämtliche Kontaktdaten der Nutzer auf seinen Servern speicherte, ging eine Welle der Empörung durch das Internet. Mittlerweile haben die Entwickler der Anwendung nachgebessert, doch das Misstrauen war geweckt. Mit Grund, wie jetzt eine Untersuchung verschiedener Portale zeigt: Path war und ist nicht die einzige Anwendung für die iOS-Plattform von Apple, die ungefragt oder auch missverständlich nachgefragt die Daten der Nutzer abgreift.

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Allerdings sind nur die wenigsten so frech wie Path. Tatsächlich fand das Technik-Magazin The Verge nur eine andere populäre Anwendung, die ungefragt Daten aus dem Telefonbuch verschickt: Foursquare. Das Sozialnetzwerk erlaubt es, seinen Freunden interessante Orte mitzuteilen. Mittlerweile hat Foursquare jedoch reagiert und ein Update herausgebracht. Ist das installiert, wird der Nutzer explizit darauf hingewiesen, dass zum Abgleich der Daten die Kontaktliste auf die Server des Anbieters geladen wird.

Andere Anwendungen schicken zwar nicht automatisch, aber auch heimlich die Daten ins Internet, darunter die populäre Foto-App Instagram, der Chat-Dienst Whatsapp oder das Kurznachrichten-Netzwerk Twitter. Sie starten die Aktion zwar nur auf ausdrücklichen Wunsch des Nutzers, wenn dieser etwa einen Abgleich seiner Freunde mit den im Netzwerk gespeicherten Profilen möchte. Sie machten bis vor Kurzem aber auch nicht klar, dass dazu das gesamte Telefonbuch an den Anbieter geschickt wird. Sie haben aber auf den Path-Skandal reagiert und ihre Anwendungen angepasst.

Leider noch auf Englisch: Hinweis auf den Upload des Telefonbuches bei Instagram und Foursquare | (c) Anbieter

Leider noch auf Englisch: Hinweis auf den Upload des Telefonbuches bei Instagram und Foursquare | (c) Anbieter

Lediglich Facebook verhält sich in diesem Fall vorbildlich. Dessen mobile App weist mit einer Pop-Up-Notiz darauf hin, dass bei einem Abgleich alle Daten auf den Servern des Sozialnetzwerkes gespeichert werden. Andere Netzwerke wie Google+, Quora, Yahoo! Messenger oder AIM haben zwar technischen Zugriff auf das Telefonbuch, greifen aber nicht darauf zu.

Wie das The Verge noch herausfand, erschleichen sich auch sogenannte Spiele-Netzwerke die persönlichen Daten. So etwa das Cristal-Netzwerk von Chillingo, das unter anderem in den populären Spielen Angry Birds und Cut the Rope zu finden ist. Einmal eingerichtet, ist eine Taste zu finden, die mit “Invite from Contacts” überschrieben ist, auf Deutsch “Lade deine Kontakte ein”. In der Beschreibung erklärt Chillingo, dass damit eine Einladung an lokal gespeicherte Kontakte verschickt werden kann. Tatsächlich lädt die Anwendung nach dem Anklicken das gesamte Telefonbuch zum Anbieter.

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Quelle: The Verge, TNW

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Kommentare
  1. 16.02.12 11:43 NewPhone (Expert Handy Profi)

    > Hm, was steht Anderes in Deinem Heise-Link als in meinem Mobileflip-Link?

    Ich fand den Artikel besser (ohne persönliche Einleitung und mehr auf den Punkt) geschrieben und Apples Statement war übersetzt zitiert (manche lesen halt lieber auf deutsch). Inhaltlich stand in etwa das gleiche drin.


    > Und wenn Apple das so löst wie Du beschreibst und alle Rechte abfragt wird das bei der Facebook-App zum Geduldsspiel.

    Bei Apple werden meiner Erfahrung nach bisher 2 Rechte bei Zugriff (wahlweise anfangs) abgefragt: Ortsbestimmung und Push-Benachrichtigungen. Wenn da noch eine dritte Abfrage gemacht wird, sobald aufs Adressbuch zugegriffen werden soll, dürfte das den User nicht überfordern (zumal ja z.B. Facebook auch jetzt schon fragt, nur eben nicht technisch erzwungen). Nachträglich Rechte entziehen oder zuweisen kann man natürlich über die Prefs auch. Was halt fehlt, ist eine anfängliche Aufstellung der benötigten Rechte. Deshalb schrieb ich ja, die Kombination wäre super.

  2. 16.02.12 11:02 Gorki (Advanced Handy Master)

    Hm, was steht Anderes in Deinem Heise-Link als in meinem Mobileflip-Link?

    Und wenn Apple das so löst wie Du beschreibst und alle Rechte abfragt wird das bei der Facebook-App zum Geduldsspiel. Unter Android kann man ja die Rechte einsehen, da sind das 9 Punkte (übrigens mehr als viele andere Apps benötigen!) ;). In der Regel zw. 0 - 4 Punkte. Das ist überhaupt kein Problem und tut nicht weh, auch sehr verständlich und einfach dargestellt.

  3. 16.02.12 10:47 NewPhone (Expert Handy Profi)

    > Laut stephanwiw bringt das aber eh nichts weil sich kaum ein User solche Informationen durchliest.

    Wenn man die Nutzer damit quasi erschlägt, bestimmt nicht. Da sehe ich auch das Hauptproblem bei den eingeforderten Rechten von Android-Apps: Da stehen dann die ganzen "benötigten" Rechte auf einmal und man denkt sich: Wird schon passen (oder eben nicht). Wenn Apple das so löst, wie bei den Ortungsdiensten oder den Push-Benachrichtigungen, dass die App mit einem kurzen Dialog (der natürlich bestätigt werden muss) erst dann nachfragt, wenn sie die Funktion auch wirklich zu nutzen versucht, dann ist auch eine erhöhte Aufmerksamkeit des Nutzers vorhanden. Am Besten wäre natürlich die Kombination beider Lösungsansätze (also Android + iOS Rechteeinforderung).

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Apple-will-Apps-den-Zugriff-auf-iPhone-Adressbuecher-erschweren-1435332.html

    Wenigstens hat Apple jetzt schnell reagiert und in Aussicht gestellt, dass das Problem mit einem Update behoben wird.

  4. 16.02.12 07:31 Gorki (Advanced Handy Master)

    Die als Vorbildlich bez. Facebook-App hat in einer früheren Version auch nichts anderes getan. Ohne zu Fragen und natürlich ohne Hinweis landete das komplette Telefonbuch dort.
    Das die aktuelle Situation nicht in Ordnung ist sieht auch Apple so: http://www.mobiflip.de/apple-zukuenftige-ios-versionen-benoetigen-nutzerfreigabe-fuer-die-nutzung-der-kontakte/

    Und damit gibt es dann wie zu den Ortungsdiensten auch bei den Kontakten eine Kontrollmöglichkeit. Laut stephanwiw bringt das aber eh nichts weil sich kaum ein User solche Informationen durchliest.
    Gott sei Dank sind Google und Apple die übrig gebliebene Minderheit der Nutzer, die sich doch mit dem "Kleingedruckten" befassen, wichtig genug :).

  5. 16.02.12 00:38 homeend (Advanced Handy Profi)

    Ums Zwingen geht's ja auch nicht, nur um die angebotene Informationsbasis der Rechte einer App und da bietet Android nun mal am Meisten.

  6. 15.02.12 23:19 stephanwiw (Member)

    und dann gibt es wieder bei Android Schadsoftware, welche sich nachträglich Schadcode aus der Wolke läd... Diese Diskussion führt doch zu nichts. Jeder ist doch selber dafür verantwortlich, welche Apps er sich läd und welche nicht. Und wer ist schon wirklich so blöd, dass er bei Programmen, die bspw. automatisch Freunde finden, keinen in welcher Form auch immer gearteten Datenaustausch haben wird?
    Ich habe jedenfalls keine Lust bei der nächsten tollen App like Whatsapp meine 150 Kontakte einzeln einzugeben ;)
    Die, die damit Probleme haben, rate ich erneut: Keiner zwingt euch solche Programme zu nutzen!

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