Das neue HTC Velocity 4G ist das erste LTE-Smartphone, das in Deutschland bei einem der großen Netzbetreiber verkauft wird. Prozessor und LTE-Chip stammen von Qualcomm - der Hersteller gewährte Areamobile am Beispiel des HTC-Handys interessante Einblicke in die LTE-Technik.
HTC Velocity 4G | (c) Hersteller
Aus den Leser-Kommentaren zum Launch des ersten LTE-Smartphones von HTC und Vodafone waren mehrere Kritikpunkte herauszulesen: zu hoher Preis, Zweifel am Nutzen einer hohen mobilen Verbindungsgeschwindigkeit und Sorge um den Stromverbrauch. Georg Schweighofer, der Marketing-Chef von Qualcomm, rückte im Gespräch einige dieser Kritikpunkte ins rechte Licht. Beispielsweise verbrauche LTE zwar bei voller Leistung mehr Strom als UMTS, aber weil es viel schneller ist (theoretisch bis zu 100 Megabit pro Sekunde), werde auch nur über einen entsprechend kürzeren Zeitraum mehr Strom verbraucht, erklärte er. Generell ist Schweighofer der Meinung, dass sich der Stromverbrauch der LTE-Handys deshalb in Grenzen hält – vermutlich bleibt er sogar in etwa auf dem Niveau von HSPA. Auch hier werde der Akku in Grenzbereichen - beispielsweise durch das Umschalten zwischen 2G und 3G während einer Zugfahrt - stärker beansprucht.
Und der Stromverbrauch wird sich seiner Ansicht nach in Zukunft noch verbessern. Denn während im HTC Velocity 4G noch ein Snapdragon-Chip der dritten Generation steckt, der im 45-Nanometer-Verfahren gefertigt wird, komme die nächste Generation in 28 Nanometer und benötige allein deshalb schon weniger Strom. Außerdem werde das Telefonmodul dann auch in den Chipsatz mit Prozessor und Grafikbeschleuniger integriert sein – das spare Platz und sei in der Herstellung günstiger.
Im neuen HTC-Modell stecken ein APQ8060-Prozessor (Applikationsprozessor) ohne Funkmodul und zusätzlich eine LTE-Einheit MDM9200, die Qualcomm zuvor bereits ausgiebig in LTE-Sticks in Europa und den USA testen konnte. Dabei handelt es sich um ein Multi-Mode-Modul, das 2G, 3G und 4G beherrscht – und zwar alle LTE-Frequenzen, die derzeit im Einsatz sind. Käufer des HTC Velocity 4G bei Vodafone müssen daher keine Angst haben, als Beta-Tester missbraucht zu werden.
Qualcomm erwartet von der neuen Technik eine spürbare Verbesserung bei der mobilen Datennutzung. Durch LTE wird mobiles Internet nicht nur für endsprechende 4G-Modelle schneller, sondern durch den Wechsel eines Teils der 3G-Nutzer auf 4G-Frequenzen könnte auch die Auslastung im UMTS-Netz wieder etwas sinken. Schweighofer zeigte sich begeistert von seinen ersten Versuchen mit dem neuen HTC-Gerät. Download-Raten von 10 bis 15 Megabit pro Sekunde seien auf einer ersten Veranstaltung problemlos möglich gewesen, häufig auch deutlich mehr. Bleibe nur noch zu hoffen, dass LTE schon bald flächendeckend verfügbar ist.
Doch auch hier zeigt sich Schweighofer optimistisch. Er habe neben GSM auch schon die Einführung von UMTS live miterlebt – bei LTE gehe Entwicklung und Ausbau des Netzes zumindest gefühlt viel schneller voran als noch vor 10 Jahren bei 3G. Wir werden das im Test des HTC Velocity 4G selbst ausprobieren.
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Klar räumen die Bedenken aus. Schließlich wollen die ja das Gerät an den Mann (die Frau) bringen und da würde es nicht so gut kommen wenn der Akku nur 4 Std. hält.
Man sollte die ersten Tests abwarten um eine endgültige Aussage machen zu können und auch um zu schauen ob der Hersteller recht behält.