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Autor: Rene Melzer | 17.02.2012 - 16:34 | (3)

Studie: Bandbreiten-Bremse trifft künftig immer mehr Handy-Nutzer

Die VNI-Studie des Netzwerkausrüsters Cisco zeigt: Die Bandbreiten-Drosselung in Flatrate-Tarifen für das mobile Internet stoppt weder den Daten-Hunger von Vielnutzern, noch entlastet es wirkungsvoll die Mobilfunknetze. In Zukunft werden aber immer mehr Nutzer die Tempo-Bremse der Mobilfunkbetreiber zu spüren bekommen.

Studie: Bandbreiten-Bremse trifft künftig immer mehr Handy-Nutzer

Handy-Nutzung | (c) Tchibo Mobil

In einer aktuellen Studie prognostiziert der Netzwerkausrüster Cisco eine Zunahme des weltweiten mobilen Datenverkehrs bis zum Jahr 2016 auf über 10 Milliarden Gigabyte pro Monat. Das Wachstum wird durch die Nachfrage nach Smartphones, Tablets und Laptops sowie höhere, zur Verfügung stehende Bandbreiten und neue datenintensive Dienste gespeist.

Gleichzeitig schränken die Netzbetreiber das Flatrate-Prinzip immer weiter ein. Angeblich, weil ansonsten wenige Vielnutzer das Netz bis zum Anschlag belasten würden. Ihrer Aussage nach würde die Bandbreiten-Drosselung ab einem bestimmten Daten-Volumen nur die wenigsten Kunden betreffen. Das mag für heute stimmen, in Zukunft werden aber immer mehr Kunden die Tempo-Bremse zu spüren bekommen, wie die Cisco-Studie aufdeckt.

Zum Einen sorgen neue Übertragungstechniken wie LTE und andere 4G-Formate für ein erhöhtes Datenaufkommen. Der Studie zufolge erzeugt der Nutzer einer 4G-Verbindung zurzeit etwa 28 Mal mehr Datenverkehr als ein 3G-Nutzer. Die höhere Geschwindigkeit ermutige Handynutzer, Applikationen mit hohem Datenverbrauch wie Radio- oder Video-Streaming zu verwenden. Mit der steigenden Verbreitung von Smartphones, die 4G unterstützen, wird sich der Wert in Zukunft angleichen, prognostiziert das Unternehmen. Dennoch schätzen die Forscher, dass 4G-Netze im Jahr 2016 etwa die neunfache Belastung von 3G-Netzen tragen werden müssen.

Anteil der Top 1 Prozent der Vielnutzer am gesamten Datenaufkommen pro Monat | (c) Cisco VNI Mobile 2012

Anteil der Top 1 Prozent der Vielnutzer am gesamten Datenaufkommen pro Monat | (c) Cisco VNI Mobile 2012

Anteil der Top 10 Prozent der Vielnutzer am gesamten Datenaufkommen pro Monat | (c) Cisco VNI Mobile 2012

Anteil der Top 10 Prozent der Vielnutzer am gesamten Datenaufkommen pro Monat | (c) Cisco VNI Mobile 2012

 

Vielnutzer legen stark los, lassen dann aber nach

Zum Anderen nähert sich der monatliche Datenverbrauch von Vielnutzern und dem durchschnittlichen Anwender an, wie eine Untersuchung von 22.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von 22 Monaten ergab. Bei der Cisco-Studie machten die zu den Vielnutzern zählenden Teilnehmer nur 1 Prozent aller Studienteilnehmer aus, übertrugen aber im ersten Nutzungsmonat 52 Prozent des gesamten Traffics - im 21. Nutzungsmonat waren es nur noch 24 Prozent des Gesamt-Traffics.

Bei der Betrachtung der Top 20 stieg der monatliche Datenverbrauch im Untersuchungszeitraum aber dennoch von etwa 8 Gigabyte im Monat auf fast 14 Gigabyte. Grund dafür ist der massive Anstieg des Datenverbrauchs bei den durchschnittlichen Anwendern. Während er bei den 1 Prozent der stärksten Vielnutzer nur um 37 Prozent zunahm, konnte Cisco bei den oberen 20 Prozent bereits eine Verdoppelung im Untersuchungszeitraum feststellen.

1 Prozent der Nutzer konsumieren 5 Gigabyte pro Monat, 3 Prozent über 2 Gigabyte | (c) Cisco VNI Mobile 2012

1 Prozent der Nutzer konsumieren mehr als 5 Gigabyte pro Monat, 3 Prozent über 2 Gigabyte | (c) Cisco VNI Mobile 2012

Trend zu stärkerer Nutzung des mobilen Internets

Cisco hat hier zwar keine Zukunftsprognose gestellt, aber der Trend zu einer stärkeren Nutzung mobiler Datennetze ist deutlich erkennbar. Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich um eine weltweite Studie handelt, die auch Länder und Regionen einbezieht, deren Netze weit weniger gut ausgebaut sind als in Europa und Nordamerika. Es ist also absehbar, dass in Zukunft immer mehr Nutzer die Datendrosselung der Netzbetreiber deutlich häufiger zu spüren bekommen.

Die Telekom hat diesen Trend bereits erkannt und ein Geschäft daraus gemacht. Sie bietet ihren Nutzern seit Kurzem die Option SpeedOn an, mit der sie gegen Aufpreis die Tempo-Bremse wieder lösen können, die nach dem Überschreiten eines bestimmten Datenvolumens in Kraft tritt.

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Quelle: Cisco
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Kommentare
  1. 19.02.12 13:35 Flexo (Member)

    sehe ich genauso.

    Zudem ist Deutschland um ein vielfaches größer und "bietet" mehr Vielfalt in fast allen Bereichen (Geographie, Events etc.)

    Und davon hängt meiner Meinung nach auch das Nutzerverhalten ab.

  2. 18.02.12 13:45 Jazz2 (Newcomer)

    Naja aber wie kann man das Netz von Deutschland und Österreich vergleichen?! Ich mein in Österreich hat es weniger Einwohner als in Deutschland, ergo ist die Netzauslastung nicht so stark wie bei uns. Was bedeutet das wiederum mehr Resourcen im Netz zu verfügung stehen. :D

  3. 18.02.12 07:57 SonyEricsson4Ever (Handy Profi)

    gut dass wir in österreich so gute tarife haben... drosselung erst ab bis zu 25 GB

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