Die Diskussion um die iPhone-App Girls Around Me zeigt, wie wichtig der sorgsame Umgang mit den eigenen Daten in sozialen Netzwerken ist. Wer allzu freigiebig mit seinen Angaben ist, kann leicht ausspioniert und sogar von Fremden belästigt werden. Ein reißerischer Blogeintrag hat jetzt dafür gesorgt, dass die App nicht mehr im iTunes AppStore zu finden ist.
Website-Motiv von Girls Around Me | (c) Anbieter / Areamobile
Girls Around Me sammelt öffentlich zugängliche Daten aus den sozialen Netzwerken Foursquare und Facebook sowie aus dem Kartendienst Google Maps, führt diese zusammen und zeigt dem Nutzer an, wo sich welche Frau bzw. welcher Mann gerade befindet. Bei Personen, die Foursquare zur Standort-Bekanntgebe nutzen und auf Facebook viel von sich preisgeben, erfahren die Nutzer der iPhone-App unter Umständen viele private Informationen, die sie später zur Kontaktaufnahme oder sogar auf missbräuchliche Weise verwenden können. Die Idee hinter Girls Around Me steckt schon im Namen: Männer sollen Frauen in ihrer Nähe und Zugang zu ihnen finden können - davon zeugt auch die Aufmachung der Website für die App, auch wenn mit dieser alternativ die gezielte Suche nach Männern in der Umngebung möglich ist.
Ein Beitrag auf dem Blog Cult of Mac hat dafür gesorgt, dass diese App nicht mehr iTunes AppStore von Apple zum Download auf das iPhone bereitsteht. Cult of Mac hatte darin den theoretischen Fall beschrieben, dass eine Frau ihre persönlichen Informationen ohne jegliche Schutz-Vorkehrungen frei im Internet veröffentlicht, und aufgezeigt, welche Folgen dies haben könne, wenn Fremde in böser Absicht diese Daten nutzten. Als Reaktion auf den Blogbeitrag sperrte Foursquare an diesem Wochenende den App-Entwicklern i-Free den API-Zugang, da die App gegen die Richtlinien von Foursquare zur API-Nutzung verstoße.
Da sich die iPhone-App somit nicht mehr sinngemäß nutzen lässt, haben die Entwickler selbst sie aus dem iTunes AppStore entfernt. In einer im Wall Street Journal nachzulesenden Erklärung beteuern sie, die App sei eine Art Schaufenster, in das man beim Vorbeigehen an Veranstaltungsorten hineinschaue, und es würden lediglich frei zugängliche Informationen genutzt. Andere mobile Apps wie Ban.jo oder Sonar würden in einem größeren Umfang standortbezogene Daten über Schnittstellen von sozialen Netzwerken beziehen.
Wie auch immer die Intention von Entwicklern oder Nutzern der App gewesen ist, eines hat die Diskussion um Girls Around Me auf jeden Fall bewirkt: Sie ruft den Nutzern sozialer Netzwerke wie Facebook oder Foursquare ins Bewusstsein, wie wichtig es ist, die Schutzmöglichkeiten der Privatsphäre zu beachten.
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