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Autor: Björn Brodersen 19.04.2012 - 15:29 | (42)

Nokia Quartalszahlen: "Für Nokia ist die Zeit der Ausreden vorbei"

Trotz des Schwenks auf die Microsoft-Plattform Windows Phone kommt Nokias Smartphone-Geschäft nicht so richtig auf Touren. Jetzt kämpft der finnische Handy-Hersteller auch mit Problemen beim Absatz von herkömmlichen Handys. Im ersten Quartal 2012 hat Nokia einen gewaltigen Verlust von 929 Millionen Euro eingefahren.

Nokia Quartalszahlen:

Nokia Windows Phone | (c) Hersteller

Von Anfang Januar bis Ende März 2012 hat Nokia nach eigenen Angaben rund 11,9 Millionen Smartphones verkauft - weniger als die Hälfte der Anzahl der im ersten Quartal 2011 ausgelieferten Smartphones, im vierten Quartal 2011 waren es noch 19,6 Millionen. Auch die Absatzzahlen bei herkömmlichen Handys sind inzwischen rückläufig: Im ersten Quartal lieferte Nokia rund 70,8 Millionen Handys aus, im Vorjahreszeitraum waren es 84,3 Millionen, im vierten Quartal 2011 sogar noch 93,9 Millionen. Im Jahresvergleich verkaufte Nokia im ersten Quartal dieses Jahres 24 Prozent weniger Mobiltelefone. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Verkaufspreis eines Mobiltelefons um 22 Prozent auf 51 Euro ab.

24-Stunden-Verlauf der Nokia-Aktie | (c) Wallstreet-Online

24-Stunden-Verlauf der Nokia-Aktie | (c) Wallstreet-Online

Vor allem in China und Indien setzt die Konkurrenz von chinesischen Herstellern stark zu, erklären die Analysten von Informa Telecoms & Media. Mobilfunkbetreiber in diesen Ländern würden vermehrt ihre eigenen Handy-Marken vermarkten und größere Flexibilität von ihren OEM-Partnern verlangen. Die Finnen selbst müssen auch zugeben, dass sich die Windows Phones der Lumia-Reihe bislang nicht überall so gut verkaufen wie erwünscht. "Die aktuellen Verkaufsergebnisse fallen gemischt aus. Wir haben in manchen Märkten wie den USA die Erwartungen übertroffen, aber in anderen Märkten wie beispielsweise Großbritannien keinen Schwung entwickeln können", sagt Nokia-Chef Stephen Elop.

Nokia Lumia 900: Jetzt auch ohne LTE | (c) Hersteller

Nokia Lumia 900: Jetzt auch ohne LTE | (c) Hersteller

Neben dem Lumia 800 und dem Lumia 710 hat der Hersteller mit dem Flaggschiff-Modell Lumia 900 in den USA sein drittes Windows Phone in den Handel gebracht. Der Verkauf des Low-End-Geräts Lumia 610 beginnt in der letzten Aprilwoche auf den Philippinen und kurz danach in China, Indonesien, Malaysia und Vietnam. Noch sind die bisherigen Absatzzahlen des Lumia 900 in den USA nicht aussagekräftig, befindet Informa Telecoms & Media, doch mit einem breiter aufgestellten Portfolio von vier Windows Phones sei die Zeit der Ausreden für Nokia vorbei. Der Hersteller müsse sein Marketing-Budget erhöhen und die Mobilfunkbetreiber bei der Schulung für den Verkauf von Lumia-Smartphones unterstützen. Zudem sei der Plattform-Betreiber Microsoft gefordert, der dem vergleichsweise jungen Betriebssystem weiter kräftigen Anschub geben muss - ansonsten würden die Smartphone-Nutzer auf die kommende OS-Version Windows Phone 8 warten.

Die Analysten befürchten, dass Nokia aufgrund der jüngsten Verluste seine Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnte. Im ersten Quartal 2012 hat der finnische Hersteller einen Verlust von 929 Millionen Euro eingefahren, der Umsatz sackte im gleichen Zeitraum um 29,3 Prozent auf 7,35 Milliarden Euro ab.

Quelle: Pressemitteilungen
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Kommentare
  1. 20.04.12 11:46 Yttrium90 (Gast)

    Interessanterweise sind es immer die Nerds in den Foren, die ach so beeinträchtigt von den Unzulänglichkeiten diverser Geräte sind.
    In unserem Unternehmen besitzen in meinem nahen Umfeld 2 Personen das Lumia 800 - beide begeistert.

  2. 20.04.12 11:32 netmobile (Gast)

    @hh: weil ich neugirieg war..und ich den MIX Nokia MS selbst testen wollte...nicht was andere schreiben oder verlauten...und weil ich eigentlich auch eine Chance sah für Nokia...aber diese ständige Unruhe, fix da fix dort...dann muss man das im Hintergund als Firmenmobiles austesten...so kann man das nicht auf den Markt bringen...das haut nur noch mehr runter...und so ist es ja auch gekommen.

  3. 20.04.12 11:02 handyhacho (Advanced Handy Profi)

    Sorry Bocadillo, aber jetzt muss ich doch noch mal etwas zu Deinen Kommentaren sagen. Du behauptest also folgendes:

    "Indem man Symbian aufgibt verliert man erstmal viele Kunden "
    Viel verliert man da nicht aebr egal. Die Entwickler sind schon seit Jahren bei Symbian in Exodusstimmung und hier kann WP7 nur helfen


    "RIM und Nokia besitzen zusammen derzeit (noch) ca. 25 Prozent Marktanteil, Tendenz fallend.
    Aber diesen Marktanteil gilt es zu verteidigen."
    Es gilt nicht primär Marktanteil zu halten , sondern erstmal wieder in dei Gewinnzone zu kommen und nicht weiter sinnlos Liquidität zu verbraten.

    In einem anderen Thread hast Du auf meinen Vorschlag, das Nokia N9 doch einfach genau wie das N950 weltweit anzubieten, ohne großes Marketing, nur um einfach auf Stückzahlen und hohe Verkäufe zu kommen, behauptet, dass es für Nokia derzeit nicht wichtig sei, einfach nur Geräte zu verkaufen, denn sie müssten zunächst einmal vollständig auf Windows umsteigen, und das würde eben Geld kosten.
    Findest Du nicht, Du widersprichst Dir selber?
    Zusammengefasst sagst Du also, dass trotz verhältnismässig hohem Marktanteil von Symbian keine Kunden verloren gingen, wenn man die Platform sterben lässt, dass es auch überhaupt nicht nötig sei, Marktanteile zu halten, dass das Vorenthalten von einem guten Produkt wie dem N9 von den wichtigen Märkten richtig sei da man es derzeit nicht nötig hätte, hohe Stückzahlen zu erreichen und man nämlich nur die Firma wieder in die Gewinnzone bringen muss und dann kann man weiter sehen - also kurz:
    Marktanteil, alte Kunden und Geräteangebot und -verkauf sind egal, das einzig Wichtige ist es Gewinn zu machen.
    Ist klar, sehe schon :)

    Netmobile:
    Warum hast Du das Lumia überhaupt gekauft, wenn Du doch in Internetforen liest? Die WP7-Probleme, insbesondere des Lumias, sind doch seit dem Marktstart des Gerätes bekannt... Verstehe ich nicht.

  4. 20.04.12 10:59 Laborant (Expert Handy Profi)

    Nunja... es liegt mir fern, die bescheidene Hardwareausstattung des Lumia800 (welche etwa auf dem Stand der ersten WinPhones ist) grossartig in Schutz zu nehmen...

    Aber auch wenn Nokia schon im Herbst 2010 mit der Entwicklung des Gerätes begann und erst im Februar 2011 bekannt gab, dass sie daran werkeln, ist es doch eine Beachtliche Leistung innerhalb eines Jahres ein Handy zu entwerfen, mit dessen Hardware man keine Erfahrung hat.

  5. 20.04.12 10:53 bocadillo (Gesperrt)

    ach netmobile

    "...ist genau so Verantwortungslos gegenüber den Kunden und den Mitarbeitern...da muss man sein Haus sauber halten, wenn man PREMIUMHERSTELLER sein will."
    Bei diesen Produktzyklen geht es halt nicht andres- da haben alle gewisse Bugs die manechn nichtmal auffallen.

  6. 20.04.12 10:37 netmobile (Gast)

    was andere Hersteller machen...ist genau so Verantwortungslos gegenüber den Kunden und den Mitarbeitern...da muss man sein Haus sauber halten, wenn man PREMIUMHERSTELLER sein will.

    Vor allem kann mann dann nicht ständig so auf die "...." hauen, wenn man nicht liefern kann...und erst recht nicht wenn mann doch so super INNOVATIV ist und dann noch nicht mal was mit einer Neuentwicklung herausbekommt was zumindest mal an ein N8 ranreichen würde... und darum sind das für mich "Großfeldversuche", die der Kunde sehr wohl bezahlt für ein in meinen Augen unfertiges Produkt. SW und HW und deren gegenseitige Abstimmung...gerade bei der großmundigen Kooperation und Anpassungsmöglichkeit. Bei dem nun wirklich langjährigem Fachpersonal.

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