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Autor: Björn Brodersen 24.05.2012 - 16:37 | (3)

App-Tests: Viele Smartphone-Apps geben ungefragt Nutzerdaten preis

Viele Smartphone-Apps geben ungefragt persönliche Daten des Nutzers preis. Das haben unabhängig voneinander aktuelle Tests des NDR-Medienmagazins Zapp und der Stiftung Warentest ergeben. Die Daten werden in der Regel für Werbezwecke verwendet.

App-Tests:Viele Smartphone-Apps geben ungefragt Nutzerdaten preis

Smartphone-Plattformen | (c) Hersteller / Areamobile

Das Medienmagazin Zapp hat 100 kostenfrei erhältliche iPhone- und iPad-Apps von Rundfunksendern und Verlagen auf ihre Datensicherheit hin untersucht. Unter den ausgewählten iOS-Apps befinden sich lediglich 40 Applikationen, die keine persönlichen Daten des Smartphone- oder Tablet-Nutzer an Dritte weiterleiten. Die anderen Anwendungen von öffentlich-rechtlichen Radios, privaten Fernsehsendern und Verlagen übertragen den Recherchen des NDR Merkmale, die bestimmte Verbindungen zum Nutzer zulassen können, oder auch eindeutige Merkmale wie etwa die UDID (Unique Device Identifier) oder die Kennung des Geräts, aus der sich häufig der Name des Nutzers schließen lasse. In der Regel geschieht dies bei den betreffenden Apps, ohne dass der iPhone- oder iPad-Nutzer über die Datenweitergabe befragt und ihr zugestimmt hat.

Datenweitergabe durch Medien-Apps | (c NDR Zapp

Datenweitergabe durch Medien-Apps | (c NDR Zapp

Laut Zapp befinden sich unter den Anwendungen, die eindeutige Identifikatoren an Dritte übertragen, auch Radio-Apps von öffentlich-rechtlichen Sendern wie NDR, WDR und BR: In diesen Fällen gehen die Daten an den App-Entwickler Tobit. Die Radio-App des Saarländischen Rundfunks übermittle die UDID nicht nur an die Entwicklerfirma, sondern über einen Referrer auch an Facebook - zumindest die Datenweitergabe an das soziale Netzwerk will der SR jetzt unterbinden. Bei Anwendungen wie der ARD-Tagesschau-App oder der ZDF-Mediathek-App erfolge jedoch keine unbemerkte Übermittlung von Nutzerdaten. Auf der eigenen Webseite hat das Medienmagazin eine Übersicht über alle untersuchten Apps mit einer kurzen Bewertung veröffentlicht.

IT-Experten erklären im Beitrag, dass mit der UDID das jeweilige iPhone oder iPad jeweils eindeutig identifiziert werden kann. Aus dem Gerätenamen lasse sich zudem häufig der Nutzername ablesen. Die Daten werden von IT- oder Marketingfirmen dazu verwendet, um personalisierte Werbung auszuliefern. Im August 2011 hatte Apple angekündigt, Anwendungen, die auf die UDID zugreifen, nicht mehr im iTunes AppStore zuzulassen.

Stiftung Warentest untersucht 63 Smartphone-Apps

Die Stiftung Warentest hat hingegen 63 Apps für Smartphone auf ihre Datensicherheit getestet. Ergebnis: Von den 63 Apps bewertet die Stiftung Warentest neun als "sehr kritisch", 28 als "kritisch" sowie 26 als "unkritisch". Apps wie Clever tanken oder die Navigations-App von ALK sendeten Benutzernamen und Passwörter unverschlüsselt. Wer stets dasselbe Passwort und ein ungesichertes WLan nutzt, gefährde so Online-Banking und E-Mail-Postfach, erklären die Tester. Die Apps Foodspotting, Gowalla, Whatsapp und Yelp würden Teile des Adressbuchs übertragen, ohne vorab die Zustimmung des Nutzers einzuholen. Andere Apps sendeten den Standort, den Mobilfunkanbieter, die Benutzungsstatisik und die Geräteerkennung oder sie kommunizierten mit Servern von Fremdfirmen.

Laut Stiftung Warentest gehen die Informationen häufig an Datensammler wie Flurry, Localytics und Mobclix. Diese Firmen analysierten und verknüpften die Daten und generierten daraus Kundenprofile, die auch für individuelle Werbung genutzt werden. Dass es auch andes geht, zeigten unkritischen Apps wie die von YouTube, Wikipedia Mobile, Mahjong oder der Sportschau. Veröffentlicht sind die detaillierten Ergebnisse in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Test.

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Kommentare
  1. 24.05.12 21:33 homeend (Handy Profi)

    Schau auf den Autor, dann weißt Du warum. ;-)

  2. 24.05.12 20:35 WP7-Omnia7 (Handy Profi)

    Meine Daten gesammelt von einer ---> Radio-App weiter an ---> Facebook --->weiter an einen --->Dritten (Facebook=Daten preisgeben). Willkommen 2012. Manchmal wäre ich echt froh, wenn wir noch mit proprietären Betriebssystemen leben würden.

  3. 24.05.12 20:20 the_snap_dragon (Advanced Member)

    seltsam, gehts mal um "negativschlagzeilen" die iOS-apps betreffen von denen hier geschrieben wird kommt kein einziges i-Wort in der überschrift vor, aber ansonsten liest man in jedem header von artikeln die nicht mal im entferntesten was mit apple zu tun haben iPhone, Apple-Technik, etc. (siehe: XY-Display kommt mit iPhone-Auflösung, usw.)

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