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Autor: Rene Melzer | 19.06.2012 - 08:34 | (17)

Mobilfunk: Netzbetreiber speichern rechtswidrig Standort- und Verbindungsdaten

Die Vorratsdatenspeicherung ist zwar seit März 2010 vom Tisch, doch die Netzbetreiber protokollieren weiterhin fleißig wer mit wem telefoniert, wo er das tut und zu welchem Zeitpunkt. Die Daten werden selbst bei Pauschaltarifen, sogenannten Flatrates, bei Anrufen zu kostenfreien Rufnummern und bei erfolglosen Verbindungsversuchen erhoben. Sie halten auch fest, wer wann von wem angerufen wird.

Mobilfunk: Netzbetreiber speichern rechtswidrig Standort- und Verbindungsdaten

Netzbetreiber speichern Ortsdaten bei Telefonanrufen | (c) IZMF

Eine jetzt von der AK Vorrat veröffentlichte Erhebung der Bundesnetzagentur vom Januar bis März 2011 ergab, dass die Standortdaten von Vodafone bis zu 210 Tage speichert, The Phone House bis zu 120 Tage, Drillisch und SIMply bis zu 92 Tage, E-Plus 80 Tage und die Telekom 30 Tage. Lediglich der Anbieter Ewetel führt keine Speicherung durch.

Die Telekom rechtfertigt die Datenspeicherung mit dem Argument, sie verwende die Bewegungsprotokolle zur Überprüfung der Plausibilität von Einwendungen gegen Rechnungen. Nach Vorgaben der Bundesnetzagentur ist die Speicherung des Aufenthaltsortes "nur [...] bei stardortabhängigem Tarif zulässig" - also nur, wenn zum Beispiel eine Homezone Teil des Tarifes ist. Die Telekommunikationsbranche hat diese Vorgabe bislang nicht umgesetzt, kritisiert die AK Vorrat.

Außerdem halten die Mobilfunkanbieter fest, wer wann von wem angerufen wurde, obwohl für eingehende Gespräche normalerweise keine Gebühren anfallen. Bei selbst getätigten Anrufen oder verschickten Kurznachrichten (ausgehende Verbindungen), werden die Daten auch dann gespeichert, wenn der Kunde einen Pauschaltarif (Flatrate) nutzt oder der Verbindungsversuch erfolglos ist. Hinzu kommen Informationen über das verwendete Telefon.

Vodafone ist hier mit bis zu 210 Tagen ebenfalls Spitzenreiter, gefolgt von EWETEL (180 Tage), The Phone House (120 Tage), Drillisch/SIMply (92 Tage), E-Plus (80 Tage) und der Telekom (30 Tage). Auch vor Anrufen zu kostenfreien Rufnummern machen die Anbieter nicht halt. Selbst die von der Telekom angebotene "sofortige Löschung" der Verbindungsdaten erfolgt in Wahrheit erst nach 3-7 Tagen.

Die Bundesnetzagentur hat mittlerweile auf die Anzeige des AK Vorrat reagiert und bereitet einen Leitfaden vor, der erstmals konkret festlegen soll, in welchen Fällen und wie lange die Anbieter welche Kommunikationsdaten speichern dürfen. Außerdem wurden erste Mobilfunkanbieter abgemahnt.

Quelle: AK Vorrat via ZDNet
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Kommentare
  1. 20.06.12 00:59 Peerex (Handy Profi)

    Wenn es rein um Gesprächsdaten, SMS, mms etc geht kann es deutlich länger nachvollzogen werden als 80 tage ;-)

  2. 19.06.12 17:38 Ponyslayer (Advanced Member)

    So hier der besagte Bericht, hat sogar schon mehr auf dem Buckel als ich dachte.

    http://www.golem.de/1005/75176.html

  3. 19.06.12 15:08 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    Ist wirklich ärgerlich, aber keine wirkliche Überraschung. Am Ende sind sie doch alle gleich. Daten sind halt wertvoll.

  4. 19.06.12 13:40 IM Carlos (Advanced Member)

    @Ponyslayer: Naja vom Prinziup her müßte Google ja nur selber auf die Suchwort-Datenbank des Addon-Anbieters zugreifen udn diese Anfragen rausfiltern ...
    Ich geb mich auch nicht der Illusion hin, das "garnix" mehr geht für Google und Amazon. Und mit genügend Paranoia würd cih wohl auf TOR setzen. Aber wenn man mit diesen Addons unter dem Radar fliegt (d.h. dem Normaluser nicht bekannt) sieht sich google eben nicht genötigt etwas dagegen, wie oben beschrieben zu unternehmen. Von daher: ach wie gut das niemand weis ... ;-)

    Den Bericht würd ich schon gern lesen. Link am besten per PN. Dank schon mal im Vorraus.

  5. 19.06.12 12:17 Ponyslayer (Advanced Member)

    @ IM Carlos
    Das Installieren solcher Addons führt allerdings dann dazu, dass man eben eine Signatur anhand der installierten Addons erstellen kann. Ich glaube den passenden Artikel auf Golem gelesen zu haben. Wenn ich zuhause bin kann ich ihn gern suchen und nachreichen ;)

  6. 19.06.12 12:04 pLeXigLaS (Advanced Member)

    -->"Zum Thema gläserner Kunde: es gibt selbst für Chrome "track me not"-Plugins die zumindest das Glas etwas trüben mit Fake anfragen.
    Dazu dan bekanntes wie AD-Blocker oder Script-Verhinderer ala Ghostify und schon ist man selbst mit Standardsoftware nciht mehr so gläsern. Alternativ gibt es noch immer umwege über TOR oder andere Umwege, die irgendwann das Datamining unrentabel bis unmöglich machen."

    Nicht jeder Standaruser weiß dies oder macht sich die Mühe. Das ist noch nicht so normal wie nen Virenscanner zu installieren :-)

    Ich glaube das muss jemand anderes regeln ...

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