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Autor: Rene Melzer | 19.06.2012 - 15:10 | (26)

Microsoft Surface: Werden die Microsoft-Tablets iPad-Killer oder Rohrkrepierer?

Microsoft hat erstmals eigene Tablets vorgestellt, die Modelle Surface für Windows RT und Surface für Windows 8 Pro. Das Unternehmen positioniert sich damit klar als Angreifer des iPad von Apple. Wir haben deshalb die technische Ausstattung der beiden Kontrahenten verglichen. Der Vergleich zeigt auch, die Surface-Tablets drängen sich noch in andere Bereiche.

Microsoft Surface: Werden die Microsoft-Tablets iPad-Killer oder Rohrkrepierer?

Microsoft Surface für Windows gegen Apple iPad | (c) Microsoft / Apple

Microsoft machte während der Vorstellung seiner Surface-Tablets klar, dass die Geräte vor allem als Grundlage für das neue Betriebssystem Windows 8 gedacht sind. Die Entscheidung, eigene Hardware für die Plattform zu entwickeln und zu verkaufen, ist dennoch ungewöhnlich für den Software-Riesen. Zumal sich das Unternehmen in der Vergangenheit mit seinen Produkten nicht gerade mit Ruhm bekleckerte. Man erinnere sich nur an die Flop-Handys Kin One und Kin Two oder den mittlerweile eingestampften Zune Player. Einzig die Spielekonsole Xbox konnte dauerhafte Erfolge verzeichnen.

Was treibt das Unternehmen also dazu wieder einen Versuch mit integrierter Hard- und Software zu starten? Der Verdacht liegt nahe, dass es der derzeitige Innovationsführer Apple ist, der eben jenes Konzept von Integration seit Jahren lebt. Auch die Präsentation deutete stark auf den Konkurrenten und dessen iPad. Nicht zuletzt durch das Zubehör, das sich wie das Smart Cover beim iPad magnetisch an den Surface-Tablets befestigen lässt. Wir haben deshalb überprüft, ob sich die Surface-Tablets von Microsoft mit dem Kultbrett der Kalifornier messen können.

iPad 2 iPad 3 Surface Windows RT Surface Windows 8 Pro
Gewicht 613 Gramm 662 Gramm 676 Gramm 903 Gramm
Tiefe 8,8 mm 9,4 mm 9,3 mm 13,5 mm
Displaygröße 9,7 Zoll 9,7 Zoll 10,6 Zoll 10,6 Zoll
Display-Auflösung 1024x768 Pixel 2048x1536 Pixel 1366x768 Pixel 1920x1080 Pixel
Chipsatz Apple A5 Dual-Core-Prozessor, 1 GHz, 512 MB RAM Apple A5X Dual-Core-Prozessor, 1 GHz, 1 GB RAM Nvidia Tegra, ? Intel Ivy Bridge, ?
Akku 25 Wh 42,5 Wh 31,5 Wh 42 Wh
Speicher 16/32/64 GB 16/32/64 GB 32/64 GB 64/128 GB
SD-Slot nein nein microSDHC microSDXC
USB-Anschluss nein nein ja USB 3.0
Wlan 802.11 b/g/n 802.11 b/g/n ja ja
Bluetooth 2.1+EDR 4.0 ? ?
HSPA nur iPad 2 Wifi + 3G nur iPad Wifi + Cellular ? ?
GPS nur iPad 3 Wifi + 3G nur iPad Wifi + Cellular ? ?
Kamera Rückseite: 0,7 MP / Front: 0,3 MP Rückseite: 5 MP / Front: 0,3 MP ja, Front- / Rückseite ja, Front- / Rückseite
Ausgänge Kopfhörer, Dock-Connector Kopfhörer, Dock-Connector Kopfhörer, Micro-HDMI Kopfhörer, Mini-DisplayPort
Sensoren Licht, Beschleunigung, Dig. Kompass, Gyroskop Licht, Beschleunigung, Dig. Kompass, Gyroskop ? ?

Technisch können sich die Surface-Tablets von Microsoft durchaus mit dem iPad 2 und neuen iPad (3. Generation) messen. Zwar fehlen Highlights wie ein Display mit einer Auflösung von über 3 Millionen Pixel oder eine Tiefe von gerade einmal 8,8 Millimeter wie bei den Apple-Produkten, dafür punkten die Microsoft-Modelle mit der Möglichkeit, den internen Speicher zu erweitern und Verbindungsstandards wie HDMI oder DisplayPort. Bei der Akku-Kapazität sind die Microsoft-Tablets mit den iPads gleichauf. Ob Windows 8 und die verbaute Technik die zur Verfügung stehende Energiemenge ebenso effizient einsetzen werden wie der Chipsatz und das System von Apple, kann nur ein späterer Test ergeben.

Die technische Ausstattung ist jedoch nicht alles, wie der ausbleibende Erfolg der Android-Tablets zeigt. Bisher schaffte nur Amazon mit seinem Multimedia-Modell Kindle Fire - zumindest kurzzeitig - nennenswerte Verkaufserfolge. Und das auch nur wegen des stark durch den Online-Händler subventionierten Preises und des umfassenden Konsumangebotes. Andere Anbieter, die die Strategie verfolgten, zum iPad-Preis bessere Android-Tablets zu verkaufen, konnten dagegen bei den Verbrauchern  kaum damit punkten.

Microsoft hat allerdings den Vorteil, mit seinem Betriebssystem Windows schon seit langem in Unternehmen präsent zu sein. Die Surface-Tablets dürften sich im Gegensatz zum iPad ebenfalls nahtlos in die Unternehmensstruktur integrieren lassen. Dass vor allem dieses Segment im Fokus steht, zeigen unter anderem die als Zubehör angebotenen Tastaturen Touch Cover und Type Cover, die sich vornehmlich an Geschäftskunden richten. Damit tritt der Software-Konzern aber auch gegen die Ultrabooks von Intel und dessen Partnern an, die Windows 8 und dessen native Touchscreen-Unterstützung als Chance für die Einführung neuer Formaktoren sehen, wie die Neuvorstellungen auf der taiwanischen Elektronikmesse Computex zeigte.

Fazit

Microsoft hat mit seinen Surface-Tablets augenscheinlich das iPad von Apple im Visier. Der Software-Konzern präsentiert seine Modelle aber vor allem als iPad-Alternative für Geschäftskunden und drängt damit in eine Nische, in der sich bereits die Hersteller von Ultrabooks positioniert haben.

Weitere Informationen:

Quelle: Areamobile
Microsoft Surface

Was meint ihr: Werden die Microsoft-Tablets iPad-Killer oder Rohrkrepierer?

  • iPad-Killer
    34.69%
  • Rohrkrepierer
    18.65%
  • Irgendetwas dazwischen
    46.66%
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Kommentare
  1. 20.06.12 17:47 stephanwiw (Member)

    @scout14:
    Ich denke du hast das System einfach nicht verstanden! Das Surface Pro kombiniert einfach mehrere Geräteklassen: Notebook, Tabelt, Subnotebook wird zu einem Gerät. Je nachdem, wie ich es gerade verwenden will schließe ich es an eine Dockingstation an, oder nutze die Smart-Hülle oder eben nur den Touchscreen. Und ein Konzept wie beim Asus (?) Transformer wird es auch früher oder später geben. 1 Gerät, das all die Funktionen der oben genannten Klassen kombiniert! Mobiles Spielen? Kein Problem! Mobiles Arbeiten? Kein Problem! Sofa-Surfing? Kein Problem! Büroarbeit? Kein Problem! Richtiges Spielen? Kein Problem!

    Da die meisten Firmen ihren Mitarbeitern eh anstelle eines Desktoprechners ein Notebook geben, kann bei Neuanschaffung OHNE Mehrkosten mehrere Geräte ersetzt werden! Das ist endlich eine perfekte Lösung! Bei jeder Firma, bei der ich gearbeitet habe, egal als Praktikant oder Mitarbeiter sowie jede Firma, welche ich als Kunde besucht habe verwendet noch Desktoprechner... Eine Ausnahme natürlich: CAD-Workstations... Alle anderen Bereiche ersetzt das Notebook!

    Wenn du das nicht verstehst, kann ich dir leider nicht helfen!

  2. 20.06.12 14:57 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    [Bocadillo]
    > "Ich glaub du hast keine Ahnung davon was ich meine oder was diese Außendienstler machen."
    Ich glaube das ist nicht das Problem, ich glaube nur, dass du keine Ahnung hast was die IT macht und wie deren bedürfnisse aussehen. Für den Außendienstler ist es doch nicht wichtig welches Betriebssystem auf dem Tablet läuft mit dem er seine PDFs zeigt.


    > "Da steht keine große " it" Abteilung dahinter - die ist für diese unternehmen
    > sinnfrei wenn es um die außendienstlergeräte geht."
    Und wer kümmert sich dann um die Geräte, wenn es keine IT-Abteilung gibt? Vielleicht ist das bei deiner Firma so, vielleicht ist die auch so klein, dass die keine IT-Abteilung braucht, aber die Masse kaufen große Firmen und die haben solche Abteilungen und die haben auch nicht selten eine sehr strikte IT-Security Politik. Bei uns gibt es derzeit riesen Probleme mit dem iPad, weil darauf wohl Verschlüsselung der Daten nicht ganz so groß geschrieben wird wie nötig.


    > "Das sind ganz autarke Geräte die nur die primäre emailadresse eint.
    > Wir haben mittlerweile ca. 15 iPads im
    Genau das ist das Problem, das ich gemeint habe.
    Und was sind schon 15 iPads. Das ist ein Fliegenschiss. Schon klar, dass man bei so einer kleinen Firma nicht so strikt sein kann, aber bei Konzernen sieht die Sache anders aus. Was meinst du, was los ist, wenn bei uns einer ein iPad mit Konstruktionsdaten mit nach China nehmen will? Da kann man nicht einfach ein iPad im Laden kaufen und in Standard-Konfiguration nutzen.
    Die meisten die bei uns iPads nutzen sind Manager, die haben sensible Daten und Mails auf den Geräten, da gibts halt nun mal andere Anforderungen, die du nicht sehen willst.

  3. 20.06.12 14:09 Scout14 (Member)
    seid doch mal realistisch

    Außendienstmitarbeiter oder solche welche irgendwelche Präsentationen machen etc. wie viel % sind das im Unternehmen...?
    lass es mal zwischen 5% & 10 % sein.

    Außerdem werden die Dinge heutzutage immer noch zu 90% auf Beamer gezeigt & nicht auf dem Gerät selbst. Demzufolge stattet man diese Usergruppe eigentlich auch mit eher kleineren Geräten aus als mit Großen.

    Des weiteren ist es eher eine Seltenheit, dass ein Unternehmen einen Mitarbeiter mit mehr als ein Mobilphone & ein Rechner ausstattet.
    Ab & zu kommen noch weitere Gimmicks hinzu (Tablet etc.) jedoch ist das eher die Ausnahme & betrifft eher einen kleinen Nutzerkreis als die große Käuferschicht.
    Zumindest werden diese paar %-te das Gerät nicht gerade in die Gewinnspanne bringen.

    Das Problem ist, wie wird Windows es schaffen, Ihr Gerät im breiten Markt zu positionieren & die große Anzahl der Käufer anzusprechen.
    Ein Gerät was nebenbei noch viel administrative Betreuung benötigt, für den Ottonormal-User, welcher davon kaum Ahnung hat.

    Die Einfachheit der Bedienung, der Pflege & den Preis werden das Überleben des Gerätes bestimmen.

    Leider konnte MS (als klassischer Softwarehersteller) bisher mit Hardware nicht so überzeugen.
    & Schön ist was anderes ...!

  4. 20.06.12 12:31 bocadillo (Professional Handy Master)

    Pf

    Ich glaub du hast keine Ahnung davon was ich meine oder was diese Außendienstler machen.

    Da steht keine große " it" Abteilung dahinter - die ist für diese unternehmen sinnfrei wenn es um die außendienstlergeräte geht.

    Das sind ganz autarke Geräte die nur die primäre emailadresse eint.

    Wir haben mittlerweile ca. 15 iPads im Einsatz ( ich hab noch nichtmal eins)- und alle warten die Außendienstler schön selber.

    DAs Thema zentraler it für dezentral operierende Mitarbeiter ist nur an einer kleinen stelle sinnvoll .

  5. 20.06.12 12:14 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    Ja, und genau auf diese Außendienstler zielt das System ja ab. Schließlich können die Firmen Windows-Tablet viel einfacher in ihre IT integrieren als iPads und damit kann man auch sehr gut Datenblätter etc. zeigen.

  6. 20.06.12 12:06 bocadillo (Professional Handy Master)

    Jungs...

    es ist ja interessant wie ihr Firmen , deren Equipment etc bewertet. Natürlich gibt es viele Leute mit dieser Ausstattung ( Notebook und samnrtphone).

    Noch viel größer ist aber die Heerschar der Außendienstler, Vertriebler, Produkttechniker da draußen die für ihre Arbeit nicht wirklich ein Notebook brauchen, sondern einfach ein größeres Display zum präsentieren doer Dingen wie Bauzeichnungen ezc pp.

    Die wenigsten habe solche Jobs wie ihr sie hier als selöbstverständlich darstellt. Unsere Unternehmensgruppe hat ca. 1000 Mitarbeiter, davon 50 Außendienstler- alle ohne Notebook aber zum Teil schon mit ipads.

    Oftmals geht es einfach darum Produktdatenblätter von der Herstellerseite per Internet zu saugen, technische Detaillösungen zu betrachten etc. pp

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