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Autor: Björn Brodersen 16.07.2012 - 11:34 | (21)

EPEAT: Apple macht Rückzieher vom Rückzieher

Aufgrund von Kundenprotesten macht Apple den Rückzieher vom Rückzieher: Der Hersteller aus Cupertino nimmt künftig wieder an dem amerikanischen Umwelt-Zertifizierungsprogramm EPEAT teil, allerdings nicht mit iPhone, iPad oder iPod Touch.

EPEAT: Apple macht Rückzieher vom Rückzieher

Apple Macbook Pro | (c) Hersteller

"Wir haben von vielen loyalen Apple-Kunden gehört, dass sie von dem Rückzug unserer Produkte aus dem Bewertungssystem EPEAT enttäuscht waren. Ich erkenne, dass dies ein Fehler war", schreibt Hardware-Chef Bob Mansfield in einem auf der Website veröffentlichten offenen Brief an die Apple-Kunden. Ab sofort werde Apple alle geeigneten Produkte wieder von EPEAT zertifizieren lassen. Robert Frisbee, der Chef des Umweltsiegels, bestätigte Apples Rückzieher vom Rückzieher.

EPEAT-Bewertungen für Apple-Produkte | (c) EPEAT

EPEAT-Bewertungen für Apple-Produkte | (c) EPEAT

EPEAT bewertet unter anderem die Reparatur- und Recycling-Fähigkeit von Elektrogeräten, die Umweltfreundlichkeit der verwendeten Materialien und den Energieverbrauch. Nachdem Apple zu Beginn dieses Monats verkündet hatte, sich aus dem Zertifizierungsprogramm zurückzuziehen, war in der Branche über den Grund dieser Entscheidung spekuliert worden. Unter anderem war vermutet worden, dass neue Produktionsmethoden ausschlaggebend gewesen seien, weil Apples neues Macbook Pro mit Retina-Display wegen der im Gehäuse verklebten Akkus und des nur mit Deckel auswechselbaren Displays nicht für die begehrte Gold-Zertifizierung qualifiziert sei.

Apple hat allerdings laut EPEAT-Datenbank 40 Produkte zertifizieren lassen, darunter Desktops, Notebooks und Monitore, die allesamt die Kriterien für den Standard Gold erfüllen - auch das neue Macbook Pro mit Retina-Display. Mobile Endgeräte wie das iPhone prüft EPEAT noch nicht, diese Kategorie soll aber als nächstes eingeführt werden. Jetzt fragen sich Beobachter, ob Apple doch lieber am Zertifizierungsprogramm teilnehmen möchte, um besser Einfluss auf die Ausgestaltung des neuen Industriestandards IEEE P1680.1 für Desktops, Notebooks und Displays zu nehmen, der gerade überarbeitet wird.

Apple lässt sich seine Maßnahmen für umweltfreundlichere Produkte und eine nachhaltigere Herstellung von verschiedenen Organisationen attestieren. Das Unternehmen ist beispielsweise Mitglied der Energy-Star-Initiative, die den Stromverbrauch von Produkten bewertet und der GRI-Initiative, die die Umwelteigenschaften von Produkten und Produktionsanlagen, die Recyclingfähigkeit der Geräte sowie die Arbeitsbedingungen bei Zuliefer-Firmen und Auftragsfertigern untersucht.

Themen: Apple Gerüchte
Quelle: EPEAT, Apple
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Kommentare
  1. 22.10.12 13:35 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    Das wissen wir ja alle, aber das Eine hat mit dem Anderen nicht direkt zu tun. Es ist schon klar, dass man an allen Stellen was machen muss, aber wenn an einer Stelle etwas nicht klappt, dann heißt das doch nicht, dass das eine Entschuldigung ist, an allen Stellen nichts mehr zu machen.

  2. 22.10.12 13:16 cookieman (Moderator)

    Fritz hat es sehr schön erklärt. Es gibt viele TV- Berichte ihn denen von "fachgerechten" entsorgten Elektroschrott die Rede ist. Und dann ist das Zeug doch irgendwo in Afrika auf der Halde gelandet.

    Die Frage ist wie und wo fachgerecht entsorgt wird. Es macht einen großen Unterschied, ob ich die Sachen direkt zum Wertstoffhof bringe oder als Spermüll vor der Haustüre entsorge.

    Bei den Kühlschränken wird der Kompressor abgeknipst, alte Röhrenfernseher kaputt gemacht um an den Zeilentransformator zu kommen. Es wird alles gesammelt ob Platinen und ähnliches. Denn der Schrotthandel zahlt gute Preise..... ja und das zeug landet dann in Arfika oder Indien, wo Fässer stehen mit Chemikalien stehen...... näher gehe ich da nicht drauf ein.

  3. 22.10.12 13:03 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    > Die Probleme gegeneinander auszuspielen hilft gar nichts.
    Genau das hab ich gemeint. Wenn es wo anders Probleme in der Recyling-Kette gibt, muss man die natürlich auch anpacken, aber das rechtfertigt nicht, dass man von Anfang an lockerer an das Thema rangeht, nur, weil am Ende was nicht funktioniert.

    Natürlich gibt es immer Leute, die Batterien in den Hausmüll werfen. Obwohl in allen Supermärkten in denen man mindestens Wöchentlich ist Sammelbehälter stehen, das Entsorgen also gar keinen nennenswerten Aufwand nach sich zieht, aber das heißt ja nicht, dass man deswegen dann sagen kann, dass man gar keine Sammelbhälter mehr braucht und das ist im Prinzip das, was chief und fritz hier propagieren.

  4. 22.10.12 01:03 nohtz (Advanced Handy Master)

    "Man muss an allen Ecken der Kette etwas tun"
    -->da gibts ein wundervolles lied von michael jackson: man in the mirror ;-)

  5. 21.10.12 20:19 Heisenberg (Advanced Handy Profi)

    > wie das Personal bei uns auf den Recyclinghöfen mit elektrischen und elektronischen Geräten umgeht
    > und zum anderen TV-Berichte, die zeigen, wie diese Geräte in Afrika oder Indien demontiert und recycled werden.

    Klar ist das ein Problem, aber auch eine ganz andere Baustelle. Wer diese Probleme nutzt um die Sinnlosigkeit von Zertifikaten zu verdeutlichen, der möchte in meinen Augen nur sein Gewissen reinwaschen. Das ist wie die "Logik" vieler Menschen, die meinen solange die großen Firmen soviele Umweltskandale verursachen, ist es doch eh egal, was der Einzelne im Alltag macht.

    Man muss an allen Ecken der Kette etwas tun. Die Probleme gegeneinander auszuspielen hilft gar nichts.

    > Man müsste eher zusehen, dass es solche Halden in Zukunft nicht mehr gibt und Elektroschrott wirklich
    > fachgerecht entsorgt/recycelt wird. Wenn wir soweit sind, können wir uns noch mal über solche Siegel unterhalten.

    Eben nicht. Man kann nicht immer auf das scheinbar größere Problem zeigen und damit andere Lösungen an anderer Stelle der Kette nicht anpacken. Man muss an allen Ecken gleichzeitig etwas tun, wo es möglich ist.

    Konkret: Es ist zwar wichtig die Quote der richtig recycelten Elektrogeräte zu erhöhen, aber eben auch genauso sinnvoll das Recyling an sich einfacher zu gestalten (durch eben solche Zertifikate).

  6. 21.10.12 20:08 chief (Expert Handy Profi)

    @Pixelflicker
    "Auf jeden Fall gibt es Leute die die Geräte fachgerecht entsorgen,"

    Habe ich nie bestritten. Mir geht es nur um die Leute den ihren Elektroschrott einfach so in Restmüll werfen. Oder was glaubst du warum auf der Batterie Packung der Hinweis steht, dass Batterien nicht in den Hausmüll gehören???

    Weil ALLE schön trennen und fachgerecht entsorgen? Mit Sicherheit nicht.

    "Was du ansprichst kommt in der Kette erst viel später und hat mit der Sache nicht viel zu tun"

    Hat es jetzt was mit der Sache zu tun oder nicht?

    Natürlich hat es mit der Sache zu tun.
    Den erst wenn der Kunde das Produkt auch einer "Fachgerechten" Entsorgung zuführt, dann können auch erst diese, oder allgemein solche Siegel, ihr Potenzial voll zur Geltung bringen.

    "Das ist wieder das typische "Ich darf das, weil andere machen das doch auch" argument. "

    Bitte was ist das?


    Fritz hat es sehr schön erklärt. Es gibt viele TV- Berichte ihn denen von "fachgerechten" entsorgten Elektroschrott die Rede ist. Und dann ist das Zeug doch irgendwo in Afrika auf der Halde gelandet.

    Man müsste eher zusehen, dass es solche Halden in Zukunft nicht mehr gibt und Elektroschrott wirklich fachgerecht entsorgt/recycelt wird.

    Wenn wir soweit sind, können wir uns noch mal über solche Siegel unterhalten.

    Ich sag ganz ehrlich, dass ich auf so was nicht achte.
    Nicht weil mir die Umwelt egal ist, sondern weil ich (als Kunde) nur eine wirkliche Möglichkeit habe und die ist das fachgerechte entsorgen.
    Und diese einzige Möglichkeit nutze ich schon.

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