Nokia veräußert weitere Pfründe: Der finnische Hersteller hat jetzt über 500 Patente für 22 Millionen US-Dollar in bar an den Klingelton-Anbieter und Rechteverwerter Vringo weitergegeben. Unter den Patenten sollen sich auch wesentliche Technologien für GSM, WCDMA, LTE und DECT befinden.
Ausverkauf bei Nokia? | (c) Hersteller
Die Summe von 22 Millionen US-Dollar muss bis zum 14. September an Nokia gezahlt werden. Sollten Einnahmen aus den Patenten den Kaufwert überschreiten, stehen Nokia 35 Prozent davon zu, teilte Vringo der Börsenaufsicht in den USA mit. Insgesamt erwirbt Vringo 109 in den USA eingetragene Patente und 31 Patentfamilien - zusammen sind das knapp über 500 Patente.
Das US-Unternehmen Vringo hatte sich in diesem Jahr mit Innovate/Protect zusammengeschlossen, einem US-Unternehmen, das auf Patentverwertung spezialisiert ist und zuvor bereits Klagen gegen Google und AOL führte. Mit den neuen Patenten dürfte Vringo jetzt noch mehr Munition erhalten haben, um sich auf vermeintliche Konkurrenten einzuschießen.
Ein Grund für den Verkauf seitens Nokia wurde nicht genannt. Erst gestern berichtete Areamobile allerdings, dass der finnische Hersteller auch seine Anteile an QT abgestoßen hat. Schon früher hatte Nokia außerdem MeeGo verkauft, die Weiterentwicklung von Symbian ausgelagert und sein Stammwerk in Salo geschlossen – der angeschlagene ehemalige Weltmarktführer konzentriert sich ganz auf Windows Phone 8.
Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.
Du bist nicht dabei?bocadillo: "wesentliche Technologien für GSM, WCDMA, LTE und DECT" hört sich für mich nicht gerade nach veralteten Patenten an.
Und glaub mir, wenn ein Betriebssystem erfolgreich ist wollen andere Anbieter auch ein Stück vom Kuchen haben. Neben den von dir genannten gibt es bestimmt auch hierzulande weniger bekannte Anbieter die den Markt aufrollen wollen. Das könnten beispielsweise Huawei und ZTE sein.
Nunja, ob ein Patent welches massgebend für LTE ist, jetzt schon als veraltet gilt, weiss ich mal nicht ;)
Bei Windows Phone sehe ich die einzige wirklich ernstzunehmende Konkurrenz bei Samsung. Das ausfechten von Patentstreits und das Dealen über Lizenzkosten selbst, kostet auch geld. Auch wenn man selbst im Recht ist. Da hat Nokia das Risiko ausgelagert und wenn es Gewinn bringt, welcher die Verkaufskosten übersteigt, bekommt Nokia auch noch Kohle dafür. Dazu ist Nokia 500 Patente leichter und dadurch wieder unattraktiver für eine "Feindliche Übernahme".
chris
Manche Patente überleben sich aber auch....oder meinste mit einem Patent für leise Kutschfahrwerke lässt sich heut noczh Kohle verdienen. Clever ist es da für Nokia Patente an einen Patenttroll zu verkaufen der die anderen nochmal so richtig schröpft- eine win-win Situation wie sie im Buche steht. Nokia gewinnt, der Troll gewinnt, der Wettberwerb verliert.
Und ob bei windows viele 'Konkurrenten kämen- wer denn. Sony?? HTC???LG??? Die sind alle so festgefahren auf Android und müssen dort ihren Weg suchen so daß ein umschwenken für die genauso unsinnig ist wie ein Schwenken Nokias auf Android letztes Jahr.
Nachdem Nokia Symbian, MeeGo und qt aufgegeben hat sind die Patente das letzte mit dem Nokia noch langfristig Geld hätte verdienen hätte können.
Mit Windows Phone geht das wohl kaum. Entweder das System floppt, dann ist Nokia weg oder das System wird erfolgreich und es kommen viele Konkurrenten dazu die auch das Betriebssystem lizensieren und irgendwo in Asien billig Telefone bauen.
@Noticed
Yep so seh ich das auch, im Endeffekt machen beide dass was sie am besten können und beide können langfristig profitieren, letztlich macht Nokia nichts anderes als die Patentwettstreite outsourcen. Inwiefern sich das auszahlt oder auch nicht, das wird man wohl erst in einigen Jahren sehen, aber alleine der Umstand dass man sich nicht mehr mit Patentanwälten rumschlagen muss, wird es wohl wert sein :)
kluger Schachzug Nokia.