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Autor:
Björn Brodersen
| 21

Krebserkrankungen: Samsung muss sich weiterer Vorwürfe erwehren

Nach dem Bericht über Kinderarbeit in der Fabrik eines chinesischen Zulieferers muss sich Samsung nach einem Fernsehbericht des ZDF-Formats Frontal 21 weiterer Vorwürfe erwehren. 56 in der Halbleiter- oder LCD-Produktion beschäftigte Angestellte sollen frühzeitig verstorben sein, weil sie bei der Arbeit krebserregenden Substanzen ausgesetzt waren.

Krebserkrankungen: Samsung muss sich weiterer Vorwürfe erwehren

Protest gegen Samsung | (c) SHARPS

Frontal 21 hat in einem gestern ausgestrahlten Beitrag Vorwürfe der südkoreanischen Organisation Supporters for the Health and Right of People in Semiconductor Industry (SHARPS) aufgegriffen. SHARPS wirft Samsung schon länger vor, nicht für ausreichenden Schutz der Arbeiter zu sorgen und Erkrankungen wie Leukämie, Lymphkrebs oder Multipler Sklerose von 138 Angestellten nicht als berufsbedingt anerkennen zu wollen. Von den oftmals in jungen Jahren erkrankten Personen seien bis Juni dieses Jahres 56 vorzeitig verstorben.

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Im vergangenen Jahr hatte dem Bericht zufolge ein Verwaltungsgericht in Seoul im Fall einer im Alter von 21 Jahren an Leukämie verstorbenen Arbeiterin, den Zusammenhang des Todesfalls mit giftigen Chemikalien am Arbeitsplatz bestätigt. Wissenschaftler der Seoul National University sollen zudem bei Untersuchungen im Jahr 2010 Benzole bei der Halbleiter-Produktion von Samsung festgestellt haben.

Samsung bestreitet dies und weist die Schuld von sich. "Krebs tritt als Krankheit häufig auf, auch ohne besondere Auslöser", so Kim Soo-Geun im Interview mit Frontal 21: "Deswegen glaube ich, dass diese Krebs-Erkrankungen nicht vermeidbar waren." Blutkrebserregende Stoffe wie Benzole werden seinen Worten zufolge nicht bei der Produktion verwendet.

Samsung ist der zurzeit absatzstärkste Smartphone-Hersteller der Welt. Im Januar dieses Jahres war der Hersteller für den von Greenpeace und Erklärung von Bern (EvB) vergebenen Public Eye People's Award 2012 nominiert gewesen. Hiermit sollen Unternehmen gebrandmarkt werden, die Soziales und Ökologisches dem Profitstreben ganz unterordnen. Vor wenigen Tagen hatte die chinesische Arbeitsschutzorganisation China Labor Watch schwere Vorwürfe gegen HEG Electronics, einen chinesischen Auftragsfertiger von Samsung, erhoben. Chinesische Behörden entdeckten jedoch nach eigener Aussage bei einer Überprüfung keine Belege dafür.

Mehr zum Thema: Smartphone-Markt, Tablet-Markt

Quelle: SHARPS, Bericht der Seoul National University via Frontal 21

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Kommentare
  1. 17.08.12 16:10 Noticed (Handy Master)

    @ eichyl
    Dann verrate uns doch, welches Smartphone man nehmen kann, um dem entgegen zu wirken!

    Es gibt keins! Man kann bereit sein, noch soviel Geld auszugeben, man bekommt im endeffekt kein Fair produziertes Smartphone!

  2. 17.08.12 08:04 eichyl (Advanced Handy Profi)

    "das sehe ich auch so.
    Wir als Konsumenten haben ja nicht mal mehr die Wahl, weil alle Firmen so produzieren lassen."

    Moment, ihr macht es euch hier ein bisschen zu einfach, den schwarzen Peter den bösen Unternehmen zuzuschieben. Wir armen Verbraucher können doch nix dafür.

    Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Wenn die Nachfrager aber möglichst viel für möglichst wenig Geld wollen, muss sich das Unternhemen halt überlegen, wie sie diese Kunden erreichen können.

    Natürlich haben die Unternehmen mit ihrer Gewinnmaxmierung Schuld daran, aber wir Konsumenten sind hier nicht unschuldig.

  3. 16.08.12 23:29 Tamashii (Advanced Member)
    Danke, Noticed,

    das sehe ich auch so.
    Wir als Konsumenten haben ja nicht mal mehr die Wahl, weil alle Firmen so produzieren lassen.
    Wenn wir nur ein Smartphone kafen würden, dass unter menschenwürdigen Bedingungen produziert wurde, hätten wir vermutlich gar keins.

    Und Apple schlägt klar am meisten Profit aus diesen günstigen Produktionskosten, ein Blick auf die Preise genügt.

  4. 16.08.12 11:49 homeend (Advanced Handy Profi)

    In der Theorie schön und gut. Du vergisst aber, dass ein Großteil aufs Auto angewiesen ist, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Und selbst wenn nur die reinen Privatverbraucher das Auto stehen lassen, dann würden Sie Fahrten nur verschieben, so dass sich nur der Tankvorgang verschiebt.

    Interessant wäre ein Hersteller, der in einem westlichen Industrieland ein Highend-Smartphone fertigen lassen würde. Da würde sich zeigen, ob der Verbraucher das durch entsprechende Käufe honoriert. Nur ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass ein Hersteller dieses Risiko eingeht. Ausnahmen sind auch in anderen Branchen, die überwiegend in Billiglohnländern produzieren lassen, eher selten. Mir fällt da nur Trigema ein.

  5. 16.08.12 11:35 IMPULS

    @Eichyl
    Diesen Trend haben wir mit zu verantworten, indem wir imme rbesser, schneller aber billiger wollten. Das haben wir davon. ---das ist leider die bittere Realität.
    Nein nicht die Gier der Konzerne. Wir Menschen/Konsumenten sind schuld.Aber leider vergessen Wir Menschen das Wir die Macht haben Dinge zu ändern. Das Gemeinsam sind wir stark denken/handeln ist in dieser Welt nicht viel davon übrig. Ein Beispiel: jeder regt sich auf über superteure Benzinpreise. Aber keiner oder alle tun was dagegen. Man stelle sich mal vor jeder hier im Land lässt nur für einen Tag das Auto stehen. Das wäre ein immenser Verlust für die Ölindustrie an nur einem Tag. Ach ja brand new world....

  6. 16.08.12 10:19 eichyl (Advanced Handy Profi)

    "Ist das so? Also lieber gar nicht reagieren?"

    Nö, dass habe ich nicht gesagt. Dann aber bitte richtig! Die Arbeitsbedingungen in Asien sind meist unter aller Kanone. Hier jetzt auf nur einem Hersteller rum zuhacken bringt es nicht, wenn dann solltest Du auch alle boykottieren.

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