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Autor: Rene Melzer | 20.08.2012 - 14:39 | (9)

Mangelhafte AGB in App-Stores wie iTunes und Google Play

Die Vertragsbedingungen von App-Anbietern wie Google, iTunes, Microsoft oder Samsung weisen nach Meinung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV) teilweise erhebliche Mängel auf. Die Verbraucherschutzorganisation hat deshalb insgesamt zehn Abmahnungen verschickt und gegen zwei Anbieter Klage eingereicht.

Mangelhafte AGB in App-Stores wie iTunes und Google Play

Apps aus Download-Plattformen wie dem App Store für iPhone und iPad machen Smartphones und Tablets unter anderem so beliebt bei den Verbrauchern | (c) Apple

Immer mehr Menschen nutzen Smartphones und Tablets - und rüsten diese mit Zusatzanwendungen auf, um etwa die Funktionen zu erweitern oder sie an den persönlichen Geschmack anzupassen. Nach einer Studie des Branchenverbandes Bitkom haben die Verbraucher in Deutschland im Jahr 2011 bereits mehr als 960 Millionen Apps installiert. Doch kaum einer liest vorher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Download-Plattformen wie iTunes, Google Play oder Microsoft Marketplace. Grund genug für den VZBV, die Klauseln von fünf Unternehmen mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das Ergebnis: Der Verbraucherschutz kommt zu kurz. "Unternehmen wie Google und iTunes agieren weltweit, doch ignorieren sie leider allzu oft deutsche Verbraucherschutzvorschriften", sagt Helke Heidemann-Peuser, Referatsleiterin Kollektiver Rechtsschutz beim VZBV. Die Vertragsbedingungen sind teilweise viel zu lang, die Bestimmungen zum Datenschutz werden ignoriert und die einzelnen Klauseln sind oft unverständlich, nicht nachvollziehbar oder zu schwammig formuliert.

So waren die Bedingungen bei iTunes 21 DIN A4-Seiten lang und fast ohne Nummerierung sowie in Schriftgröße 9 gehalten. Das verhindert nach Meinung des VZBV, dass Verbraucher die AGB in vollem Umfang wahrnehmen und begreifen. Auch werde häufig keine rechtskonforme Einwilligung für die Nutzung der Verbraucherdaten eingeholt, so der Verband. Zum Beispiel wurden nach den Bestimmungen von Google, iTunes und Nokia personenbezogene Daten erfasst, ausgewertet und weiterverarbeitet, ohne dass die Nutzer aktiv zugestimmt hatten. Die Vertragsbedingungen geben dem Verbraucher keine Möglichkeit, die Kontrolle über diese sensiblen Daten zu behalten.

Der VZBV bemängelt auch die Formulierungen in den Vertragstexten. So verwirrt Google den Nutzer seiner Plattform mit unbestimmten Begriffen wie "möglicherweise", "gegenbenfalls" oder "unter Umständen". iTunes schränkt die Rechte der Verbraucher ein, in dem sich das Unternehmen vorbehält, selbst zu bestimmen, in welchem Umfang Ansprüche auf Neulieferung oder die Erstattung des Preises bei Nichtlieferung durch den Verbraucher geltend gemacht werden können. Microsoft und Nokia behielten sich vor, Inhalte beziehungsweise den Zugriff zum Dienst nach eigenem Gutdünken zu beschränken. Samsung machte die Haftung unter anderem von einem erheblichen Mangel abhängig.

Auf den App-Store-Seiten von Microsoft, Google und Nokia war nicht einmal ein Impressum vorhanden. Anbieterkennzeichnungen von Diensteanbietern sind insbesondere erforderlich, um mit dem Unternehmen bei Beschwerden in Kontakt treten zu können. Erst nach Abmahnung durch den vzbv sind die Betreiber ihren Informationspflichten nachgekommen. Nur Microsoft und Nokia haben bisher vollständig Unterlassungserklärungen abgegeben und die Beanstandungen umfassend abgestellt. Gegenüber Google und iTunes hat der VZBV Klage erhoben.

Themen: Apps, Smartphones Tablets
Quelle: VZBV
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Kommentare
  1. 21.08.12 12:18 eichyl (Advanced Handy Profi)

    "glaube auch nicht, dass jemand wegen solchen meldungen vom iphone ablässt."

    Glaube ich schon. Vor allem Zielgruppen, welche nicht so technik-affin sind. Diese hören auch nebenbei "Apple verklagt Café", "Apple verklagt Samsung", "Apple hat fiese AGB", "Schlechte Arbeitsbedingungen in den Apple-Stores", "Apple kämpft mit Qualitätsproblemen", etc. Natürlich wird das unteschwellig wahrgenommen und es beeinflusst durchaus Käufer, die keine digital Natives sind.

  2. 21.08.12 10:59 Noticed (Moderator)

    "glaube auch nicht, dass jemand wegen solchen meldungen vom iphone ablässt."

    Also ich kaufe aufgrund von Apples Geschäftspolitik Grundsätzlich nichts von denen. Und da gehören solche Meldungen nunmal auch zu.

  3. 21.08.12 10:55 Echse (Advanced Handy Profi)

    Nicht von Heute auf Morgen aber langfristig wird es sich negativ auswirken.

    und wie? etwa an verkaufszahlen? da bin ich aber mal gespannt. und andere auswirkungen als verkaufszahlen werden apple herzlich egal sein. glaube auch nicht, dass jemand wegen solchen meldungen vom iphone ablässt.

  4. 21.08.12 08:20 eichyl (Advanced Handy Profi)

    Ja ich bin auch der Meinung, je mehr Apple mit solchen "schlechten" Nachrichten in Verbindung steht, desto mehr leidet auch das Image. Nicht von Heute auf Morgen aber langfristig wird es sich negativ auswirken.

  5. 20.08.12 20:41 Heisenberg (Advanced Handy Profi)

    @Eichyl
    > Erinnert mich an die Southpark-Folge mit dem Human-centiPad...

    Eine der echt widerlichen SP-Folgen. :D
    Aber zum Glück liest im RealLife ja jeder alle Vereinbarungen. ;-)

    @stephanwiw
    Im Grunde hast du natürlich recht, aber jeder der "Normalos" bekommt ab und an, mal was davon mit und in der Summe wirken solche Sachen hakt als schlechte PR.

    Neulich hat mich eine Arbeitskollegin beim Thema Apple (ich habe ihr was am iPad gezeigt), auf die (schon ältere) Geschichte "Apple verklagt Familiencafe wegen des Apfellogos" angesprochen und sich furchtbar über Apple aufgeregt. Von wegen, so was bekommt niemand mit. In der Gesamtsumme bleibt da immer was hängen.

  6. 20.08.12 16:04 stephanwiw (Member)

    Als wenn die Leute sich dadurch von Apple oder Google abwenden. Für 99% aller User = Facebook User mit ihren privaten Bildern ist das doch völlig egal. Da wird einfach so schnell wie möglich auf annehmen geklickt, da man doch keine Lust hat, sich das durchzulesen ;) Wie viele Leute gucken sich schon die AGB an? Ihr? Und was bleibt euch anderes übrig. Ihr könnt die AGB jetzt ablehnen... und dann? Handy zurückschicken?

    Solche "schlechte PR" verpufft im Winde. Ich glaube nicht, dass jetzt Nutzer folgende Denkvorgänge einleiten: Oh Apple/Google ist böse und hat schlechte AGB. Na, jetzt gehe ich aber her und kaufe mir ein WP Handy von MS/Nokia weil die eine transparente AGB haben. Was MS neben der AGB wirklich macht, ist natürlich etwas anderes, auch wenn ich glaube, dass MS anders als Google an den Daten zur Zeit weniger interesse hat, da MS sein Brot nicht mit Werbung verdient...

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