Nach einem Bericht der englischen Tageszeitung The Sun will Bruce Willis Apple verklagen, weil er seine Musiksammlung bei iTunes nicht weiter vererben darf. Inzwischen hat das die Ehefrau von Bruce Willis in einem Tweet zwar dementiert, aber der Artikel zeigt, wie unsicher zurzeit die Rechslage für Inhaber digitaler Medien ist.
iTunes: Der Player für Mac, iPad und iPhone | (c) Hersteller
Kauft man bei iTunes ein Lied, gehört es einem nicht, sondern man erwirbt nur ein Nutzungsrecht daran. Genauso ist es mit einer Audio-CD aus dem Einzelhandel, wo man nur Inhaber des Tonträgers wird, nicht aber Rechteinhaber am Inhalt. Die Nutzungsbedingungen von iTunes sehen allerdings zwei Wege vor, anderen Nutzern die eigene Musik zur Verfügung zu stellen.
Der erste ist sehr simpel: Bis zu fünf für iTunes lizenzierte Geräte nutzen ein gemeinsames iTunes-Konto und dürfen auf die gleichen Inhalte zugreifen. Das ist vergleichbar mit einem Antiviren-Programm, das mit einer Lizenz auf fünf Rechnern installiert werden darf. Die zweite Möglichkeit besteht darin, Lieder zu kopieren. Denn bei iTunes ist es erlaubt, seine privat erworbenen Lieder bis zu sieben Mal auf einen physischen Tonträger zu überspielen. Wie dieser Tonträger genutzt werden darf, regelt das Deutsche Urheberrecht (Paragraf 44 ff. Urhebergesetz).
Für die Rechtsprechung ist es sehr kompliziert, private Nutzung zu definieren. So ist etwa nicht abschließend geklärt, was überhaupt eine Kopie im Sinne des Urheberrechts ist - fallen Online-Streams oder Festplatten-Backup ebenfalls unter diese Kategorie? Auf der ganzen Welt ist die Politik und Rechtsprechung auf diesem Gebiet in Bewegung. Dabei geht es nicht nur um Musik. Für nichtmaterielle Güter jeder Art müssen relevante Vertriebs-, Vermarktungs- und Vergütungsmodelle gefunden werden, die weltweit von Industrie und Verbrauchern anerkannt und in Gesetzen verankert werden.
Eine Klage von Bruce Willis gegen Apple ist also nur teilweise berechtigt - stirbt der Action-Star, ohne seinen Kindern zuvor Zugriff auf seinen iTunes-Account ermöglicht zu haben, wäre seine Musiksammlung tatsächlich für die Nachfahren verloren. Dann blieben von seiner sagenhaften Musiksammlung nur 7 CDs übrig - wenn das nicht der Stoff für einen guten Actionkracher ist!
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Du bist nicht dabei?Das heißt offiziell darf man die Titel nicht mehr nutzen, wenn man sich bei iTunes abmeldet?
Das ist natürlich schon eine ärgerliche Geschichte, das stimmt. OK, dann hab ichs jetzt auch kapiert.
"Na weil es ja hieß, dass Bruce Willis seine Musik nicht weitergeben könnte und wenn sie keinen Kopierschutz hat, warum soll er sie dann nicht weiter geben können? Das war der Punkt, der IMHO nicht zusammenpasst. Eine MP3 kann ich doch genauso weiter geben wie eine CD."
Es ging doch darum, dass niemand Anspruch auf seinen iTunes Acc hat sollte er irgendwann unter die Erde wandern.
Darauf meinte homeend in Post#7: "wie blöd man doch nur sein kann seine Musik bei iTunes zu kaufen die hat ja einen Kopierschutz"
Und das ist schon die Wurzel des Übels. Denn wenn homeend etwas mehr Ahnung hätte, hätte er gewusst das die Musik Titel bei iTunes mittlerweile ohne Kopierschutz sind und daher beliebig oft Kopierbar.
Selbst die "alten" Musiktitel mit DRM lassen sich mit iTunes als normale Audio-CD brennen, und wenn das geschehen ist, ist auch der Kopierschutz verschwunden. Und wenn man aus dieser Audio-CD wieder Mp3s macht ist auch das Wasserzeichen (was in deinem Spiegel Artikel erwähnt wird) verschwunden.
Man braucht gar nicht mal den Umweg über eine Audio-CD zu machen. Einfach den gewünschten Song, mit Hilfe von iTunes, in eine ACC oder MP3 wandeln und schon ist das Wasserzeichen auch weg.
Egal ob Kopierschutz oder nicht, die Nutzung der gekauften Titel sind an den Acc gebunden.
@Fritz:
> WAS sieht der Spiegel anders?
Der Spiegel sieht es anders als marcy, denn marcy schreibt, dass iTunes einen Kopierschutz hätte und der Spiegel schreibt (unter dem von mir genannten Link), dass iTunes keinen Kopierschutz mehr nutzen würde, sondern den Titel ein Wasserzeichen verpassen würde. (hab ich mich so missverständlich ausgedrückt?)
@chief:
> Ich weiß gar nicht was da groß rumgemacht wird, ob iTunes Titel einen Kopierschutz haben oder nicht.
Na weil es ja hieß, dass Bruce Willis seine Musik nicht weitergeben könnte und wenn sie keinen Kopierschutz hat, warum soll er sie dann nicht weiter geben können? Das war der Punkt, der IMHO nicht zusammenpasst. Eine MP3 kann ich doch genauso weiter geben wie eine CD.
Ich weiß gar nicht was da groß rumgemacht wird, ob iTunes Titel einen Kopierschutz haben oder nicht.
Jeder der sich ein bisschen für die Welt der IT interessiert müsste mitbekommen haben, dass Apple mittlerweile DRM freie Musik über iTunes anbietet.
WAS sieht der Spiegel anders?
@Chief
> Darauf meinte homeend in Post#7: "wie blöd man doch nur sein kann seine Musik bei iTunes zu kaufen die hat ja einen Kopierschutz"
Bitte zitiere mich wenn schon richtig. Dazu solltest Du bestimmt in der Lage sein. Und der Grund, warum ich die Frage gestellt habe, warum man sich Musik über iTunes kauft, wenn man dann Scherereien mit dem Kopierschutz hat, fusst auf der Aussage im Artikel.
Zitat: Bis zu fünf für iTunes lizenzierte Geräte nutzen ein gemeinsames iTunes-Konto und dürfen auf die gleichen Inhalte zugreifen. ... Denn bei iTunes ist es erlaubt, seine privat erworbenen Lieder bis zu sieben Mal auf einen physischen Tonträger zu überspielen.
Daraus ergibt sich für mich eine Beschränkung!