In den vergangenen Tagen machte der Bericht eines Bloggers die Runde, in dem er Samsung vorwirft, ihn zu erpressen. Angeblich hat der Hersteller aus Südkorea, auf dessen Kosten der Blogger aus Indien die IFA 2012 in Berlin besuchen konnte, ihm wegen unkooperativen Verhaltens angedroht, den Rückflug zu streichen und seinen Aufenthalt schließlich massiv verkürzt. Samsung hat auf unsere Anfrage hin zu den Anschuldigungen Stellung genommen. Nach Aussage des Unternehmens ist der Vorfall eine Verkettung von Missverständnissen.
Samsung auf der IFA 2012 in Berlin | (c) Unternehmen
Wie Samsung uns erklärt hat, war der indische Blogger Clinton Jeff von der Website Unleash The Phones Teil des Programms Samsung Mob!lers (nachfolgend als Mobilers bezeichnet), mit dem Samsung ausgewählten Personen die Möglichkeit gibt, an Marketingveranstaltungen des Unternehmens in der ganzen Welt teilzunehmen. Innerhalb des Programms gibt es zwei Einstufungen. Die Teilnehmer konnten als "Mobiler Reporter" oder "Mobiler Promoter" an dem Programm teilnehmen. Der Blogger entschied sich, als "Mobiler Reporter" die Einladung für die IFA 2012 anzunehmen, wurde aber vom zuständigen Koordinator fälschlicherweise als "Mobile Promoter" eingestuft.
Die unterschiedlich eingestuften Programm-Teilnehmer sollten nach Planung von Samsung an verschiedenen Tagen wieder in ihre Heimat fliegen. Deshalb stand für den Blogger kein Rückflug-Ticket zur Verfügung, als er am 1. September mit den anderen Reportern zurück nach Hause wollte. Denn für die Promoter war ein Aufenthalt in Berlin bis zum 5. September geplant. Samsung bedauert, "dass er das Gefühl hatte, festzusitzen". Das Unternehmen hätte ihn aber zu keinem Zeitpunkt seinem Schicksal überlassen.
Die Stellungnahme von Samsung erklärt einige Merkwürdigkeiten während des Aufenthaltes von Jeffs. Dieser erzählte jedoch eine etwas andere Story. Demzufolge war ihm der Aufenthalt in Berlin bis zum 5. September zugesagt. Nach mehrfacher Weigerung, Standbetreuung und andere Werbung für Samsung zu machen, bekam er einen Anruf von einem Mitarbeiter des Unternehmens aus Indien, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass sein Rückflug auf den 1. September vorverlegt ist. Gründe für die Entscheidung wurden ihm aber anscheinend nicht genannt, so dass es für ihn wie eine Bestrafung für unkooperatives Verhalten aussah.
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Du bist nicht dabei?Ich finde das das durchaus einen Sinn ergibt, dass es sich hier einfach um ein Missverständnis handelt ob nun Samsung wirklich gesagt hat, dass er keinen Rückflug mehr bekommt, oder ob sie sinngemäß gesagt haben er würde am 5. keinen Rückflug mehr bekommen und müsste am 1. fliegen, das wissen wir nicht, aber für mich würde das besser zusammen passen. Ich halte Samsung nicht für so dilettantisch wie sie von den Indern dargestellt werden, ich glaube die waren einfach sauer und hatten es falsch verstanden.
Als Apple-Fan mag man zwar der Darstellung der Inder vielleicht lieber glauben schenken, aber die Darstellung von Samsung macht auf jeden Fall mehr Sinn.
@Fritz:
Wenn er die selbe Einladung bekommen hat und vielleicht auch selbst dabei war, dann kann er das doch beurteilen, ob der Inder die Mail falsch verstanden hat, oder meinst du nicht?
Das Ding war ja, dass er offensichtlich im Vorfeld klar machte, dass er eben nicht als Promoter mitwill.
Riecht für mich nach einem Missverständnis - vielleicht hat da eine Sekretärin jemanden auf eine Falsche Liste geschrieben. Irren ist ja Menschlich.
Bedenklich finde ich vielmehr die Drohung, dass sie gefälligst mitmachen sollen, da es sonst gar keinen Rückflug gäbe... das hat nix mit Starallüren zu tun, sondern vielmehr mit einem Machtspiel.
@fritz:
Siehe meinen Link. Der Blogger hat die gleiche Mail bekommen wie Jeff und hat interessanterweise die Mail genauso verstanden, wie Samsung sich noch mal jetzt erklärt hat.
Ich bin der Meinung der gute Inder hat einfach nur nicht verstanden, dass er als Promoter gedacht war. Unvorstellbar, dass jetzt schon Blogger Staralüren bekommen. Wenn man solch eine Einladung bekommt, kann man sich doch ausmalen, dass das nicht aus reinster Nächstenliebe geschieht.
Ich bin der Meinung der gute Inder hat einfach nur nicht verstanden, dass er als Promoter gedacht war. Unvorstellbar, dass jetzt schon Blogger Staralüren bekommen. Wenn man solch eine Einladung bekommt, kann man sich doch ausmalen, dass das nicht aus reinster Nächstenliebe geschieht.
Wer auch immer sich falsch verhalten oder wen missverstanden hat - das Interessanteste an dem ganzen Fall ist der Rechtfertigungsdruck, den offenbar andere Teilnehmer des Blogger-Programms von Samsung verspüren. Dass Einzelne in Blogbeiträgen proaktiv und vehement ihre angebliche "Unabhängigkeit" verteidigen, spricht Bände. Generell sollte sich jeder Journalist und Blogger bewusst sein, dass sie durch zu viel Nähe zum Anbieter und auch durch thematische Einseitigkeit zumindest angreifbar werden.