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Autor: Rene Melzer | 12.09.2012 - 16:03 | (26)

iPhone 5 zusammengeschraubt: Undercover-Bericht über Arbeit bei Foxconn

Der chinesische Apple-Auftragsfertiger Foxconn musste in den vergangenen Jahren für seine Arbeitsbedingungen viel Kritik einstecken. Auftraggeber Apple schaltete letztendlich sogar eine unabhängige Arbeiterorganisation ein, um die Misstände zu benennen und zu beheben. Foxconn gelobte Besserung, doch viel hat sich anscheinend nicht geändert, wie ein Journalist aus China berichtet, der Undercover bei Foxconn arbeitete.

iPhone 5 zusammengeschraubt: Undercover-Bericht über Arbeit bei Foxconn

Foxconn: Ein Blick in die Fabrik | (c) abcnews.com

Er berichtet von überfüllten, nach Müll und Schweiß stinkenden Zimmern für jeweils ein halbes Dutzend Arbeiter, kaputten Betten, dreckiger Bettwäsche und Gitter vor den Fenstern, damit sie keinen Selbstmord begehen. Auch die Arbeit ist noch immer hart, auch wenn die Arbeitszeit tatsächlich gesenkt wurde. Doch die Vorgaben sind hoch und Überstunden werden von den Vorabeitern grundsätzlich gefördert, wenn nicht sogar gefordert.

Nach Angaben des Journalisten herrscht bei Foxconn noch klassische Fließbandarbeit wie im Europa des frühen 20. Jahrhunderts. Jeder Arbeiter führt einen einzigen Fertigungsschritt aus. Er wurde auf einer Produktionsstrecke eingeteilt, auf der die Rückseite des iPhone 5 für die Lackierung vorbereitet wurde. Er musste vier bestimmte Stellen auf dem Bauteil mit einem speziellen Stift markieren, die dann von einem anderen Mitarbeiter mit Klebepunkten versehen wurden - und ohne Unterbrechung mehr als 6 Stunden lang, etwa fünfmal in der Minute.

Foxconn: Ein Blick in die Fabrik | (c) abcnews.com

Foxconn: Produktion erfolgt fast komplett in Handarbeit | (c) abcnews.com

Solange das Band lief, gab es keine Pausen so der Journalist. Selbst nachdem die eigentliche Arbeitszeit bereits vorbei war, lief das Band noch zwei Stunden weiter und die Arbeiter durften nicht gehen. Nach Arbeitsende forderte der Vorarbeiter die Belegschaft zu weiterer Arbeit auf: "Wer will denn jetzt schon aufhören zu arbeiten? Wir sind hier, um Geld zu verdienen. Lasst uns härter arbeiten." Mal davon abgesehen, dass der Journalist seinen eigenen Angaben zufolge nach der Schicht über Schmerzen im Nacken und im Arm klagte, dazu völlig erschöpft und ausgehungert war, bietet Foxconn seinen Angestellten auch wenig finanzielle Reize für Mehrarbeit. Pro Überstunde zahlt das Unternehmen nach seinen Angaben etwa 13,50 Yen, was umgerechnet rund 1,80 Euro sind.

Foxconn-Gründer Terry Gou zeigt Journalisten sein Werk. | Foto: Chinanews.com.cn

Zusatzleistungen: Gratis, aber in schlechtem Zustand | Foto: Chinanews.com.cn

Auch die vielen Zusatzleistungen wie kostenlose ärztliche Versorgung oder freie Sport- und Unterhaltungsangebote, die Foxconn immer wieder stolz der Öffentlichkeit präsentiert, sind bei näherer Betrachtung Augenwischerei, so der Journalist. Auf der firmeneigenen Medizinstation gab es nur einen einzigen Arzt und die Gebühren für die Untersuchung muss der Mitarbeiter erst einmal auslegen. Viele andere Angebote seien zwar tatsächlich kostenlos, allerdings in einem schlechten Zustand. So waren im "Entertainment Center" rund zwei Drittel der Spieleautomaten kaputt und im "Theater Room" wurde lediglich die Aufnahme eines Konferenzraums gezeigt.

Themen: iPhone
Quelle: Micgadget via Geek
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Kommentare
  1. 13.09.12 12:47 Calsonic (Youngster)

    60 Millarden USD Umsatz und dann leistet man sich immer wieder solche Schlagzeilen. Einfach unfassbar! Kommt einem der Gedanke Produkte dieser Firma zu vermeiden, wenn man aber sieht was alles von Foxconn produziert, müsste man so einige interessante Produkte im Regal liegen lassen.

  2. 12.09.12 18:36 no way (Handy Profi)

    Ich dachte hier geht es um die schlechten Arbeitsbedingungen bei foxconn. Aber irgendwie ist das schon wieder zu einer Preis und materialdiskussion über applte und Samsung ausgeartet. Na dann wird sich sowieso nie was ändern, denn es interessiert ja nicht.mal.die, die in einem Forum Kommentare dazu abgeben. Da ist natürlich mal.wieder interessanter welches Gerät denn besser ist....

  3. 12.09.12 18:29 Niedersteberg (Handy Profi)

    leider gerade vergessen -

    Was nützt einem ein Gehäuse in toller Verarbeitung, Haptik Optik wenn zumindest in meinem Bekanntengreis 3/4 der Besitzer "häßlicher " Plastikbumper überziehen ? Kaum einer trägt doch seiner IP4/S Pur ! Ja ich weiß, ein Teil davon geht auch auf Funkstörungen zurück.Das das IP4/S nackt wertiger aussieht, bestreite ich ja auch nicht. Nur ein S3 - was ich nicht besitze - sieht auch super gelungen aus vom Design her und liegt sehr gut in der Hand. Alu gibts auch für die Rückseite

  4. 12.09.12 18:16 Niedersteberg (Handy Profi)

    @ Das Gewisse Etwas

    Der Materialwert des IP4 Gehäuses ist 11 Euro.
    Das gehäuse z.B. des S3 ist bruchsicher, leichter bei größerem Display, funksicherer und es ist problemlos austauschbar für den Endkunden. Wer eine Alurückeite will, kauft sich die. Glas ist kein geeigneter Werkstoff für ein Handy, auch deswegen wird gleich ein ALubody und eine Alurückseite zu sehen sein.
    Ich habe auf einem Applegerät übrigens auch Glasbruch, 20 cm Fallhöhe....

  5. 12.09.12 17:59 Peerex (Handy Profi)

    Obwohl ich Samsung Handys auch nicht mag ist es hier aber so dass hier der Preis relativ schnell nach unten korrigiert wird. Zudem wie schon öfters gesagt - der Service - wesentlich besser bei Samsung bzw bei anderen Herstellern. Sprichwort: Gewährleistung (kennt Apple nicht)

  6. 12.09.12 17:58 black14987 (Youngster)

    Apple ist da kein Stück besser als alle anderen. Apple ist nur in den Augen der Applejünger, der Ritter in glänzender Rüstung, aber wenn man mal hinter das bling bling schaut, ist es dort genauso dreckig und eklig wie bei fast allen anderen auch. wer dem Wiki Link gefolgt ist, wird schnell merken, das alle renomierten Handyhersteller bei Foxconn herstellen lassen.

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