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Autor: Björn Brodersen 13.09.2012 - 14:05 | (3)

LTE und HD Voice: iPhone 5 stärkt Position der Telekom

Die Telekom hat zwar vor Jahren ihr exklusives Vermarktungsrecht für das iPhone in Deutschland aufgeben müssen. Das jetzt von Apple vorgestellte iPhone 5 stärkt aber die Position des Bonner Mobilfunkbetreibers. Nicht nur unterstützt das iPhone 5 hierzulande lediglich LTE-Dienste der Telekom, auch Telefonate mit dem neuen Apple-Handy in HD-Voice-Qualität sind nur über das Telekom-Netz möglich.

LTE und HD Voice: iPhone 5 stärkt Position der Telekom

Apple iPhone 5 | (c) Hersteller

Das Apple iPhone 5 unterstützt als erstes iPhone-Modell den Highspeed-Datenstandard LTE (Long Term Evolution). Wie gestern Abend von Areamobile bereits hervorgehoben können mit dem neuen Apple-Handy jedoch nur Kunden der Telekom Daten via LTE mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde übertragen, zudem nur in bestimmten Gebieten von Großstädten. Der Grund: Das für den deutschen Markt vorgesehene GSM-Modell A1429 des iPhone 5 unterstützt LTE nur in den Frequenzbereichen um 850, 1.800 und 2.100 Megahertz, in Deutschland setzen die Mobilfunkbetreiber für den Highspeed-Funk auf die Frequenzbereiche um 800, 1.800 und 2.600 Megahertz. Dabei realisiert bislang die Telekom als einziger deutscher Netzbetreiber LTE im 1.800-Megahertz-Bereich und dies nur in bestimmten Stadtgebieten in Ballungsräumen.

Die Telekom hat jetzt eine Liste veröffentlicht, in der 61 Städte genannt werden, in denen das Unternehmen bislang LTE im Frequenzbereich um 1.800 Megahertz gestartet hat. Bis Jahresende soll die Zahl dieser LTE-1.800-Städte auf 100 anwachsen. Interessierte Nutzer können den Stand des LTE-Ausbaus durch die Telekom auch online unter www.t-mobile.de/funkversorgung/inland abfragen. Das iPhone 5 ist nach dem HTC One XL das zweite LTE-Smartphone im Handy-Sortiment, das HTC-Gerät beherrscht allerdings auch das im ländlichen Raum ausgebaute LTE-800. Vermutlich im Oktober wird auch das Samsung Galaxy S3 LTE bei der Telekom erhältlich sein.

LTE-Städte der Telekom im September 2012 | (c) Unternehmen

LTE-Städte der Telekom im September 2012 | (c) Unternehmen

Im UMTS-Netz bietet die Telekom den ebenfalls vom Apple iPhone 5 unterstützten Standard Dual-Carrier-HSDPA mit Übertragungsraten von bis zu 42 Megabit pro Sekunde im Downstream an. Doch die lassen sich mit dem iPhone 5 oder einem anderen kompatiblen Smartphone nur dann nutzen, wenn der Kunde zum Complete-Mobil-Tarife noch eine knapp 10 Euro pro Monat teure LTE-Option gebucht hat. Ohne LTE-Option ist die Bandbreite auf maximal 21,6 Megabit pro Sekunde beschränkt. Die Konditionen zu den Complete-Mobil-Tarifen der Telekom könnt ihr der folgenden Übersicht entnehmen.

Complete-Mobil-Tarife der Telekom im September 2012 | (c) Unternehmen

Complete-Mobil-Tarife der Telekom im September 2012 | (c) Unternehmen

Schnellere Datenübertragungen via DC-HSDPA und LTE sind jedoch nicht das einzige Feature des iPhone 5, mit dem die Telekom gegenüber anderen Mobilfunkbetreibern wie Vodafone und Telefónica Germany (O2) punkten kann. Das neue Apple-Handy unterstützt nach Angaben von Apple auch HD Voice, das ebenfalls in Deutschland momentan nur die Telekom über den Codec AMR-WB in ihrem UMTS-Netz anbietet. Um Mobiltelefonate in höherer Sprachqualität mit dem iPhone 5 führen zu können, muss jedoch auch der jeweilige Gesprächspartner ein HD-Voice-fähiges Smartphone nutzen. In einem Hintergrundartikel erläutern wir euch die HD-Voice-Technik im Telekom-Netz.

Laut Apple ist HD Voice mit dem iPhone 5 zunächst bei weltweit 20 Carriern möglich, die Namen der Netzbetreiber hat der Hersteller allerdings noch nicht genannt. Bei Vodafone und O2 gab es bisher noch keinen Startschuss für HD Voice. Vodafone hat allerdings gegenüber Areamobile angekündigt, zu einem späteren Zeitpunkt HD Voice in seinem Netz ebenfalls einzuführen, Datenraten von bis zu 42,2 Megabit pro Sekunde sind im UMTS-Netz des Düsseldorfer Netzbetreibers schon möglich.

Über die Frage, warum Apple nur auf einen in Deutschland vorhandenen LTE-Frequenzbereich setzt, kann nur spekuliert werden. Vermutlich hat der iPhone-Hersteller weniger den deutschen bzw. den europäischen Markt im Blick, wo es vergleichsweise wenige LTE-Kunden gibt, sondern vielmehr asiatische Länder wie Japan, Südkorea, Hong Kong und Singapur, in denen das iPhone-5-Modell A1429 auch vermarktet wird. Gerade im asiatisch-pazifischen Raum werden LTE-Dienste in den Frequenzbereichen um 1.800 und 2.100 Megahertz realisiert. In Deutschland könnte neben der Telekom lediglich E-Plus seinen Kunden LTE-1.800 anbieten, doch der Düsseldorfer Netzbetreiber macht das Bandbreiten-Rennen nicht mit und wird LTE erst anbieten, wenn es für den Massenmarkt interessant ist - bis dahin hat Apple schon die nächste Generation des iPhone herausgebracht.

Weitere Informationen

Themen: iPhone, LTE, Mobilfunkbetreiber, Smartphone
Quelle: Areamobile
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Kommentare
  1. 14.09.12 00:26 Martyn (Expert Handy Profi)

    Recht viel bringt aber LTE1800 selbt im T-Mobile Netz nicht, weil es nur in Grossstädten vorhanden ist.

    Viel wichtiger wäre LTE 800/2600 gewesen.

  2. 13.09.12 16:01 handyhacho (Advanced Handy Profi)

    Da überschätzt Du aber die Telekom.
    Ein Land in dem die Telekom 1800Mhz anbietet bewegt den Applezulieferer dazu, genau diese Chips zu produzieren?
    Ich vermute eher technische Gründe, vielleicht ist es noch nicht möglich alle Frequenzen auf die von Apple geforderte Bauform zu pressen, oder die Antennen auf alle Frequenzen anzupassen.
    DAS es geht zeigt Samsung, aber vermutlich wird das Note deutlich höhere Produktionskosten haben...

  3. 13.09.12 14:44 thahoodz (Member)

    hatten wir das nicht schon einmal exklusivverträge nur mit der telekom. ich denke bei der entscheidung welcher chip eingebaut wird hat telekom ein wort vielleicht auch finanziell die richtung vorgegeben.

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