Der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion hat den Abwärtstrend vorerst gestoppt. Das Unternehmen konnte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2012/2013 seinen Verlust reduzieren und den Umsatz leicht steigern. Allerdings steht RIM noch mindestens ein weiteres schwieriges Vierteljahr bevor, bis im ersten Quartal 2013 die ersten Smartphones mit der neuen Betriebssystemversion Blackberry 10 in den Handel kommen.
RIM-Chef Thorsten Heins | (c) Unternehmen
Die finanzielle Lage des Blackberry-Herstellers RIM hat sich etwas entspannt: In den Monaten Juni, Juli und August 2012 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,9 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 2,25 Milliarden Euro) und verbuchte unterm Strich einen Verlust in Höhe von 235 Millionen Dollar (182 Millionen Euro). Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres lag der Verlust von RIM noch bei 518 Millionen Dollar. Im Vorjahrestzeitraum hatte der kanadische Hersteller allerdings noch Gewinn geschrieben. An der Aktie wurde der abgeschwächte Abwärtstrend belohnt, nachbörslich legte der Kurs der RIM-Aktie zunächst um bis zu 20 Prozent zu.
RIM wird im frühen Quartal 2013 das erste Smartphone-Modell mit dem neuen Betriebssystem Blackberry OS 10 in den Handel bringen. Dabei wird es sich um rein über den Touchscreen zu steuerndes Gerät handeln, dessen Display 1.280x720 Pixel auflöst. Das bestätigte der Hersteller im Gespräch mit Areamobile. Im Mai hatte der Hersteller bereits sein neues virtuelle Tastatur mit "lernender" Software und Wortvorschlägen vorgeführt. Kurz nach dem ersten Gerät soll ein zweites Blackberry-10-Smartphone herauskommen, das sowohl einen Touchscreen mit einer Auflösung von 720x720 Pixel als auch eine physikalische Tastatur bietet. Weitere offizielle Angaben zur Ausstattung der Blackberry-10-Smartphones gibt es nur wenige: Gegenüber Areamobile kündigte RIM lediglich an, dass alle neuen Smartphones über eine NFC-Schnittstelle verfügen werden.
Mittelfristig wird es sechs Blackberry-10-Smartphones geben, drei nur mit Touchscreen und drei mit zusätzlicher echter Volltastatur. Dabei wird jeweils ein Gerät den Highend-, den Mittelklasse- und den Einsteigerbereich abdecken. In Deutschland wird es künftig wohl keine neu eingeführten Smartphones mit Blackberry OS 7 geben, in anderen Märkten wird die aktuelle Smartphone-Plattform aber weiter eine Rolle spielen und vom Hersteller deshalb noch zumindest über mehrere Jahre weiter gepflegt werden. Es ist auch die vergleichsweise hohe Nachfrage nach Blackberry-Smartphones in Ländern wie Indien, Südafrika und Indonesien, die zu dem verbesserten Ergebnis im zweiten Quartal 2012/2013 beigetragen haben.
Insgesamt hat RIM im vergangenen Quartal gerade einmal 7,4 Millionen Smartphones abgesetzt. Zum Vergleich: Das neue Apple iPhone 5 verkaufte sich an den ersten Tagen rund fünf Millionen Mal. Im Vorjahresquartal hatte RIM noch 10,6 Millionen Blackberry-Smartphones verkauft. Zurzeit zählt das Unternehmen 80 Millionen Blackberry-Abonnenten. Ab sofort in Deutschland erhältlich ist das neue Tablet-Modell Blackberry Playbook mit UMTS-Unterstützung.
RIM hat nach eigenen Angaben weltweit 6.000 Prototypen eines Blackberry-10-Geräts mit einer Beta-Version des neuen Systems an Entwickler verteilt, damit diese Apps dafür programmieren. Bei einem Besuch in der Areamobile-Redaktion präsentierte der Hersteller das neue Blackberry 10 Dev Alpha B mit einer Vorabversion des OS - Bilder und nähere Informationen dazu liefern wir euch im Laufe des Tages. Mit dem neuen, auf QNX basierenden Betriebssystem will RIM sich als Nummer Drei hinter Google mit Android und Apple mit iOS positionieren.
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Du bist nicht dabei?Lizenzen an Apple verkauft? :-P
Geschäftskunden, die sich BES samt Infrastruktur zugelegt haben?
Ich frag mich nur, wie sie das geschafft haben... Irgendwelche stillen Reserven aktiviert?
MitarbeiterKoste minimiert (5000 Ma entlassen), zusätlich in Afrika und Asien gewachsen (+ 2 mio neue Nutzer) und der große Kostenberg der Playbook Abschreibungen nicht mehr drin.
Ich glaube so kann man die Zahlen besser lesen/verstehen. Das Große Minus in letzten Bericht resultierte doch vor allem aufgrund der Hohen Abschreibung auf Playbookbestände oder nicht?