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Autor: Björn Brodersen 28.09.2012 - 11:34 | (6)

Blackberry 10: Das Ende des Blackberry Internet Service (BIS)

Areamobile hat einen Blick auf das kommende Betriebssystem Blackberry 10 des Herstellers Research in Motion (RIM) werfen können. Das kanadische Unternehmen führte die Nutzeroberfläche, spezielle Gesten und Anwendungen auf dem neuen Prototypen Blackberry 10 Dev Alpha B vor, der unter der Haube schon die Hardware der ersten Blackberry-10-Smartphones hat.

Blackberry 10: Das Ende des Blackberry Internet Service (BIS)

Blackberry 10 Dev Alpha | (c) Hersteller

Rund 6.000 Testgeräte für Entwickler von Anwendungen für das neue Betriebssystem Blackberry 10 hat RIM bislang verteilt. Da der erste Prototyp vergriffen war, präsentierte das Unternehmen vor wenigen Tagen auf dem Blackberry Jam Americas das neue Gerät Blackberry 10 Dev Alpha B. Areamobile konnte sich bei einem Redaktionsbesuch des Herstellers einen Eindruck von dem neuen Prototypen und der derzeitigen Version des neuen OS Blackberry 10 verschaffen. Zwar zeigt das recht klobig wirkende Blackberry 10 Dev Alpha B noch nicht das Äußere der kommenden Blackberry-10-Smartphones, doch unter der Haube ist schon die Hardware der neuen Geräte verbaut.

Noch gibt es wenige offizielle Angaben des Herstellers zur Ausstattung der ersten Blackberry-10-Smartphones. Fest steht, es wird mittelfristig sechs neue Geräte geben, drei mit reiner Touchscreen-Bedienung und drei mit zusätzlicher QWERTZ-Tastatur - aus jeder Reihe (Arbeitstitel sind L- und N-Series) wird es je ein Modell für den Highend-, für den Mittelklasse- udn für den Einsteigerbereich geben. Früh im ersten Quartal 2013 wird laut RIM das erste neue Blackberry-Smartphone in den Handel kommen. Dabei wird es sich um ein Gerät handeln, das nur über den Touchscreen mit einer Auflösung von 1.280x720 Pixel gesteuert wird. Kurz darauf soll der Launch eines zweiten Blackberry-10-Smartphones mit Touchscreen- und Volltastatur-Bedienung folgen. Bei diesem Gerät löst das Display 720x720 Pixel auf. Alle neuen Blackberry-Smartphones werden über eine NFC-Schnittstelle für Bezahl- und Ticketing-Dienste verfügen.

Auf dem Videoportal Vimeo war kurzzeitig ein Werbevideo zu den ersten beiden Blackberry-Smartphones zu sehen gewesen, aus dem das Fanblog Crackberry Screenshots zeigt. Eines der Fotos zeigt ein Touchscreen-gerät sowie ein Smartphone-Modell mit Touchscreen und echter Volltastatur, das vom Design her an die Geräte der Blackberry-Bold-Serie erinnert.

So sehen angeblich die ersten Blackberry-10-Smartphones aus | (c) Crackberry | (c) Areamobile

So sehen angeblich die ersten Blackberry-10-Smartphones aus | (c) Crackberry | (c) Areamobile

Nach Angaben von RIM gegenüber Areamobile wird die aktuelle Blackberry-Plattform in den kommenden Jahren noch unterstützt werden und es werden auch neue Geräte mit Blackberry 7 herauskommen - allerdings nicht in Deutschland. Wie Nokia beim Umsatteln von Symbian auf Windows Phone wird wohl auch das kanadische Unternehmen mit der älteren Plattform vor allem auf Kunden in Schwellenländern abzielen. Schon im vergangenen Quartal verzeichnete das Unternehmen eine vergleichsweise hohe Nachfrage nach Blackberry-7-Geräten in asiatischen Ländern und in Südafrika.

Ursprünglich wollte RIM schon in diesem Jahr erste Geräte für das neue Betriebssystem herausbringen, doch das Unternehmen benötigt mehr Zeit für die Fertigstellung der Plattform. Anfang Oktober beginnen jetzt die Tests der Geräte mit den Netzbetreibern. Von der aktuellen Blackberry-Plattform bleiben Merkmale wie die Push-Technologie, die Sicherheits-Architektur, der Blackberry Messenger (BBM) und der Blackberry Enterprise Server (BES, künftig: BES 10) bestehen, allerdings wird alles in ein neues Gewand gekleidet. Die bislang über den Blackberry Internet Service (BIS) abgewickelten Dienste für Privatanwender werden nicht mehr über die Blackberry-Server mit komprimiertem Datenvolumen, sondern bei Blackberry 10 über das offene Internet laufen, so der Hersteller. Das erfordert zwar künftig schnellere Datenschnittstellen auf den Blackberry-10-Smartphones für mobiles Internet und Downloads, damit sind andererseits aber auch die langen Latenzzeiten beim Browsen mit dem Blackberry passé.

RIM Zeigt Blackberry OS 10 Beta 3 auf dem Blackberry Jam Americas | (c) Unternehmen

Homescreen von Blackberry OS 10 | (c) Unternehmen

RIM Zeigt Blackberry OS 10 Beta 3 auf dem Blackberry Jam Americas | (c) Unternehmen

Browser von Blackberry OS 10 | (c) Unternehmen

 

Das heißt auch: Auf den Blackberry-10-Geräten, die getrennte Bereiche für die private und für die berufliche Nutzung mit Unternehmensanbindung bereithalten, sind nur die Unternehmensdaten per Passwort geschützt und können im Verlustfall vom Firmen-Admin aus der Ferne gelöscht werden. Private Anwender können optional den Zugriff auf das Handy per Passwortabfrage schützen und ihre Daten sowie die Remote-Löschung über den Dienst Blackberry Protect einrichten.

Was das Aus für den Blackberry Internet Service für Privatanwender in Deutschland für weitere Folgen hat, kann zurzeit nur vermutet werden, denn weitere Angaben zu dem Thema wollten die RIM-Vertreter noch nicht machen. Es ist gut möglich, dass private Anwender künftig keine spezielle Tarifoption mehr buchen müssen, um den Blackberry-Dienste nutzen zu können. Bereits jetzt gibt es etliche Smartphone-Tarife der Netzbetreiber, die die Blackberry-Option integriert haben. In der Schweiz und in Österreich ist dies bereits Usus. Wir gehen auch davon aus, dass die ersten Blackberry-10-Smartphones auch den Highspeed-Standard LTE (Long Term Evolution) unterstützen werden, denn im kommenden Jahr wird der LTE-Netzausbau merklich weiter vorangeschritten sein.

Als Zielgruppe fasst RIM die "Blackberry People" ins Auge. Das sollen Unternehmenskunden sowie alle anderen "aktiven Nutzer von vernetzter Kommunikation" sein. Das neue System soll sich wie im Fluss ("Flow") und schneller bedienen lassen. Auf dem Prototypen Blackberry 10 Dev Alpha B konnten wir uns bereits einen Eindruck von Blackberry OS 10 mit der Benutzeroberfläche, einigen Anwendungen, dem echten Multitasking und speziellen Steuergesten verschaffen - diese präsentieren wir in Kürze in einem Video.

Themen: Smartphones
Quelle: Areamobile, Crackberry
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Kommentare
  1. 29.09.12 01:03 Whiskas (Member)

    Ich favourisiere den neuen Fortgang wirklich. Ich bin ein ebensolcher BB-User, welcher sich aber nicht auf die Option ansich versteifen will. Die heutigen Datennetze sind breitbandig genug, um die geringere Kompressionsrate dennoch zu bewältigen. Ich glaube kaum, dass es dabei zu merklichen Einbußen kommen wird, zumal ja der eigentliche E-Mailverkehr weiterhin über eine intere Option möglich sein wird.

    Meine Hoffnung ist nur, dass BB dadurch wieder besser Fuß fassen wird. Solange sie die Konfigurationsmöglichkeiten auf den selben Standart wie jetzt belassen, sollte einem mutzerfreundlichen Betriebssystem nichts im Wege stehen.

    Ich bin auf BB-OS sehr gespannt und als jetziger Kunde nicht abgeneigt auch bei diesem Hersteller zu bleiben.

  2. 28.09.12 20:13 handyhacho (Advanced Handy Profi)
    Sauber

    Rim macht sein eigenes Ding.
    Legt die gesamte Macht in die Haender der User, und der QNX-Kernel ist auf mobilen Geraete ohnehin erste Wahl.
    Da schlaegt das Herz der Businesskunden hoeher.
    Ich koennte mir sogar vorstellen, dass das System auch fuer Privatanwender interessant werden koennte, denn nicht alle User moechten saemtliche private Daten in die Haende amerikanischer Cloud-Dienste legen, und bei WP, Android und mittlerweile auch dem iphone fuehrt schliesslich fast kein Weg daran vorbei.
    Wir werden sehen. Ich bin gespannt.

  3. 28.09.12 18:34 n-nutzer (Handy Profi)
    Zu den Leaks

    Sieht eigentlich nach Photoshop aus oder? Ich meine der Bold Nachfolger scheint eher auf Basis der Präsentationsunterlagen erstellt worden zu sein, die vpr einiger Zeit veröffentlicht wurden.

    Daraus ersichtlich waren:

    720 x 720 auflösung
    Amoled Display (aber nicht in allen Märkten)
    grade Tastatur-Reihen auf dem Bold Platzhalter

    Daher glaube ich das die obigen Videos eher darauf basieren. Es ist zu sehr einfach nur das heutige bold in die Länge gezogen. Und bei den heutigen Möglichkeiten: Warum nooch sooo viel Abstand über dem Display lassen?

    Nicht das mich Design besonders stört, aber ich glaube schon das sie etwas anderes versuchen,

    Zu einem anderen Post zur BB-Jam veranstaltung von mir:
    Warum hat nicht Rim lieber versucht ein paar Designstudien asuzustellen auf der Messe, anstatt das solche dummen Leaks erscheinen? Besser wäre es doch das Interesse selber zu steuern, ein paar Designstudien auszustellen (meinetwegen hinter Vitrinen) um die Kundenresonanz zu testen? Ähnlich wie es Automobilhersteller machen?

    Das wäre doch der viel bessere Weg gewesen! So nehmen wieder andere das Zepter in die Hand.

  4. 28.09.12 16:46 n-nutzer (Handy Profi)

    Wenn der Wegfall des BIS im Nutzen keine Einschränkung aufweist und die Push services trotzdem weiterhin so schnell und gut arbeiten wie bisher ist dagegen sicherlich nichts einzuwenden.

    Dann fallen auch bei den meisten bisherigen Provider hoffentlich die Blackberry kosten weg und neue Provider können ebenfalls BlackBerry anbieten.

    Könnte sich zu einer besseren Ausgangslage entwickeln.

  5. 28.09.12 13:23 IMPULS

    Das Business-Segment wird wohl kaum ausreichen um wieder nach oben zu
    Kommen. RIM braucht umbedingt den "Normalokunden" Bereich. Vor allem hier muss gepunktet werden. Hoffen wir mal das RIM noch die Kurve kriegt und
    Sie noch "finanziell" (*räusper) durchhalten....schade das das Weinachtsgeschäft
    Somit für RIM dahin ist.

  6. 28.09.12 12:58 sabu (Advanced Handy Profi)

    Wenn sie im Zeitplan bleiben, haben sie zumindest den Business Bereich im griff, der consumer Bereich bleibt denk ich aussen vor, da haben trotz guter hardware andere interessantere Eisen im Feuer

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