Die zunehmende Smartphone- und Tablet-Nutzung macht den Mobilfunkbetreibern zu schaffen: Sie kommen mit dem Netzausbau nicht hinterher, Datenstau im Netz ist kein Ausnahmefall. Die Mobilfunker sind sich des Problems bewusst und wollen den Netzausbau vorantreiben.
LTE-Antenne | (c) O2
Die steigende Verbreitung von Smartphones und Tablets ist der wesentliche Treiber für das Wachstum des Datenübertragungsvolumens im Mobilfunkbereich. Und das Volumen, das über die Mobilfunknetze übertragen wird, wird in Zukunft noch stärker zunehmen, da durch LTE wesentlich mehr Daten transportiert werden können. Das prognostizieren der Branchenverband VATM und das Beratungsunternehmen Dialog Consult in ihrer Studie zum deutschen Telekommunikationsmarkt 2012. Das Datenvolumen, das über die Zukunftstechnologie LTE abgewickelt werden wird, wird rasant steigen“, sagt VATM-Präsident Gerd Eickers.
LTE (Long Term Evolution) soll allerdings auch für eine Entlastung der 2G- und 3G-Netze sorgen, denn dort sind mittlerweile Datenstaus durch den Smartphone-Boom keine Seltenheit. Dann tröpfeln die Daten nur langsam auf dem Handy ein, Internetseiten werden im Browser nicht aufgebaut, oder es kommt erst gar keine Datenverbindung zustande. Das liegt nicht unbedingt immer an der für alle Nutzer in einer Funkzelle verfügbaren Bandbreite, sondern manchmal auch an der Zahl der gleichzeitigen Signailiserungen. In diesem Jahr nimmt laut VATM-Studie das Datenübertragungsvolumen im Mobilfunkbereich um rund ein Drittel zu – auf 130,7 Millionen Gigabyte in den 2G- und 3G-Netzen. Damit habe sich das Gesamtvolumen in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt, das durchschnittliche Datenvolumen eines Postpaid-Nutzers in Deutschland betrage mit 196 Megabyte pro Monat 30 Prozent mehr als 2011.
Auf der Website wir-sind-einzelfall.de haben seit vergangenem Jahr Tausende von O2-Kunden ihrem Frust über schlechte Datenverbindungen und abwehrende Antworten des Kundendienstes des Netzbetreibers freien Lauf gelassen. Der dadurch aufgebaute Druck reichte aus, um den Mobilfunkbetreiber dazu zu bewegen, sich ernsthaft mit dem Netzproblem zu befassen. Die Telefónica Germany (O2) greift jetzt teilweise auf den Backbone der Telekom zurück, um kostengünstiger die Kapazitäten und Übertragungsgeschwindigkeiten in seinem Datennetz erhöhen, und erstattet jetzt regelmäig auf seiner Website Bericht über die laufenden Netzausbauanstrengungen. Konkurrent E-Plus, der bislang noch kein kommerzielles LTE-Netz gestartet hat, wird zum 1. November in seinen neuen Smartphone-Tarifen die Bandbreite pro Nutzer auf maximal 3,6 Megabit pro Sekunde im Downstream begrenzen, um die vorhandene Kapazität einer Funkzelle auf alle Kunden in diesem Bereich möglichst gerecht zu verteilen.
Doch auch in den Netzen der beiden größten deutschen Netzbetreiber läuft nicht alles reibungslos. "Wir wissen, dass wir an manchen Stellen nachbessern müssen", zitiert der Focus beispielsweise einen Vodafone-Sprecher. Der Düsseldorfer wollen dafür einen dreistelligen Millionenbetrag bereitstellen. Die Telekom beabsichtigt dagegen, mehr als eine Milliarde Euro in den Ausbau des neuen schnelleren LTE-Netzes zu stecken. Während Vodafone und Telekom größere Investitionen in den Netzausbau stemmen können, setzen die kleineren Wettbewerber E-Plus und O2 auf kostengünstigere Lösungen. O2, das in Kürze an die Börse geht, will in den kommenden zwei Jahren ebenfalls verstärkt LTE ausbauen, kann dies jedoch nach eigenen Angaben wegen der verwendeten Technik vornehmlich durch Software-Aktualisierungen bewerkstelligen.
LTE kann helfen, die 2G- und 3G-Netze der deutschen Mobilfunkbetreiber zu entlasten. Allerdings sind die LTE-Netze bislang noch sehr löchrig und können in der Regel nur gegen Aufpreis von den Kunden genutzt werden. Lediglich die Telekom bietet allen Mobilfunk-Kunden mit Laufzeitvertrag automatisch den Zugang zum LTE-Netz, wenn auch mit beschränkter Bandbreite. Postpaid-Kunden von Vodafone und O2 müssen eine LTE-Option bzw. ein Surf-Upgrade zum Smartphone-Tarif buchen, um Zugang zum Highspeed-Netz zu erhalten.
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Du bist nicht dabei?Was wir brauchen sind Premium Verträge die sicherstellen das man immer telefonieren und mit voller Geschwindigkeit surfen kann, dafür sollte man andere Nutzer mit Billigverträgen z.B.Prepaid technisch ausbremsen.
Wir brauchen ein Klassen Netz wo jeder das bekommt was er bezahlt.
Wer mehr bezahlt genießt dann Vorrang.
Komme gerade aus Hamburg zurück, kein Netz, keine Anrufe, Datenverbindung nur auf gut Glück und alles dauert und dauert o2 ist und bleibt billig und schlecht.
Für mich heißt das ab zur Telekom und Tschüß o2.
@Cookie
Nur wird kein Kunde soweit denken. Zumindest die wenigsten.
Es heißt dann "Aber warum bieten sie sowas nicht an? Bei der Konkurrenz ist das viel billiger"
Das Verständnis der Kunden ist gefragt und um das zu bekommen muss viel passieren.
In meinen Augen ist die "immer billiger, immer mehr" Phase eine riesengroße Seifenblase die irgendwann platzt.
Und zwar dann wenn die großen Anbieter nicht mehr die Qualität liefern können und somit dann auch die Discounter betroffen sind, die sich ja bei den großen einmieten.
Es wird dann bestenfalls zu Konstanz kommen aber Wachstum, sprich: Ausbau, Qualitätsverbesserung allenfalls nur sehr, sehr langsam voranschreiten.
" Die Netzbetreiber schielen nämlich auf möglichst viele Kunden denn für die zählen nur Kundenzahlen!"
==> Sorry, aber das ist Unsinn. Viel entscheidender ist der ARPU.
Wobei entscheidend?
In den letzten Jahren ging der ARPU pro Kunde immer weiter runter, durch die vielen Flattarife und die Margen werden geringer. Warum fangen die Anbieter wohl an viele Bereiche im Unternehmen auszulagern?
Mit billigen Tarifen und mäßig ausgebautem Netz, wird man früher oder später Datenstau haben. Klar zu teuer sollen die Tarife auch nicht sein, aber lieber etwas mehr Geld bei den Tarifen ansetzen und das Netz permanent ausbauen, und zum späterem Zeitpunkt die Preise anpassen.
@N73Willi
Es gibt KEINEN Tarif beid er Telekom der ab 120 MB gedrosselt wird.
Bei Tarifen um die 40€ sind wenigstens 200 MB Highspeed Volumen inklusive.
@ Cookie:
"" Die Netzbetreiber schielen nämlich auf möglichst viele Kunden denn für die zählen nur Kundenzahlen!"
==> Sorry, aber das ist Unsinn. Viel entscheidender ist der ARPU.
Wobei entscheidend?"
==> Sollte meinen: viel wichtiger als die absolute Kundenzahl ist für die Netzbetreiber der ARPU. oder anders gesagt: "Was bringen mir viele Kunden wenn ich nichts an ihnen verdiene?"
"In den letzten Jahren ging der ARPU pro Kunde immer weiter runter, durch die vielen Flattarife und die Margen werden geringer."
==> Ja, sag ich ja: wichtiger als hohe absolute Kundenzahlen ist ein hoher ARPU.
"Warum fangen die Anbieter wohl an viele Bereiche im Unternehmen auszulagern?"
==> Weil sie Kosten sparen wollen?
"Mit billigen Tarifen und mäßig ausgebautem Netz, wird man früher oder später Datenstau haben. Klar zu teuer sollen die Tarife auch nicht sein, aber lieber etwas mehr Geld bei den Tarifen ansetzen und das Netz permanent ausbauen, und zum späterem Zeitpunkt die Preise anpassen."
==> Ganz in diesem Sinne waren meine #5 + #8/I gemeint
@ Peerex:
"In meinen Augen ist die "immer billiger, immer mehr" Phase eine riesengroße Seifenblase die irgendwann platzt.
Und zwar dann wenn die großen Anbieter nicht mehr die Qualität liefern können und somit dann auch die Discounter betroffen sind, die sich ja bei den großen einmieten.
Es wird dann bestenfalls zu Konstanz kommen aber Wachstum, sprich: Ausbau, Qualitätsverbesserung allenfalls nur sehr, sehr langsam voranschreiten."
==> Sehr gut analysiert und treffend zusammengefasst.
EDIT:
Ist das nicht schön, wie wir uns weitgehend alle hier im Prinzip einig sind? :-))