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Autor: Björn Brodersen 30.10.2012 - 15:52 | (12)

O2 will Bewegungsdaten seiner Kunden zu Geld machen

Der Mobilfunkanbieter Telefónica Germany (O2) ist heute erfolgreich an der Börse gestartet. Das Unternehmen nahm insgesamt 1,45 Milliarden Euro ein, der zwischenzeitliche Höchststand lag mit 5,78 Euro pro Aktie 18 Cent über dem Ausgabepreis. Um weitere Einnahmen zu generieren, will O2 künftig auch Bewegungsdaten seiner Kunden verkaufen. Datenschützer sind alarmiert.

O2 will Bewegungsdaten seiner Kunden zu Geld machen

Börsenstart von Telefónica Germany | (c) Unternehmen

Die Telefónica Germany will über seine Anfang Oktober gegründete Datensparte Dynamic Insights und in Kooperation mit dem Marktforschungsunternehmen GfK anonymisierte Kundendaten vermarkten, darunter auch Bewegungsprofile von Nutzern einer O2-SIM-Karte in Handy, Smartphone oder Tablet. Das berichtet Tagesschau.de. Das Smart Steps genannte Projekt soll zunächst in Großbritannien und dann auch in Deutschland starten. Dabei kombiniert O2 Kundendaten wie Alter und Geschlecht mit Bewegungsdaten und bietet diese anonymisiert Unternehmen aus der Werbebranche an. Beispielsweise erfahren die Unternehmen so, vor welchem Geschäft in einem Einkaufszentrum ein O2-Kunde eines bestimmten Alters und Geschlechts stehen blieb.

Datenschützer schlagen Alarm

Laut dem Bundesdatenschutzbeauftragten setzt eine Auswertung der Ortsdaten von Mobilfunkteilnehmern entweder eine Einwilligung des Kunden oder eine vollständige Anonymisierung der Daten voraus. O2 bietet offenbar Neuverträge mit einer vorformulierten Einwilligungserklärung an. Darin erklären die Neukunden, dass O2 personenbezogene Daten und Standortdaten auch für Vermarktungs- und Marktforschunszwecke verwenden darf.

Datenschützer schlagen Alarm. Standortdaten seien hochsensibel, da sie eindeutig zeigten, wo sich jemand aufhalte, gibt Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, zu bedenken. "Insofern sehe ich es mit großen Bauchschmerzen, dass jetzt offensichtlich Telekommunikationsunternehmen beginnen, diese Daten in die Welt zu streuen."

Gelungener Börsenstart

Der Mobilfunkanbieter hat heute zudem einen gelungenen Börsenstart hingelegt. Die hoch verschuldete spanische Mutter Telefónica kassiert für die Platzierung von gut 23 Prozent ihrer Anteile an der deutschen Tochter rund 1,45 Milliarden Euro. Insgesamt gab sie rund 258,8 Millionen Anteilsscheine zu je 5,60 Euro aus, nach dem Börsengang notierte das Papier bei 5,70 Euro. "Wir freuen uns über die große Nachfrage nach unserer Aktie. Jetzt wollen wir erfolgreich weiter wachsen. Dafür sind wir im deutschen Markt sehr gut aufgestellt", sagte O2-Chef René Schuster. "Besonders stark sind wir im Geschäft mit mobilen Daten, und darauf bauen wir auch in Zukunft."

Netzwerk-Sharing

Das Unternehmen plant außerdem die gemeinsame Nutzung der Mobilfunknetze in Deutschland mit einem anderen Netzbetreiber, um Kosten zu sparen.

Themen: Mobilfunkbetreiber
Quelle: Tagesschau.de, O2-Pressemitteilung
Kundendaten

Würde es euch stören, wenn ein Mobilfunkbetreiber eure Bewegungsdaten anonymisiert an andere Unternehmen verkauft?

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Kommentare
  1. 31.10.12 17:46 Gandalf (Advanced Handy Profi)

    Warum wundert mich das jetzt überhaupt nicht. Telefonicas Lage ist auch alles andere als grün.

  2. 31.10.12 16:22 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    Wenn ich als Kunde was davon hätte und sie die Daten für eigene Zwecke nutzen und nicht weitergeben, dann würde mich das nicht allzusehr stören. Dann müsste dafür aber auch das Netz endlich gut werden und die Preise stark sinken. Das Prinzip Google könnte auch für einen Netzbetreiber funktionieren und wenn der Kunde weiß, mit was er bezahlt, dann ist das seine eigene Entscheidung. Eben wie bei Google.



    @franky:
    > Wahrscheinlich ist o2 nur der einzige Anbieter der es zugibt, dass er.die Bewegungsdaten verkauft.
    Das glaube ich auch...

  3. 31.10.12 14:51 TheHunter (Professional Handy Master)

    Funkzellen, GPS müsstest du selbst einschalten und die müssten einen Trojaner auf deinem HAndy einschleusen, der die GPS-Daten ausliest und zu denen schickt. Das wäre hochgradig illegal, schon nach heutigen Datenschutzrichtlinien.

    Ich habe meinen Vertrag bei O2 eh schon gekündigt, einfach weil das Netz wie Mx_Passi schon schrieb, in Hannover total kacke ist. Telefon ist mir Wurst, aber auch das Datennetz ist grottenschlecht.

  4. 31.10.12 14:19 Ponyslayer (Advanced Member)

    Wollen die dazu das GPS Modul meines Handys verwenden oder es über die Funkzellen ermitteln?

  5. 31.10.12 04:46 franky_79 (Member)

    Wahrscheinlich ist o2 nur der einzige Anbieter der es zugibt, dass er.die Bewegungsdaten verkauft.

  6. 31.10.12 04:12 sabu (Advanced Member)

    Ich bin nicht bei o2

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