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Autor: Björn Brodersen 30.11.2012 - 08:00 | 0

Stiftung Warentest: De-Mail und E-Postbrief noch nicht ausgereift

Die elektronischen Briefdienste De-Mail und E-Postbrief sind noch nicht ausgereift. Diese Ansicht vertritt die Stiftung Warentest nach einem Vergleich der im Markt vertretenen Systeme. Größtes Manko sei, dass sie nicht miteinander kompatibel sind.

Stiftung Warentest: De-Mail und E-Postbrief noch nicht ausgereift

De-Mail | (c) BSI

Die Stiftung Warentest hat die drei bislang gestarteten elektronischen Briefdienste miteinander verglichen: die im Herbst gestarteten De-Mail-Dienste von Telekom und Francotyp-Postalia sowie den schon zwei Jahre älteren E-Postbrief der Deutschen Post. Beide Systeme sind sicherer als herkömmliche E-Maildienste, erfordern allerdings mehr Aufwand, denn Nutzer müssen sich zunächst anmelden und identifizieren, haben die Warentester herausgefunden.

Im Test war der E-Postbrief innerhalb von 24 Stunden einsatzbereit, bei der Telekom De-Mail dauerte es eine Woche, und bei Francotyp-Postalia mussten die Tester sogar einen Monat warten. Das letztgenannte Unternehmen betreibt keine Läden, in denen sich Nutzer identifizieren können. Stattdessen schickt es einen Dienst­leister nach Hause, der die Anmelde­daten mit dem Ausweis abgleicht. Die Telekom prüft die Identität ihrer De-Mail-Nutzer in Telekom-Shops. Beim E-Postbrieg geht dies per Postident-Verfahren.

E-Postbrief | (c) Deutsche Post

E-Postbrief | (c) Deutsche Post

Unterschiede gibt es laut Stiftung Warentest auch bei den Preisen. De-Mails kosten je nach Datengröße zwischen 33 und 49 Cent: Die Telekom schenkt jedem Nutzer monatlich 3, bis Jahresende sogar 50 De-Mails. Ab der 51. Nachricht zahlen sie 39 Cent. Bei Francotyp-Postalia zahlen Nutzer 33 Cent je Nachricht bis 50 Kilobyte. Größere Nachrichten kosten zwischen 39 und 49 Cent. Zusätzliche Optionen wie Versandbestätigung oder Identitätsprüfung des Empfängers per mobiler Tan kosten extra, heißt es. Dabei zeigten weder Francotyp-Postalia noch die Telekom vor dem Versand die anfallenden Kosten an. Die Abrechnung komme erst Wochen später. Der E-Postbrief ist mit jeweils 55 Cent teurer als der De-Mail-Versand.

Vorteil der elektronischen Briefdienste sei es, dass Nachrichten und Dokumente sowohl vertraulich als auch schnell via Internet verschickt werden können. Doch seien die Einsatzmöglichkeiten bei Rechtsgeschäften beschränkt: Die Kündigung eines Vertrags oder einer Versicherung ist mit dem E-Postbrief gar nicht und mit der De-Mail nur mit viel Extra-Aufwand möglich, so die Stiftung Warentest. Der E-Postbrief verwende keine qualifizierte elektronische Signatur, er könne also keine rechtsverbindlichen Erklärungen ersetzen, die Schriftform zwingend vorschreiben. Die Standard-De-Mail sei ähnlich sicher und vertraulich wie der E-Postbrief. Rechtssicherheit gewährten erst die zusätzlichen kostenpflichtigen Optionen wie Absender­bestätigung, Abholbestätigung und Persönlich.

De-Mail | (c) BSI

De-Mail | (c) BSI

Gegen eine Anmeldung für einen elektronischen Briefdienst spricht laut Stiftung Warentest zudem, dass es zwischen beiden Systemen keine Verbindung gibt - Nutzer des E-Postbriefs könnten keine Nachrichten an De-Mail-Adressen schicken und umgekehrt. Die Zahl möglicher Empfänger ist somit stark begrenzt.

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