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Autor: Björn Brodersen 02.12.2012 - 17:00 | (5)

20 Jahre SMS: SMS-Nutzung nimmt trotz WhatsApp & Co. weiter zu

Am Montag wird die SMS 20 Jahre alt. Ein Mobilfunk-Nebenprodukt hat sich zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt. Und trotz wachsenden Verbreitung von Smartphones und Messaging-Apps wie WhatsApp ist die SMS noch lange nicht tot: Die Mobilfunkbetreiber verzeichnen weiterhin steigende Nutzungszahlen.

20 Jahre SMS: SMS-Nutzung nimmt trotz WhatsApp & Co. weiter zu

SMS-Nutzung ⎢ (c) Vodafone

Angesichts der wachsenden Verbreitung von Smartphones und der zunehmenden Beliebtheit von Messaging-Apps wie iMessage, WhatsApp, Facebook Messenger oder Yuilop ist der Tod der SMS schon oft beschworen worden. Doch davon ist der Kurznachrichtendienst noch weit entfernt, die Mobilfunk-Unternehmen verzeichnen nach eigenen Angaben sogar weiter steigende Nutzungszahlen. "Es gibt zwar Stimmen, welche die SMS schon totsagen. Doch der Trend geht in eine andere Richtung", sagt René Schuster, CEO von Telefónica Deutschland, anlässlich des 20. Geburtstags der SMS. "Allein bei uns stieg das SMS-Volumen in den ersten zehn Monaten um 27 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres." Der Bundesnetzagentur zur Folge wurden 2011 rund 55 Milliarden Kurzmitteilungen in Deutschland versendet. Dies entspricht einem Wachstum von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am Tag versenden die Deutschen fast 117 Millionen Kurzmitteilungen und damit pro Minute mehr als 80.000 SMS.

20 Jahre SMS ⎢ (c) O2

20 Jahre SMS ⎢ (c) O2

Flatrate-Tarife und sinkende Preise animieren zur SMS-Nutzung

Zwar dürften Flatrate-Tarife, die den unbegrenzten SMS-Versand innerhalb Deutschlands zum monatlichen Festpreis ermöglichen, viele Nutzer zu intensiverem SMS-Versand verleiten, doch die SMS bietet gegenüber den Messaging-Diensten auch Vorteile: Eine Kurzmitteilung kann an jedes Mobiltelefon versendet werden, es muss dazu keine spezielle Anwendung auf dem Handy oder Smartphone installiert werden, und die Standard-Preise sind in den vergangenen Jahren bis auf unter 10 Cent pro versendeter Kurznachricht gesunken. Die Mobilfunkbetreiber haben allerdings zum Jubiläum der SMS keine Zahlen zur Umstzentwicklung in den vergangenen Jahren mit dem Kurznachrichtendienst allein veröffentlicht. Vodafone vermeldet zumindest um 4,2 Prozent auf 521 Millionen Euro gestiegene Umsätze zum Halbjahr mit SMS und MMS. Die Analysten von Ovum gehen davon aus, dass 2011 wegen der Online-Messaging-Dienste die Mobilfunkbetreiber weltweit Einnahmeeinbußen in Höhe von 10,5 Milliarden Euro hatten.

Auch weltweiter SMS-Traffic steigt weiter

Informa Telecoms & Media schätzt, dass in diesem Jahr weltweit 6,7 Billionen SMS-Mitteilungen versendet werden - 13,6 Prozent mehr als 2011. Bis 2016 wird der SMS-Traffic der Prognose zufolge auf 9,4 Billionen steigen und Umsätze in Höhe von 127 Milliarden US-Dollar ergeben. Gerade in Märkten wie Afrika, Asien und Lateinamerika werde die SMS wegen der noch geringen Verbreitung von Smartphones weiter eine wichtige Rolle spielen.

90er Jahre: Nutzer akzeptierten die SMS nur langsam

SMS steht für Short Message Service. Am 3. Dezember 1992 tippte Neil Papworth Weihnachtsgrüße auf der Tastatur, sendete die Kurznachricht von einem Computer an ein Mobiltelefon im britischen Vodafone-Netz. Anfangs nutzten lediglich Mobilfunkbetreiber die auf 160 Zeichen begrenzte SMS, um ihre Kunden über Störungen im Netz zu informieren. Erst seit 1994 unterstützte nahezu jedes Mobiltelefon den kommerziellen SMS-Dienst. Die Nutzer erkannten dann so langsam, wie praktisch die kurzen Botschaften auch für private Zwecke sein können. Der neue Service war nicht nur eine schnelle Art der Nachrichtenübermittlung, sondern auch günstiger als ein Telefonat. "Tatsächlich wurde die SMS zunächst kaum von unseren Kunden genutzt. Der exponentielle Anstieg des SMS-Versandes begann dann erst Ende der Neunzigerjahre", so Erik Friemuth, Leiter der Consumersparte bei Vodafone. "Damals sorgte die Einführung der Prepaid-Angebote dafür, dass die Zahl der versendeten SMS rasant von 3,6 Milliarden im Jahr 1999 auf 11,4 Milliarden im Jahr 2000 anstieg."

Weihnachts- und Urlaubsgrüße per SMS

Heute können es sich 80 Prozent der 25- bis 34-Jährigen in Deutschland vorstellen, ihre Weihnachtsglückwünsche per SMS senden. Das zeigt eine neue Umfrage von YouGov im Auftrag von Telefónica Deutschland. Auch wenn man alle Altersklassen betrachtet, bekommt diese Antwort eine breite Mehrheit von 62 Prozent. Von den 18- bis 24-Jährigen in Deutschland würde sich fast die Hälfte sogar per SMS krank melden (47 Prozent). Forsa-Umfragen zeigen zudem, dass 64 Prozent der Handynutzer im Alter von 14 bis 36 Jahren auf diesem Wege kurze Liebeserklärungen verschicken. Auch bei Urlaubsgrüßen steht die SMS hoch in der Gunst der Deutschen, 26 Prozent der Urlauber verschicken ihre Grüße elektronisch im 160-Zeichen-Format.

Mobilfunkbetreiber starten mit Joyn eigene SMS-Alternative

Die zunehmende Verbreitung von Smartphones und die steigende Beliebtheit von Online-Messaging-Diensten können jedoch auch die Mobilfunkbetreiber nicht ignorieren. Vodafone hat zur IFA 2012 die eigene Alternative Joyn eingeführt. Die Joyn-Apps für iOS und Android der Telekom befindet sich noch im Beta-Status, O2 startet im kommenden Jahr mit dem Messaging-Dienst.

Der Mobilfunkbetreiber O2 hat in seinem Unternehmensblog eine anschauliche Illustration zu 20 Jahren SMS veröffentlicht.

Happy Birthday - 20 Jahre SMS
Themen: SMS
Quelle: O2, Vodafone, IZMF, Ovum, Informa Telecoms & Media
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Kommentare
  1. 04.12.12 17:03 Philipp Albin (Member)
    Sms

    SMS ist das beste. Whats App hat nur Probleme mit der Sicherheit und man braucht WLAN. Die SMS schlägt man halt nicht ;)

  2. 04.12.12 03:28 Gandalf (Advanced Handy Profi)

    Ich versende pro Tag immer noch ca 50 SMS.
    Und wenn ich ehrlich bin, ziehe ich die SMS WhatsApp ganz klar vor.
    Ist persönlicher und sicherer.
    Möchte sie nicht mehr missen.

  3. 03.12.12 11:25 Firenze1848 (Handy Profi)

    Dass SMS an sich teuer sind ist doch mittlerweile hinlänglich bekannt. Deshalb gibt es ja auch die ganzen Flats. Ohne die wäre der Versand mittlerweile bedeutend geringer.
    Dass Menschen nicht mehr miteinander reden wegen SMS & Co. kann ich nicht bestätigen. SMS & Co. sind für mich und für sehr Viele, die ich kenne reines Mittel zum Zweck: Kommunikation, wenn man nicht beieinander ist. Ich schreibe meiner Freundin sehr gerne mal ne SMS, wenn ich sie (mal) nicht sehe. Das heißt noch lange nicht, dass dadurch die "normale" Kommunikation stirbt. Aber gut, macht jeder selbst seine Erfahrungen.

  4. 03.12.12 09:39 Fritz_The_Cat (Expert Handy Profi)

    @ Marco:
    Ja, ich teile Deine Erfahrungen und stimme Dir vollauf zu. Gleichzeitig halte ich SMS, bezogen auf die übertragene Datenmenge von max. 1kB pro SMS, für dramatisch überteuert.
    Technisch bedingt hat eine SMS eine Größe von max. 1120 Bit, also rund 1KB. 1000 SMS ergeben also etwa 1MB. Bei einem Einzelpreis von 10 ct pro SMS bedeutet das umgerechnet also sagenhafte 100 Euro pro MB ! Zum Vergleich: Für die Datenübertragung per Laptop oder Smartphone berechnen die Mobilfunker bei Prepaidkarten im Durchschnitt 25-35 Cent pro MB. SMS sind also etwa 330 Mal (!!) so teuer.

  5. 02.12.12 21:47 89marco89 (Handy Profi)

    SMS an sich ist etwas gutes. Leider ersetzt es bei vielen Menschen die herkömmliche Kommunikation. Die Menschen reden nicht mehr miteinander, sondern schreiben sich den ganzen Tag irgendwelchen Mül...aber wenn sie sich gegenüberstehen kommt kaum ein Wort raus :) meine Erfahrung mit sms, Whatsapp etc.

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