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Autor: Rene Melzer | 18.12.2012 - 17:33 | (62)

Französische Journalisten: Für Foxconn sind faire Arbeitsbedingungen ein Fremdwort

Der chinesische Auftragsfertiger Foxconn setzt seine Selbstverpflichtung für bessere Arbeitsbedingungen offenbar nicht in allen seinen Fabriken um. Nach einem aktuellen Bericht des Fernsehsenders France 2, herrschen in einigen Werken noch immer unwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen. Auch Zwangsarbeit wurde entdeckt.

Französische Journalisten: Für Foxconn sind faire Arbeitsbedingungen ein Fremdwort

Chinesische Arbeiter bei Foxconn | Foto: Zhongguancun Online News

Französische Journalisten haben sich Undercover in eine der Foxconn-Fabriken eingeschleust und die Berichte bestätigt, dass sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter beim Auftragsfertiger von Apple, Sony, Samsung und anderen Elektronik-Anbietern nicht verbessert haben. Das Unternehmen versprach nach einer Reihe von Selbstmorden und massiver Kritik durch Nichtregierungsorganisationen und Medien mehr Gehalt, weniger Überstunden und eine bessere Sicherheit am Arbeitsplatz.

Nach früheren Berichten wurden die Versprechen auch umgesetzt. Doch offenbar herrschen nicht in allen Fabriken von Foxconn die gleichen Bedingungen. Während das Unternehmen anscheinend in den stark überwachten Werke in Shenzhen bemüht ist, die Selbstverpflichtung einzuhalten, entstehen im Landesinneren von China neue Produktionsstätten, in denen der sogenannte Code of Conduct blind ignoriert wird. Die Journalisten des französischen Fernsehsenders France 2 waren mit versteckter Kamera dort und haben mit den Arbeitern und Angestellten gesprochen, sich die Schlafburgen angeschaut und die Arbeitsbedingungen dokumentiert.

Offenbar heuert Foxconn seine Mitarbeiter verstärkt in Zhengzhou an, einer Fabrik im Landesinneren von China, die unter anderem das iPhone 5 von Apple herstellt. Dort seien die Gehälter niedriger als an der Küste. Die Journalisten berichten von frisch erbauten Arbeiterwohnheimen, die bereits voll besetzt sind, obwohl es weder einen funktionierenden Aufzug gibt, noch Elektrizität oder fließendes Wasser. Sie berichten auch, dass die von Apple und Foxconn medienwirksam inszenierte Lohnerhöhung auf 290 US-Dollar pro Monat den Arbeitern gleich wieder für Miete, Verpflegung und Versicherungen abgenommen wird. Selbst der psychologische Zwangstest bei der Einstellung, mit dem das Unternehmen potenzielle Selbstmörder aussieben will, muss mit 7 US-Dollar vom Interessenten bezahlt werden.

Darüber hinaus werden frühere Berichte über Zwangsarbeit von Studenten aus den umliegenden Universitäten bestätigt und das Ableisten massiver Überstunden. In Zhengzhou seien 150 Stunden Mehrarbeit im Monat keine Ausnahme, genauso wenig wie 90 Tage Arbeit am Stück. Den Studenten werde angedroht, dass sie keinen Abschluss erhalten, wenn sie nicht bei Foxconn arbeiten gehen. Fälle von Kinderarbeit wurden dagegen nicht beobachtet.

Eine Anfang 2012 im Auftrag von Apple durchgeführte Untersuchung der Arbeitsbedingungen bei Foxconn durch die Organisation Fair Labor Association (FLA) ergab erhebliche Misstände beim chinesischen Auftragsfertiger. Foxconn gelobte daraufhin Besserung und kündigte an, bis Mitte 2013 die Arbeitsbedingungen an die gesetzlichen Bestimmungen anzupassen sowie die von der FLA geforderten Regelungen umzusetzen. Dazu gehören etwa ein Gehalt, das bereits bei normaler Arbeitszeit die Basisbedürfnisse abdeckt und ein frei verfügbares Einkommen übrig lässt, sowie die Reduzierung der Überstunden auf das gesetzliche Maximum von 60 Stunden pro Woche.

Themen: iPhone
Quelle: France 2, iPhone in Canda via Engadget
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Kommentare
  1. 21.12.12 13:17 nohtz (Professional Handy Master)

    chief
    ich hab nix gegen Vito und Michael Corleone, im gegenteil ;-)

  2. 21.12.12 13:09 chief (Handy Master)

    Hey! Nix gegen Süditaliener ;)

  3. 21.12.12 13:09 nohtz (Professional Handy Master)

    nope
    es ist kein geheimnis, dass die mafia ihre "einnahmen" durch den bau+verkauf von immobilien wäscht

  4. 21.12.12 13:02 Fritz_The_Cat (Expert Handy Profi)

    Aber nur, wenn "Oma" die Mutter von "Don Stronzo" ist…

  5. 21.12.12 12:50 nohtz (Professional Handy Master)

    "Und der Kauf/Bau von "Oma ihr klein Häuschen" ist aus unversteuertem Geld bezahlt worden??? "
    -->würde die oma im süden italiens wohnen könnte man da ein dickes grossen "ganz bestimmt" als antwort hinmeisseln :-)

  6. 21.12.12 12:45 Fritz_The_Cat (Expert Handy Profi)

    @ nohtz und @Noticed
    >"In vermutlich sehr vielen Fällen würde das also bedeuten, daß Haus- und Wohnungsbesitzer irgendwann ihre Immobilie verkaufen müssen, um die Vermögenssteuer darauf bezahlen zu können"
    -->dann sollte man vielleicht die gesetzesmodalitäten überarbeiten, damit das "der omi" eben nicht passiert?!?<

    und

    "Liegt dein Vermögen als Immobilie vor, soll es nicht besteuert werden, liegt es in einer anderen Anlageform vor, dann schon? Das hätte katastrophale Folgen!"

    ==> Genau das wurde ja bis 1996 so praktiziert. Immobilien wurden anders besteuert (nämlich nach ihrem Einheitswert) als Geldvermögen. Exakt solche Ungleichbehandlung von Vermögen hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil 1996 für verfassungsWIDRIG erklärt. Aus diesem Grund wird die Vermögenssteuer seitdem nicht mehr erhoben. Und daher ist die -vorzugsweise aus der linken Ecke- immer wieder erhobene Forderung nach der Vermögensteuer nichts als "heiße Luft" und purer Populismus bzw. Volksverdummung.


    "btw: erbschaftssteuer sehe ich kritisch, da diese besitztümer/gelder schonmal durchs finanzamt geflossen sind (hofft man)"
    ==> Und der Kauf/Bau von "Oma ihr klein Häuschen" ist aus unversteuertem Geld bezahlt worden???

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