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Autor:
Tobias Czullay
| 28

Ubuntu Phone: Canonical präsentiert neues Smartphone-Betriebssystem

Das Ende der Welt, ein neues Jahr – einige spannende Countdowns mussten wir in den letzten Wochen aushalten. Gestern auch noch den auf der offiziellen Ubuntu-Webseite, bei dem "keiner so wirklich wusste", was denn da nun beim Erreichen der Null geschehen soll. Wie Canonical jetzt bekannt gab, markierte sie die Geburt eines neuen Betriebssystems für Smartphones: Ubuntu Phone.

Ubuntu Phone: Canonical präsentiert neues Smartphone-Betriebssystem

Ubuntu Phone | (c) Ubuntu

Canonical-Gründer Mark Shuttleworth meldet sich in einer etwas länger als 20 Minuten dauernden Videobotschaft an alle Interessenten und Fans des auf Linux basierenden Betriebssystems Ubuntu. Letztes Jahr war ein aufregendes Jahr für Ubuntu, geprägt von vielen Erfolgen und denkwürdigen Momenten. Die ersten fünf Minuten schenkt Shuttleworth der Beweihräucherung von Ubuntu 12.04, ohne mit nur einer Silbe auf die Spyware-Kritik zu Ubuntu 12.10 einzugehen. Dann endlich präsentiert er die Neuigkeit: Ubuntu Phone.

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"Lasst uns in eine Welt eintreten, in der alles möglich ist" - ein Satz der auch von Tech-Propheten wie Steve Jobs oder Bill Gates hätte stammen können, und der durchaus die Neugier des Zuschauers zu wecken weiß. Demonstriert an einem Galaxy Nexus zeigt uns Shuttleworth Gestaltung und Umgang mit dem neuen Smartphone-Betriebssystem, in dem - natürlich - Einzigartigkeit und Personalisierung im Vordergrund stehen sollen. Und tatsächlich scheint es sich bei Ubuntu Phone nicht um einen Android-Abklatsch zu handeln, sondern ein durchweg durchdachtes Interfacedesign, in dessen Zentrum der sogenannte "Welcome Screen" steht.

Ubuntu Phone | (c) Ubuntu

Ubuntu Phone | (c) Ubuntu

Statt des Lock-Screens, wie er von gängigen Betriebssystemen bekannt ist, wird ein den Bildschirm vereinnahmender Welcome Screen dargestellt, der nicht nur die Uhrzeit, verpasste Anrufe, Nachrichten, Tweets oder Ähnliches anzeigt. Von ihm aus können auch direkt die Menüs und Apps angesteuert werden - selbst wenn zunächst keine Programmsymbole zu sehen sind. Die Navigation des Systems unterscheidet sich durchaus von der Konkurrenz, denn sie geschieht mittels Wischgesten von den Seitenrändern des Displays, wobei jeder Rand eine eigene Funktion inne hält.

So ist eine kurze Wischgeste von links nach rechts am linken Bildschirmrand nötig, um eine vertikal angeordnete Übersicht der favorisierten Apps anzuzeigen - diese Leiste kann jederzeit ein- und wieder ausgeblendet werden. Eine ausfallendere links-rechts-Geste öffnet das Verzeichnis aller installierter Apps. Wird am rechten Rand des Bildschirms von rechts nach links gewischt, kann zwischen der aktuellen und der zuvor geöffneten App hin und her navigiert werden. Der obere Rand ist wie bei Android oder iOS für die ausblendbare Statusleiste vorgesehen, doch unterscheidet sie sich in der Hinsicht von den Mitbewerbern, als dass die angezeigten Icons durch Ziehen und Halten auch die entsprechende Einstellungsmöglichkeit für Akku oder Lautstärkeeinstellungen öffnen. Praktisch: Eine in der Statusleiste verankerte Suchfunktion durchsucht nicht nur die Daten des Smartphones, sondern auch die in der Cloud gespeicherten oder im Internet auffindbaren Suchbegriffe. In jedem Fall wird für die Suche eine Ergebnisübersicht geboten, die Medien oder verwandte Themen anzeigt - "one search to rule them all."

Am unteren Bildschirmrand ist übrigens standardmäßig gar nichts zu sehen - keine Icons, keine Buttons, keine Quicktipps, kein Widget. Stattdessen versteckt sich hier ein für jede App einzigartiges Menü, das per Wischgeste von unten nach oben aufgerufen und umgekehrt wieder geschlossen wird. Mehr Platz auf dem Bildschirm ist das Motto, welches durch die Ausrichtung auf Sprachsteuerung weiter untermauert wird.

Auch einige technische Merkmale werden im Demonstrationsvideo verraten. So sollen alle auf dem Desktop-Ubuntu funktionierenden Programme und Dienste problemlos auch auf Ubuntu Phone zum Laufen gebracht werden. Es können somit native - also speziell für das System geschriebene - Apps wiedergegeben werden, wie auch WebApps oder in HTML5 geschriebene Programme, wodurch die Konvertierung von iOS- und Android-Apps erleichtert wird. Für das Programmieren nativer Apps steht übrigens jetzt schon eine auf QML basierende Entwicklungsumgebung bereit, auch wenn ein Veröffentlichungstermin des Betriebssystems selbst noch nicht bekannt gegeben wurde.

Ubuntu Phone | (c) Ubuntu

Ubuntu Phone | (c) Ubuntu

Da Ubuntu Phone auch mit Kernel und Treibern von Android zurecht kommt, wird es auch auf einigen Smartphones mit dem Google-Betriebssystem funktionieren - vorausgesetzt die Hardware erfüllt die Mindestanforderungen. Die Unterstützung von mobilen Prozessoren mit ARM-Architektur wird zwar schon anhand der Systemvoraussetzungen für Ubuntu Phone deutlich, doch bekräftigen Mike Shuttleworth und Ian Drew von ARM diese nochmals in der Videobotschaft. Möchte man Ubuntu auf seinem Smartphone installieren, sollte es mindestens einen 1 Gigahertz starken Cortex-A9-Prozessor haben, 512 Megabyte Arbeitsspeicher, sowie 4 bis 8 Gigabyte Flashspeicher.

Auf dem Weg zum "Handheld PC" kann man sein mit Ubuntu Phone betanktes Smartphone übrigens auch als Desktop-Rechner nutzen. Alles was man dazu braucht ist eines der "Super-Smartphones" mit einem Quad-Core-Chipsatz auf Cortex-A9-Basis oder einen der neuen Atom-Chips von Intel, dazu 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 Gigabyte Flashspeicher. So kann man theoretisch das Samsungs Galaxy S3 oder Note 2 über eine Dockingstation als Computer-Ersatz nutzen und hat seine Daten immer mit in der Tasche.

Auf der CES in der nächsten Woche und dem Mobile World Congress Ende Februar möchte Canonical weitere Details bekannt geben und das System ausgiebiger präsentieren. Vielleicht zeigt uns Shuttleworth ja dann auch, wie man mit einem Ubuntu Phone telefoniert.

Mehr zum Thema: CES, Smartphone

Quelle: Ubuntu

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Kommentare
  1. 04.01.13 12:18 handyhacho (Expert Handy Profi)

    SLRyu
    ...weil es ja auch ums Aussehen geht Du komiker.
    Alle sind sich hier einig das Microsoft, Apple und Google nur und vordringlich an zwei Dingen interessiert sind: Kundenbindung in die eigene Klaut und Abgreifen von Kundendaten.
    SailfishOS, Ubuntu, Tizen, Rim und FirefoxOS bieten da Alternativen.
    Und das ist gut so.

  2. 04.01.13 09:28 bocadillo (GURU)

    birk

    ein begriff sein oder ein primäres kaufargument sind aber 2 paar schuhe.

    und doch...die leute kaufen primär einen dell oder hp....hier denken viele noc h nicht mal daran das es was anderes geben könnte als windows.....davon abgesehen das windows eh fast überall drauf ist. das würde sich aber schnell ändern wenn ms aktiv selber pc s bauen würde.

    viele leute schauen ich die seite ihres herstellers an und wählen dann ihr gerät... und geben nicht blind bei amazon " windows " ein...es sei denn man sucht nu übe den

  3. 04.01.13 09:22 SLRyu (Advanced Member)

    Optisch sieht es auch wie eine Mischung aus Windows Phone und IOS. Also überflüssig!

  4. 04.01.13 09:19 Heisenberg (Gast)

    @Handyhacho
    > Der ganze Krempel ist untereinander kompatibel, das vergisst du immer.

    Ich bin mal gespannt, wie kompatibel und problemfrei sich das in der Praxis darstellt. Sollte die Anwendungen wirklich sauber auf allen Systemen laufen, dann wäre das ein wirklicher Plus-Punkt.

    @Bocadillo
    > Die meisten Kunden juckt nunmal die Marke des Herstellers.
    Du behauptest das ja täglich mehrmals, aber ich kann nur nach wie vor sagen, dass nach meiner Erfahrung den meisten Smartphone-Interessierten und -Käufern "Android" durchaus ein Begriff ist. Völlig unabhängig von sonstigen technischen Bildungsstand. Die Leute kaufen auch einen "Windows-PC" und nicht eine "HP" oder einen "Dell".

    Selbstverständlich ist Samsung eine starke Marke derzeit, aber so schwarz/weiß ist das nun mal nicht.

  5. 04.01.13 06:06 bocadillo (GURU)

    Boca Urlaub

    Was willst du denn schon wieder.

    Die Masse interessiert der wirkliche Hersteller - aber was kann einen an einem nonamehersteller mit noname os interessieren
    Ist aber wieder schön wie ein Widerspruch kreiert wird wo keiner ist. Schließlich spielen die nonames massentechnisch auch keine Rolle .
    Aber Hauptsache wieder rumgetollt - gelle.

    Hh
    Nonamehersteller mit Palm os - und welche Bedeutung haben die am Markt - gar keine.

    Die meisten Kunden juckt nunmal die Marke des Herstellers. Dann kommt die kleinere Gruppe denen das os sehr wichtig ist . Ein nonamegerät mit noname os liegt nunmal wie Blei .

  6. 04.01.13 00:53 boca_urlaub (Member)

    und wiedermal verkennst du eins...ein noname hersteller wird sich kaum mit ubuntu quälen weil dessen verkaufsargument tatsächlich nur android ist.

    bocadilla mal wieder. android, das für die masse gar keine rolle spielt, soll auf einmal ein verkaufsargument sein. dachte nur nerds wissen, was unter der haube steckt? ^^

    die no-names bauen jetzt also für nerds? :D

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