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Autor: Kai Deling | 06.01.2013 - 10:00 | (75)

Studie: iPhone 5 und Galaxy S3 bieten schlechtere Empfangsqualität als Vorgänger

Dänische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass weniger die Netze an schlechtem Empfang beim Telefonieren Schuld sind, sondern die Telefone. Je neuer die Smartphone-Modelle, desto größer sei häufig das Problem. Beispielsweise böten iPhone 5 und Samsung Galaxy S3 eine schlechtere Empfangsqualität als ihre jeweiligen Vorgängermodelle.

Studie: iPhone 5 und Galaxy S3 bieten schlechtere Empfangsqualität als Vorgänger

Wie gut der Empfang bei Telefonaten ist, hängt häufig auch vom Handy ab | (c) Telekom

"Es scheint, als rannten Telefonhersteller vor ihrer Verantwortung davon", kommentiert John Strand von Strand Consult eine aktuelle Studie der Aalborg Universität in Dänemark zur Abhängigkeit der Empfangsqualität vom jeweiligen Mobiltelefon. Das Forscherteam hat die Faktoren untersucht, die für einen guten oder schlechten Empfang ausschlaggebend sind, und ist zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

In den meisten Ländern herrscht der Glaube, dass eine gute Verbindung ausschließlich mit der Funktion der Sendemasten zusammenhängt und damit allein im Einflussbereich der Netzanbieter läge, so Professor Gert Frolund Pedersen von der Aalborg Universität. Ihrer Forschungsergebnisse nach gibt es aber mehrere Faktoren, die alle Einfluss auf die Empfangsqualität haben. Das ist neben bürokatischen Aspekten und Investitionen seitens der Betreiber auch die Qualität der Telefone, die die Endnutzer kaufen und wie sie diese verwenden.

Samsung Galaxy S2 im Vergleich mit Apple iPhone 4 und Google Nexus S | (c) areamobile.de

Samsung Galaxy S2, Apple iPhone 4 und Google Nexus S | (c) Areamobile

Aus einer großen Auswahl an Telefonen entschloss man sich schließlich für neun der populärsten Geräte anhand einer von den dänischen Netzbetreibern zusammengestellten Liste aus 2011 für das Apple iPhone 4, das Apple iPhone 4S, das Samsung Galaxy S2, das HTC Wildfire S, das Nokia C2-01, das Nokia 1800 und das Nokia C1-01 sowie für die beliebten Flagschiffe aus 2012, Apples iPhone 5 und Samsungs Galaxy S3. Die Ergebnisse beziehen sich nicht auf eingehende Anrufe, sondern auf ausgehende Anrufe, also Situationen, in denen der Nutzer mit seinem Telefon einen Anruf tätigt.

Strand Consult hat die Ergebnisse der Studie wie folgt zusammengefasst:

  • Die Antenne in dem Telefon mit der besten Empfangsqualität ist bis um ein Zehnfaches besser als die der schlechtesten Telefone im Testfeld.
  • Es kommt darauf an, wie man das Telefon benutzt. Die Art, wie der Nutzer das Telefon hält, kann eine Auswirkung auf die Empfangsqualität haben. Manchmal halten Nutzer das Telefon so, dass die eingebaute Antenne keine Verbindung zum Netzwerk aufbauen kann. So kann ein Nutzer ungewollt seine Empfangsqualität mindern, indem er das Telefon falsch in der Hand hält.
  • Das Design der Telefone kann für den Menschen optimiert werden. Obwohl es Unterschiede gibt, wie Menschen ihre Telefone halten, zeigt eine Studie, dass 90 Prozent der Menschen es auf eine von zwei Arten tun. So kann das Telefondesign so angepasst werden, dass der bestmögliche Empfang gewährleistet ist.
  • Einige Vorgänger aktueller Smartphones funktionieren besser. Die neuesten und beliebtesten Telefone, das Samsung Galaxy S3 und das iPhone 5, schnitten schlechter als ihre Vorgänger ab. Das Galaxy S2 und das iPhone 4 und 4S liefterten bessere Ergebnisse bei Niedrigbandfrequenzen wie GSM 900 und UMTS 900.
  • Man muss das Telefon so halten, dass die Antenne sich mit dem Netzwerk verbinden kann. Das iPhone 4S hat eine gute Empfangsqualität, wenn man es richtig hält. Das iPhone ist so aufgebaut, dass die Abstände zwschen den Fingern das Empfangssignal der Antenne optimieren. In der Praxis heißt das, dass der Empfang einer der schlechtesten im Testfeld ist, wenn man das Telefon falsch hält.
  • Alt, aber gut! Neue Telefone sind so viel schlechter als die alten Telefone, dass man wahrscheinlich mit einem Neukauf seine Empfangsqualität verschlechtert.
  • Standards sind wichtig. Telefone und Netzwerke operieren mit gemeinsamen Standards, z.B. GSM 900, GSM 1800, UMTS 900 und UMTS 2100. Ein Telefon zu wählen, das entsprechende Standards unterstützt, ist extrem wichtig, um eine gute Empfangsqualität zu gewährleisten.

Strand sieht die Gründe für die in der Studie nachgewiesene Verschlechterung der Empfangsqualität in dem rasant wachsenden Smartphone-Markt, wo aufgrund der starken Konkurrenz teils unfertige Produkte auf den Markt kämen, bei denen später mit Software-Updates nachgebessert würde. Strand beruft sich auf eine weitere Studie, derzufolge Smartphones für bis zu 70 Prozent der Erfahrungen von Nutzern mit schlechter Empfangsqualität verantwortlich seien. Auch andere Faktoren wie verbaute Hardware, Software und installierte Apps können laut Strand beeinflussende Faktoren sein.

Quelle: Aalborg Universität (PDF), Pressemitteilung von Strand Consultants
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Kommentare
  1. 11.01.13 17:43 Peerex (Advanced Handy Profi)

    Wassereintritt etc.

    Aber btw, hier die offizielle Stellungsnahme der Telekom:

    "Derzeit kommt es bei einigen Smartphones zu Gesprächen mit nicht optimaler Qualität. Dabei treten vereinzelt Gesprächsabbrüche auf. Die Deutsche Telekom geht den gemeldeten Störungen mit einem Experten-Team und in enger Zusammenarbeit mit den relevanten Systemlieferanten und mit hoher Priorität nach. Nach unserem aktuellen Erkenntnisstand treten vergleichbare Effekte bei mehreren Endgeräten der neuesten Generation in unterschiedlichen Mobilfunknetzen weltweit auf. Die Nutzung von LTE ist dabei nicht die Ursache.

    Sowohl die Netzbetreiber als auch die Endgerätehersteller analysieren derzeit noch mögliche Fehlerursachen. Sobald stabile Ergebnisse der Analyse vorliegen und die eingeleiteten Maßnahmen greifen, wird eine Kommunikation erfolgen. Seien Sie versichert, dass wir alles unternehmen, um dem hohen Qualitätsanspruch unserer Kunden gerecht zu werden und unsere Dienste wieder in gewohnter Qualität zur Verfügung zu stellen."

  2. 11.01.13 17:07 pixelflicker (Gesperrt)

    Es dürfte ja kaum vor kommen, dass eine SIM aus eigenverschulden kaputt geht, schließlich ist die ja immer vom Handy geschützt. Von daher...

  3. 11.01.13 12:56 Peerex (Advanced Handy Profi)

    Wie gesagt. Im Normalfall. Bei Eigenverschulden (Verlust, Defekt durch falschen Gebrauch etc. pp).

    Im Grunde genommen musst du aber nur sagen dass die Karte spinnt/defekt ist, dann wird dir dafür niemand was berechnen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Ich persönlich finde es auch Wucher, für so einen Centartikel 20€ zu verlangen, da ist der Versand teurer als die Sendung an sich, gleiches gilt für die PUK-Auskunft von 9,95€.

  4. 11.01.13 11:26 pixelflicker (Gesperrt)

    Ich finde es auch ziemlich mies, wenn ein Anbieter von seinen Vertragskunden verlangt, dass sie die SIM-Karten bezahlen müssen. Das ist doch eigentlich Unsinn, schließlich schreiben die Anbieter immer ganz groß, dass die Karten NICHT den Kunden gehören und sie sind ja auch nötig um den Vertrag zu nutzen. Das ist ja, als würde ein Supermarkt Eintritt verlangen.

  5. 11.01.13 09:18 Peerex (Advanced Handy Profi)

    Also bei der Telekom ist der Wechsel eines SIM-Kartentyps kostenlos. Würde mich stark wundern wenn das bei VF nicht der Fall wäre. Und jedes mal wenn ich bei VF anrief um mir eine Austauschkarte zusenden zu lassen war diese kostenlos. Man muss halt sagen dass sie defekt ist.

    …und jetzt BTT

  6. 10.01.13 15:55 cookieman (Advanced Handy Master)

    Kartentausch ohne VVL ist nicht kostenlos...... mittlerweile gibt es aus Microsim Zangen....

    @peerex
    Nicht direkt abgeschafft, aber seit dem 9. Dezember 2011 bekommen VF Kunden im Silberstatus keine 25% Ermäßigung mehr bei Handys.

    So Leute kommen wir wieder zurück zum Problem mit dem Empfang...

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