Mehr als tausend Mitarbeiter des chinesischen Zulieferers Foxconn demonstrierten in der vergangenen Woche für bessere Lebensbedingungen. Zu niedrige Löhne, Versorgungs-, Hygiene- und Gesundheitsgefährdungen drängten die Arbeiter auf die Straße – sie appellieren an Foxconns Großkunden wie Apple.
Foxconn: Ein Blick in die Fabrik | (c) abcnews.com
Am vergangenen Freitag ist im Foxconn-Werk Fengcheng in der Provinz Jiangxi ein Streik ausgebrochen, mehr als tausend Arbeiter blockierten den Hauptzulieferungsweg und demonstrierten für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Das chinesische Unternehmen fungiert als Auftragshersteller von Elektro- und Computertechnik für Firmen wie Apple, Intel oder Sony und ist in der Vergangenheit wegen unmenschlicher Arbeitsbedingungen bereits mehrfach in die Kritik geraten. Der Streik wurde von der Polizei mit Wasserwerfern abgewendet.
Die Organisation Students and Scholars Against Corporate Misbehaviour (SACOM) appelliert an Apple und Foxconn und fordert demokratische Rechte und Wahlen für die Arbeiter. Deren Monatsverdienst liegt bei umgerechnet nur etwa 150 Euro (1.300 Yuan), Lebensmittel und Wohnraum müssen von diesem Gehalt selbst bezogen werden - für eventuell zu versorgende Familienmitgliedern bleibt so kaum Spielraum. Auch scheinen die Arbeiter in der Fertigung mit respektlosem Verhalten der Verantwortlichen konfrontiert zu sein und müssen zahlreiche Gesundheits-Gefährdungen in Kauf nehmen. So stehen neue Atemschutzmasken nicht täglich, sondern nur alle zwei bis sieben Tage zur Verfügung, auch bei Temperaturen um 3 Grad Celsius ist die Warmwasserversorgung streng limitiert und sorgt für Versorgungs- und Hygienemängel. SACOM ruft ausdrücklich Käufer von Apple-Produkten aus Foxconn-Herstellung (wie iPhone oder iPad) dazu auf, Druck auf Apple aufzubauen, bis diese Zustände geändert werden.
Bereits im Oktober letzten Jahres streikten Foxconn-Mitarbeiter in einem Werk, das sich für die Herstellung des iPhone 5 verantwortlich zeigte. Auch wurde über die Arbeit von chinesischen Studenten berichtet, die kurz vor der Produktion des aktuellen Apple-Smartphones zwangsrekrutiert wurden. Das mittlerweile eine Million Mitarbeiter zählende Unternehmen erlangte insbesondere durch eine Reihe von Selbstmorden aus dem Jahr 2010 die Aufmerksamkeit der westlichen Medien.
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Du bist nicht dabei?@sabu
Du sprichst mir aus der Seele!
Arme Schweine
ja wollte auch grade ähnliches schreiben. mit wasserwerfern, das ist ja wie zu kolonialzeiten in afrika und indien!
wohl eher niedergeschlagen!!!
Abgewendet wäre ja wenn sie den Streik vor dessen Beginn verhindert hätten, das was hier passiert ist was anderes.
Wirklich traurig, wir halten uns für Modern und Fortschrittlich und gehen so mit den Menschen um und das alles nur des Geldes wegen. Damit wir uns ein Gerät kaufen können, das so viel kostet wie diese Menschen in 4 Monaten verdienen.
Das erinntert mich irgendwie an die Szene aus Soylent Grenn mit den Bulldozern:
http://www.youtube.com/watch?v=QhfSPvp252M