Der Siegeszug von Android in China hat jetzt die chinesische Regierung auf den Plan gerufen. Eine Forschungsabteilung des Ministeriums für Wirtschaft und Information warnt vor der Marktmacht, die Google mit Android ausübt, und wirft dem Unternehmen vor, chinesische Unternehmen zu diskriminieren.
ZTE Grand S: Android-Smartphone aus China | (c) ZTE / Areamobile
Der Siegeszug von Android in den vergangenen Jahren hat nicht nur bei den Rivalen Apple, Blackberry oder Microsoft Sorgen ausgelöst. Auch die Regierung in China, wo das Betriebssystem von Google besonders erfolgreich ist, ist über die damit entstandene Marktmacht des Suchmaschinenbetreibers nicht glücklich.
Sie befürchtet eine "schwere Abhängigkeit" von Google, die dazu führen könnte, das die eigenen Interessen nicht mehr gewahrt werden können. Das erklärt die China Academy of Telecommunication Research, eine Forschungsabteilung, die dem Ministerium für Industrie und Information unterstellt ist, in einer Art offenen Brief an das Ministerium.
Google hat mit einem Marktanteil von über 90 Prozent (Stand: November 2012) in China quasi eine Monopolstellung bei mobilen Betriebssystemen. Die Plattform sei zwar quelloffen, so die Forscher, allerdings kontrolliert Google wichtige Kernbestandteile und dessen Weiterentwicklung. Außerdem werfen sie dem Internet-Dienstleister vor, chinesische Firmen durch die verzögerte Freigabe von Quellcode zu diskriminieren und ihre Möglichkeiten durch Verträge zu beschränken.
Die Stellungnahme könnte eine Reaktion auf das Verhalten von Google zur Ankündigung des auf Android basierenden Betriebssystems Aliyun OS sein, das von der chinesischen E-Commerce-Plattform Alibaba entwickelt wurde. Dessen Vorstellung soll Google nach Medienberichten im September 2012 verhindert haben. Neben Huawei und Baidu wurde auch Alibaba als Beispiel für die angebliche Diskriminierung durch Google genannt.
Das Forschungsinstitut schlägt vor, statt auf Android zu setzen, besser ein eigenes Betriebssystem für Smartphones und Tablets zu entwickeln, gibt aber auch zu bedenken, dass das ein langwieriges und aufgrund der von Google, Apple und anderen ausländischen Firmen angehäuften Software-Patente auch schwieriges Projekt sein könnte.
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Quelle: CATR, Reuters via Venture Beat
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Du bist nicht dabei?Die frage ist - rein hypothetisch, nicht dass Google so etwas anstellen würde - ob Google global einen Proxy einstellen könnte, welcher die "Grossartige Firewall" umgeht und den Chinesen demokratie erklären könnte. Ich mein, in China ist doch alles Gefiltert, was ansatzweise mit Volksrechten in Verbindung steht. Ausser es geht um Methodik, wie man Volksrechte aushebeln kann :P
Naja, durch Google, Android und die LBS wissen die USA ganz genau wo in den Ländern mit Android Dominanz gesellschaftliche Zentren liegen, wie genau die Abläufe sind etc. - früher brauchte man für sowas Spione. Da kann ich die Sorge Chinas schon verstehen.
Wie soll denn China eigentlich Jolla übernehmen? Ich wüsste nicht dass der Laden zum Verkauf stünde, und Aktien gibt es auch keine, daher klappt der Nokia-Trick auch nicht...
Und was den Erfolg abgeht: Soo viele Handys müssen die gar nicht verkaufen, um ihre 60 Mitarbeiter zu ernähren. Das wird schon funktionieren...
Die Chinesische Regierung will sich den Titel "Oberspitzel" nicht nehmen lassen :D
Spaß beiseite. Ist eigentlich eher traurig.
Hahaha, schon witzig, dass China etwas gegen Wirtschaftliche Abhängigkeit seiner Bevölkerung hat. Was für eine Ironie...
@ nohtz:
genau das gleiche habe ich auch gedacht. Obwohl: die Überwachung der Bürger verlagert sich doch eigentlich nur von der chinesischen Regierung auf G**gle… ;-) Aber vielleiht ist genau das der Kern der Sorge der Regierung
Da wartet die Forschungsabteilung bis Google 90% MA hat um vor der Dominaz zu warnen...;-)