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Autor: Stefan Schomberg | 21.06.2013 - 15:50 | (36)

Prism: Skype-Gespräche werden seit 5 Jahren abgehört

Skype galt wegen seiner verschlüsselten Gespräche bislang als verhältnismäßig sicher gegen unbemerktes Abhören – schade nur, wenn der Hersteller freiwillig eine Hintertür für solche Aktionen einbaut und an Sicherheitsorgane in den USA weitergibt. Genau das ist aber geschehen: Angeblich werden Gespräche nicht erst seit Februar 2011 mitgehört, sondern bereits seit 5 Jahren – das wäre noch vor dem Kauf durch Microsoft gewesen.

Prism: Skype-Gespräche werden seit 5 Jahren abgehört

Skype soll bereits seit 5 Jahren von den US-Behörden abgehört werden | (c) Microsoft

Nach Angaben der New York Times arbeitet Skype bereits seit 5 Jahren mit US-Behörden im Rahmen des Prism-Projektes zusammen. Damals hätten nur ausgewählte Skype-Manager Wissen von diesen Vorgängen gehabt, heißt es. Damit widerspricht der Artikel Aussagen von Skype, die vor wenigen Jahren getätigt wurden. Damals hatte Skype Anfragen, ob Gespräche über den Skype-Dienst aufgezeichnet würden, mit der Antwort abgewiegelt, dass das technisch gar nicht möglich sei.

Zum Zeitpunkt der angeblichen Integration in das Prism-Projektes vor 5 Jahren gehörte Skype noch zum Online-Auktionshaus Ebay. Eine interessante Frage, auf die die New York Times leider keine Antwort gibt, ist die Frage, ob Microsoft bei seinem Kauf oder danach Kenntnis von den Prism-Hintertürchen hatte. Bislang hatte Microsoft immer beteuert, keine Änderungen an Skype vorgenommen zu haben, die das Abhören von Gesprächen ermöglichen oder erleichtern würden - das wäre zumindest keine direkte Falschaussage gewesen, selbst wenn man von der Existenz solcher Hintertüren, die beim Kauf bereits installiert waren, gewusst hat.

Mehr Informationen zu Prism und den Abhöraktionen der US-Behörden findet man hier.

Quelle: NYT

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Kommentare
  1. 24.06.13 15:29 IOSammy (Advanced Handy Profi)

    @heise

    danke. ich muss mir die links mal zuhause angucken. scheint echt interessant zu sein auch der netzpolitik.org

    @chief

    "Da fällt mir nur eins ein -> Scheiße!"

    ja denke ich mir auch grade... große scheisse xD

  2. 24.06.13 09:08 chief (Handy Master)

    "für die NSA arbeiten aber ca 35.000 mathematiker (!)"

    Da fällt mir nur eins ein -> Scheiße!

  3. 24.06.13 07:05 nohtz (Professional Handy Master)

    "ich meine wieviele mitarbeiter haben die denn im prism prjekt?
    bei der datenflut von MS,APple skype etc das können die doch
    unmöglich vernünftig kontrollieren?"
    -->dazu wirds keine offiziellen/ genauen zahlen geben.
    für die NSA arbeiten aber ca 35.000 mathematiker (!), die werden also genug resourcen haben ;-)

  4. 23.06.13 11:07 GreatMaker (Gesperrt)

    Ich auch, sehr interessantes Thema... 8-)

  5. 23.06.13 02:02 benthepen (Gesperrt)

    Ich wusste gar nicht, das mit sich hier weiterbilden kann. :-)
    Macht weiter, ich lerne und staune.

  6. 22.06.13 22:37 Heisenberg (Expert Handy Profi)

    Das Szenario wäre eher als "Man in the Middle" verschlüsselte Kommunikation abzufangen und auszuwerten

    So ungefähr:
    https://netzpolitik.org/2013/glasfaserkabel-und-spionage-u-boote-wie-die-nsa-die-nervenzentren-der-internet-kommunikation-anzapft/

    Hier mal ne geile Webseite zum berechnen von Schlüssellängen. Da bekommt man auch die Antwort, wie lang mein Schlüssel sein muss, wenn es bald Quantencomputer gibt. ;)
    http://www.keylength.com/

    @IOSammy
    > ich meine wieviele mitarbeiter haben die denn im prism prjekt?
    > bei der datenflut von MS,APple skype etc das können die doch
    > unmöglich vernünftig kontrollieren?

    Sorry, wenn da etwas wegen deiner der Naivität schmunzeln muss. "Big Data" auszuwerten ist ein absolut boomender Forschumgszweig und die NSA sicherlich gut dabei. Der "Boundless Informant" macht das schon. ;)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Big_Data
    http://de.wikipedia.org/wiki/Boundless_Informant

    Das was NSA und andere Geheimdienste da mit dem "Boundless Informant" und Prism machen, also das Auswerten riesiger Datenmengen, ist schon ein wahnsinnige spannendes Feld. Die könnte bestimmt gut mit Google Tech-Austausch machen. (Jetzt wo ich das gesagt habe...)

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