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Autor:
Björn Brodersen
| 36

Telefónica (O2) übernimmt E-Plus von KPN

Der niederländische Mutterkonzern KPN hat den Verkauf seiner deutschen Mobilfunktochter E-Plus an die Telefónica Deutschland gestartet. Die beiden kleineren deutschen Mobilfunkbetreiber könnten die Marktführer Telekom und Vodafone in der Kundenzahl übertrumpfen und ihre Betriebskosten senken.

Telefónica (O2) übernimmt E-Plus von KPN

Fusion von E-Plus und O2 | (c) Unternehmen, Areamobile

Der Verkauf aller Anteile an die Telefónica Deutschland Holding AG bedarf erst noch der Zustimmung der KPN-Aktionäre auf einer Hauptversammlung, die in den kommenden Wochen angesetzt werden soll, sowie der Telefónica-Deutschland-Aktionäre und muss auch noch von der Bundesnetzagentur und dem Bundeskartellamt genehmigt werden. Der Abschluss der Fusion wird für Mitte 2014 anvisiert. Erlauben die Regulierungsbehörden die Fusion nicht, muss Telefónica 100 Millionen Euro an KPN zahlen.

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Die Details der geplanten Transaktion sind kompliziert: Die geplante Übernahme sieht im ersten Schritt vor, dass E-Plus eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Telefónica Deutschland wird. KPN erhält dafür 3,7 Milliarden Euro sowie einen anfänglichen Anteil an Telefónica Deutschland in Höhe von 24,9 Prozent. Nach Abschluss dieser Transaktion wird Telefónica S.A. Anteile in Höhe von 7,3 Prozent von KPN erwerben. Dies führt zu folgender Beteiligungsstruktur: Telefónica S.A. wird zukünftig 65 Prozent und KPN 17,6 Prozent halten. Der Streubesitz wird bei 17,4 Prozent liegen.

E-Plus mit seinen Marken wie Base, Blau und Simyo zählt zurzeit 24 Millionen Handy-Kunden, die Telefónica mit Marken wie O2 und Fonic rund 19 Millionen Kunden. Zusammen würden beiden Unternehmen die Marktführer Telekom und Vodafone in der Kundenzahl überflügeln. Vodafone zählt zurzeit 32 Millionen Mobilfunkkunden, die Telekom rund 37 Millionen. Der Zusammenschluss der Mobilfunknetze könnte E-Plus und Telefónica Milliardeneinsparungen bringen. "Dieser Deal würde Synergien im deutschen Mobilfunk von 5 bis 5,5 Milliarden Euro erzeugen", erwartet das KPN-Management. Der Jahresumsatz der neuen Einheit wird mehr als 8 Milliarden Euro aufweisen.

Stimmen zur geplanten Fusion

"Durch die Kombination aus E-Plus und Telefónica entsteht ein Mobilfunkanbieter mit attraktiven Synergien und Wachstumspotenzialen in Europas größtem Wirtschaftsraum", sagt KPN-Chef Eelco Blok. "KPN wird sich nach diesem Verkauf auf seine Kernmärkte fokussieren." Thorsten Dirks, Vorsitzender der Geschäftsführung der E-Plus Gruppe erklärte: "In Deutschland implementieren wir aktuell die nächste Phase unserer Strategie als datenzentrierter Herausforderer im deutschen Mobilfunkmarkt. Dieses führte bereits im ersten Halbjahr 2013 zu starken Zuwächsen im Vertragskunden- und Datengeschäft."

"Diese Transaktion ist ein klares Bekenntnis zum deutschen Markt. Es ist ein wichtiger Schritt in Telefónicas Wachstumsgeschichte, der uns in eine führende Position in der stärksten Volkswirtschaft Europas bringen wird", bewertet Eva Castillo, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Telefónica Deutschland Holding AG und CEO Telefónica Europe plc, die Vereinbarung.

Mehr zum Thema: Mobilfunkbetreiber

Quelle: KPN, Telefónica Deutschland

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Kommentare
  1. 24.07.13 15:08 benthepen (Advanced Handy Master)

    Ok, verstanden.

  2. 24.07.13 13:22 Heisenberg (Gast)

    @PF
    > Wenn die Sendemasten verringert werden, heißt das ja nicht automatisch, dass auch die Empfangseinheiten verringert werden.
    Das meinte ich mit "Man darf Sendemasten nicht mit der Kapazität gleichsetzen."

    > Wenn man aber dann 2 Einheiten für 2000 Nutzer hat, hat man viel mehr Kapazität,
    > da die Nutzer ja nicht alle gleichzeitig telefonieren.

    Genau. Schlichte Mathematik. Deswegen haben solche größeren Strukturen einen erheblichen Vorteil gegenüber kleinteiligen. Wie sich das in der Praxis gestaltet, werden wir sehen.

  3. 24.07.13 11:20 pixelflicker (GURU)

    @chief:
    > Was habe ich von einer besseren Netzabdeckung wenn die Kapazität verringert wird?
    Ist das so? Wird die verringert? Das glaube ich jetzt eher nicht.


    > Und was sind dann 1 Empfangseinheit auf 2000 User?
    Wenn die Sendemasten verringert werden, heißt das ja nicht automatisch, dass auch die Emfangseinheiten verringert werden. Man kann dann ja auf einen Mast zwei Einheiten hängen und somit Miete sparen, aber immer noch die selbe Kapazität haben. Die Kosten verursacht ja nicht der Mast an sich sondern die Miete und die Stromversorgung dorthin.

    Wenn man aber dann 2 Einheiten für 2000 Nutzer hat, hat man viel mehr Kapazität, da die Nutzer ja nicht alle gleichzeitig telefonieren.

  4. 24.07.13 09:45 Heisenberg (Gast)

    @Ben
    Du verstehst die Logik hinter solchen Systemen offenbar nicht ganz. Größere Strukturen lassen sich besser auslasten als kleine.

    1 Empfangseinheiten auf 1000 User --> Geht so.
    2 Empfangseinheit auf 2000 User --> Besser!
    1 Empfangseinheit auf 2000 User. --> Doof.

    @Mak
    Richtig, so könnte es lohnen auch Gebiete zu versorgen, die man früher vernachlässigt hat.

    Ich will nur sagen, dass es zu Pessimismus keinen zwingenden Grund gibt, aber skeptisch bin ich auch.

  5. 24.07.13 08:21 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    Wird O2 dadurch denn auch automatisch zum Anbieter mit dem größten Portemonnaie? ;-)

  6. 24.07.13 02:50 M.a.K (Handy Master)

    @ chief,

    das dürfte sich doch bestimnt ändern wenn O2 zum größten Anbieter mit den meisten Kunden wird.

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