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Autor:
Steffen Herget
| 7

Nokia: Das ist der Plan für die X-Serie mit Android

Es hatte sich abgezeichnet, war aber trotzdem überraschend: Nokia hat mit dem X, X+ und XL seine ersten Android-Smartphones vorgestellt. Zusammen mit den Lumias, Ashas und Feature Phones gehen auch die Androiden an Microsoft über. Wir haben nachgefragt, wo Nokia mit der X-Serie hin will.

Nokia: Das ist der Plan für die X-Serie mit Android

Nokia XL | (c) Areamobile

Vor der X-Serie bestand Nokias Smartphone- und Handy-Sortiment aus drei Modellreihen. Ganz unten die billigen, aber sehr oft verkauften Feature Phones mit der proprietären Oberfläche S30. Hierfür gibt es auch einige Apps, 2G-Internetzugang und einige wenige Nokia-und Microsoft-Dienste. Die Preise beginnen hier bei unter 30 Euro. Etwas teurer sind die Asha mit dem S40-Betriebssystem, die Touchscreens, schnelleres Internet und weitere eigene Dienste mitbringen. An der Spitze kommen dann die Lumia-Smartphones mit Windows Phone - bisher.

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Mit der X-Serie soll nun die laut Meinung von Nokia zu große Lücke zwischen des Ashas und den Lumias geschlossen werden, und zwar vor allem in den Wachstumsmärkten. Dort sind Geräte der 100-Euro-Klasse sehr beliebt, aber häufig nicht eben gut - billige Androiden von unbekannten Herstellern, die keine Updates bekommen und nicht einmal immer die Google-Dienste besitzen. Die gibt es beim Nokia X, X+ und XL natürlich ebenso wenig, dafür aber die jeweiligen Pendants von Nokia und Microsoft.

Nokia sieht viel Potenzial in diesem Bereich, Pressesprecher Benjamin Lampe sprach gegenüber Areamobile davon, dass der gesamte Markt hier noch um gut 20 Prozent wachsen dürfte. Nokia sieht hier wenig namhafte Konkurrenz und bekam nach der Präsentation der Geräte viele positive Reaktion, etwa aus Indien. Auch den chinesischen Markt möchte man erobern. Die Chancen stehen nicht einmal schlecht, denn hier haben die Kunden auch mit anderen Android-Geräten keinen Zugang zum Google Play Store - ein Nachteil weniger für Nokia.

Wenn sich die X-Serie tatsächlich etabliert, hofft Nokia, einen Kundenfluss von unten nach oben zu generieren, indem man die Anwender, aber auch die App-Entwickler, schon mit den günstigeren Geräte an die eigenen Software-Angebote wie Nokias Here-Maps und Mix Radio sowie die Microsoft-Dienste wie OneDrive, Outlook und Office gewöhnt. Der Grundgedanke: Wer von einem Nokia X und den damit gebotenen Software-Features angetan ist, wird bei seinem nächsten, besseren Smartphone eher zu einem Lumia als zu einem Konkurrenzprodukt greifen, weil er sich in der Umgebung bereits zu Hause fühlt.

Wer sich übrigens gefragt hat, was mit den gerade vorgestellten X-Serien-Modellen passiert, wenn die Übernahme durch Microsoft endgültig erledigt ist, hat nun Gewissheit: Alle aktuellen Baureihen, auch die Nokia-Androiden, ziehen dann nach Redmond um und laufen unter Microsoft weiter. Die Android-Strategie war also selbstverständlich mit Microsoft abgesprochen. Nun fehlt eigentlich nur noch ein offizieler Verkaufsstart von Nokia X, X+ und XL für Deutschland - der steht aber noch nicht fest.

Mehr zum Thema: Android-Smartphones, MWC, Smartphone

Quelle: Areamobile berichtet vom Mobile World Congress in Barcelona

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Kommentare
  1. 02.03.14 20:03 Gertsch.F (Newcomer)

    Muss Nokia etwa noch immer Lizenzgebühren an MS abdrücken, obwohl die beiden Unternehmen doch fusionieren sollen? Eigenartige Politik...

  2. 28.02.14 11:20 pixelflicker (GURU)

    Ja, ich meinte das Kaputtforken. Ich denke dafür ist der Aufwand viel zu groß. Warum sollte man in sowas so viel Energie stecken? Amazon hat das auch nicht geschafft, trotz Millionenverkäufe.
    So oder so macht das Projekt keinen Sinn. Auf mich wirkt das vielmehr wie eine Verzweiflungstat (das muss ja schon länager Vorbereitet sein, sicher auch schon vor den MS-Kauf) und eben daher glaube ich nicht, dass MS davon etwas wusste, bzw. es gutgeheißen hat. Daher sehe ich auch keine große Zukunft. Wenn MS die Finger drauf hat, werden sie das schön auslaufen lassen, genauso wie Nokia es damals mit dem N9 gemacht hat.

  3. 27.02.14 23:41 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @pf:"Das würde heißen, dass die gar nicht viele von den Geräten verkaufen wollen, sondern nur eine Marke setzen wollen. Das kann ich mir nicht vorstellen, bei dem Aufwand."
    >>Auf welche meiner vorgeschlagenen Szenarien beziehst du das? ;D Beim Kaputtforken benötigt man durchaus eine große Menge an abgesetzten Geräten. Die anderen beiden möglichen Theorien, die ich genannt habe schließen eine große Menge auch nicht aus. Die Theorie die hier im Artikel formuliert ist, ist wiederum etwas fragwürdig, ließe sich aber auch erklären und die Menge der Geräte ... ja gut die sollte nicht so hoch sein, weil man sich den eigenen Markt kaputt macht, würde ich sagen.

    @hh:"Vielleicht laufen die Teile am Ende ja unter einem Windows-Kernel, nur halt mit Dalvik statt Metro?"
    >>Dann darf es nicht als Android verkauft werden.

  4. 27.02.14 21:40 pixelflicker (GURU)

    @ibnam:
    Das würde heißen, dass die gar nicht viele von den Geräten verkaufen wollen, sondern nur eine Marke setzen wollen. Das kann ich mir nicht vorstellen, bei dem Aufwand.


    @handyhacho:
    Das wäre aber schon sehr unsinnig. Was sollte das bringen?

  5. 27.02.14 18:49 handyhacho (Expert Handy Profi)

    Vielleicht laufen die Teile am Ende ja unter einem Windows-Kernel, nur halt mit Dalvik statt Metro?

  6. 27.02.14 18:41 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @pf: Uns fehlen jedenfalls einige Informationen um das Bild zusammenzuführen. Man könnte spekulieren, dass MS Android kaputtforken will, aber umgekehrt kann es auch sein, dass MS nichts mit dem Nokia X Projekt zu tun hat und/oder es vielleicht sogar verhindern wollte, aber nicht konnte (ka, wie der Vertrag aussieht, aber Google-Android war vielleicht ausgeschlossen). Es kann auch sein, dass es ein Mittelweg war und MS nur Android nicht verhindern konnte, aber sich darauf geeinigt wurde, dass MS-Dienste genutzt werden und es gibt noch viele weitere mögliche Theorien. Nach derzeitigem Kenntnisstand weiß man nur, dass man nichts weiß, aber kurios ist es allemal.

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