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Apple Watch ausprobiert: Joggen mit Apple Watch und Fitness-Apps

Björn Brodersen 11.05.2015 - 20:00|5
Apple Watch ausprobiert: Joggen mit Apple Watch und Fitness-Apps

Die Apple Watch ist Smartwatch und Fitness-Tracker in einem. Zwei Fitness-Apps für den Alltag und für Workout-Sessions hat Apple auf der Smartwatch vorinstalliert, die auch ohne gekoppeltes iPhone ihren Dienst verrichten. Drittanbieter-Apps wie die von Runtastic funktionieren dagegen nur, wenn ein iPhone mit dabei ist. Wir sind mit der Apple Watch joggen gegangen und haben die Fitness-Anwendungen getestet.

Die Apple Watch eignet sich nicht nur für den Empfang von Mitteilungen und Benachrichtigungen oder zum Telefonieren. Sie kann auch als Fitness-Tracker eingesetzt. Dafür hat Apple die Apps "Activität" und "Workout" (bzw. "Training") auf der Watch vorinstalliert. Außerdem bieten Runtastic, Nike und andere Unternehmen Fitness-Apps für die Computeruhr von Apple an. Ohne Kopplung an ein iPhone dient die Apple Watch jedoch nur eingeschränkt als genauer und funktionsreicher Fitness-Tracker. Fitness-Apps wie Runtastic Pro, Nike+ Running oder Runkeeper haben keinen Zugriff auf die Sensoren des Handgelenk-Gadgets, sondern ermitteln die Daten über das iPhone. Auch hat die Apple Watch kein eigenes GPS-Modul und bezieht das Satellitensignal über das iPhone, um genaue Positionsdaten zu erfassen.

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Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Fitness-Apps | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Runkeeper | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Aktivität | (c) AM

Eigene Tagesaktivität mit der Apple Watch erfassen

Die App "Aktivität" auf der Apple Watch ist weniger eine Sport-App als eine Anwendung, die fortwährend Bewegungen des Trägers aufzeichnet und graphisch aufbereitet. Die App unterscheidet dabei zwischen "Bewegen", "Trainieren" und "Stehen" und zeigt in verschiedenen Diagrammen die durch Bewegung verbrannten Kalorien, die Trainingsminuten sowie die Zahl der Stunden, die man weder liegend noch sitzend verbracht hat, an - einzeln pro Kategorie oder alles gesammelt in einem Ringdiagramm. Einstellen lässt sich ein nach Kalorienverbrauch bemessenes Bewegungsziel, das durch Force-Touch-Druck in der Aktivitäts-Apps auch später angepasst werden kann. Feste Vorgabe fürs "Trainieren" ist 30 Minuten zügiges Gehen am Tag, wobei dies kein regulärer Work-out sein muss.

Die Aktivitäts-App lässt sich in die Checks auf der Apple Watch einbinden, mahnt zu mehr Bewegung, sobald die Träger mehr als 50 Minuten einer Stunde sitzend verbracht haben, und informiert die Nutzer auf Wunsch auch über die absolvierte Bewegungsintensität am Tag, über erreichte Bewegungsziele, über neue persönliche Bestmarken und/oder über das geleistete Wochenpensum. Durch zu häufige Benachrichtigungen fällt die Aktivitäts-App auf der Apple Watch aber schnell auf die Nerven - zumal das System es auch bei Terrmineintragungen im Kalender nicht erkennt, wenn man gerade in einem Meeting, im Kino oder im Restaurant beim Abendessen ist und nicht gestört werden möchte. Über die Watch-App auf dem iPhone unter "Meine Uhr - Aktivität" lassen sich aber Erinnerungen und Benachrichtigungen reduzieren oder ganz abschalten.

Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Outdoor-Walken mit der Apple Watch ohne gekoppeltes iPhone | (c) AM

Genauere Details zum Geleisteten liefert die Aktivitäts-App auf dem iPhone. Hier lassen sich nicht nur Tagesstatistiken mit zusätzlichen Informationen zu einzelnen Workout-Resultaten anzeigen, sondern auch Tagesergebnisse mit einem Blick im Wochen- oder Monatsvergleich anschauen. Nur Informationen bearbeiten oder hinzufügen geht hier nicht.

In die Statistiken der Aktivitäts-Anwendung fließen automatisch auch die Trainings-Daten aus der Workout-App ein. Zudem werden alle Aktivitäts-Daten automatisch in der Health-App gespeichert, wo sie mit entsprechender Eingabe in den Einstellungen auch von Drittanbieter-Apps verwendet werden können. Persönliche Angaben wie Geschlecht, Größe und Gewicht liest die Watch-App aus Apple Health aus oder man gibt sie manuell beim ersten Öffnen der Aktivitäts-App ein. Wer keinen Datenaustausch zwischen Apple Watch und Apple Health wünscht, kann dies in den iPhone-Einstellungen unter "Datenschutz - Bewegung & Fitness" unterbinden. Auch das gesamte Fitness-Tracking lässt sich abschalten.

Die Apple Watch als Fitness-Tracker beim Sport

Für das richtige Training bietet Apple auf der Computeruhr die App "Workout" an, die im Menü der Watch-App auf dem iPhone abweichend "Training" heißt. Die Workout-App eignet sich zum Joggen, Radfahren und - drinnen oder draußen - Walken sowie zum Schwitzen auf dem Crosstrainer oder im Rudergerät an und kann somit auch im Fitnessstudio eingesetzt werden. Hier geht es also nur um Bewegung und nicht wie bei der Aktivitäts-App auch um - zu Motivationszwecken - das Aufzeichnen von Ruhezeiten. Vor dem Beginn der Trainingseinheit stellen die Anwender in der Workout-App gegebenenfalls ein persönliches Ziel - für das Joggen beispielsweise in Kalorienverbrauch, Trainingsdauer, Laufdistanz - ein und legen los. Sinnvolles Feature: Beim Einstellen eines neuen Ziels wird immer das vorangegangene und das bislang beste Ergebnis gezeigt - zur Orientierung. Die Anwendung auf der Apple Watch zeigt dann während der Trainingssession die verstrichenen Zeit, die erreichte Geschwindigkeit, die zurückgelegte Strecke oder den Kalorienverbrauch an. Per Force Touch kann man die Einheit unterbrechen oder stoppen und die Resultate sichern oder löschen.

Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch: ... | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Optionen der Workout-App | (c) AM

Bei Indoor-Aktivitäten oder beim Laufen ohne gekoppeltes iPhone ermittelt sie Daten wie die Schrittzahl, die zurückgelegte Distanz und auch den Kalorienverbrauch über den eingebauten Beschleunigungssensor. Sobald die Uhr wieder per Bluetooth mit dem iPhone verbunden ist, werden die von der Apple Watch gesammelten Trainingsdaten mit dem iPhone synchronisiert. Beim Outdoor-Training mit gekoppeltem iPhone und aktiviertem GPS) ermittelt die Apple Watch die gelaufene Strecke und den Kalorienverbrauch des Nutzers über die Geschwindigkeit, die zurückgelegte Entfernung und die Herzfrequenz während des Trainings. Apple empfiehlt, dass Nutzer auch beim Training im Freien das iPhone mitbringen, denn so könne der Beschleunigungssensor in der Smartwatch kalibriert werden und genauere Messergebnisse beim Indoor-Training erzielen.

Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Workout: Start | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Workout: Countdown | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Workout: Beenden oder Pausieren | (c) AM

Standardmäßig wird der Pulsmesser aktiver als im Alltagsbetrieb, sobald die Workout-App genutzt wird. Misst der Sensor normalerweise nur alle zehn Minuten die Herzschlagfrequenz des Trägers, geschieht dies während einer Traingseinheit alle fünf Sekunden. Damit die Messergebnisse möglichst genau sind, darf das Armband der Apple Watch weder zu fest noch zu locker sitzen, und die Träger dürfen vor allem mit dem Arm keine unrhythmischen Bewegungen durchführen. Auch dunkle Tattoos an der unter der Computeruhr liegenden Handgelenksfläche können die Arbeit des Pulsmessers beeinträchtigen. Allerdings belastet die häufigere Herzefrequenzmessung stark den kleinen Akku der Apple Watch: 10 Prozent Akkuladungsverlust nach etwas mehr als 30 Minuten joggen sind durchaus drin. Um den Akku zu schonen, können Sporttreibende in der Watch-App auf dem iPhone unter "Meine Uhr - Trainings" einen Stromsparmodus aktivieren - dann wird der Pulsmesser bei Walk- und Lauftrainings deaktiviert.

Nutzung von Fitness-Apps von Drittanbietern auf der Apple Watch

Unternehmen wie Nike und Runtastic bieten inzwischen Fitness-Apps für die Apple Watch an. Die auf dem WatchKit basierenden Fitness-Apps  funktionieren allerdings anders als die native Apple-App Workout nur, wenn die Apple Watch mit dem iPhone gekoppelt ist und GPS auf dem Smartphone eingeschaltet ist. Wir haben im Smartwatch-Test beim Gehen und Laufen die kostenpflichtige App Runtastic Pro (4,95 Euro) auf der Computeruhr von Apple ausprobiert. Sie bietet auf der Apple Watch ein vereinfachtes Menü mit vier Schaltflächen zum Auswählen der Sportart, zum Einschalten der Standortdienste des iPhone sowie zum Aktivieren von Anfeuerungen und zum Starten der Trainingseinheit. Im Laufmodus zeigt die Runtastic-App in seitlich scrollbaren Fenstern Informationen zur zurückgelegten Strecke und der verstrichenen Zeit - auch nach Kilometerabschnitten getrennt - an und ermöglicht die Bedienung des Musikplayers auf dem iPhone. Die Statistiken zu den absolvierten Trainingseinheiten liefert detailreichere Informationen als die Workout-App von Apple.

Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Runtastic Pro | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Runtastic Pro: Start | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Runtastic Pro: Beenden oder Pausieren | (c) AM

Drittanbieter-Apps wie die von Runtastic haben durch den iPhone-Zwang noch einen Nachteil: die teilweise langsame Datenverbindung zum Smartphone. Die Anzeige auf der Apple Watch hinkt beispielsweise zuweilen beim Song-Hopping in der Playlist dem Musikplayer auf dem iPhone mehrere Sekunden oder Titel hinterher oder die App hängt sich plötzlich auf und muss neu gestartet werden, zeigt dann aber den aktuellen Stand wieder an. Weiteres Manko: Die Runtastic-App zeigte sich im Test durch die Standortabfrage als wahrer Stromfresser, so dass das iPhone jeden Tag neu aufgeladen werden musste.

Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Runtastic Pro: Einzelstatistik | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Runtastic Pro: Kilometer-Ergebnisse | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Runtastic Pro: Musikplayer | (c) AM

Apple Watch als Fitness-Tracker beim Sport

Für den Einsatz als Fitness-Tracker während des Sports eignet sich am meisten die - der Modellname weist schon darauf hin - ab 399 Euro teure Apple Watch Sport mit Gummiarmband. Das Gehäuse dieser Smartwatch-Variante besteht aus leichtem Aluminium und ist nach IPx7 gegen das Eindringen von Wasser geschützt. Das heißt, sie kann laut Hersteller bis zu 30 Minuten lang bis zu einen Meter tief in Wasser getaucht werden, ohen dass die Elektronik dadurch Schaden nimmt. Laufen im Regen sollte dabei kein Problem sein. Auch Schweiß kann weder der Uhr noch dem Armband etwas anhaben, sondern lässt sich nach der Trainingseinheit einfach mit einem Tuch abwischen. 

Sehr nützlich beim angestrengten Joggen: Das Display schaltet sich durch einfaches Heben des Armes ein und lässt sich auch unter hellem Sonnenlicht ablesen. Der Sprachassistent Siri hilft hier nicht, er öffnet auf Sprachbefehl höchstens eine der Fitness-Apps. Kabelgebundene Kopfhörer lassen sich für das Musikhören nicht an die Watch anschließen. Beim Walken oder Joggen ohne iPhone muss bei Bedarf zu Bluetooth-Kopfhörern gegriffen werden.

Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Apple Health | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Watch-App: Datenschutz-Einstellungen | (c) AM
Joggen mit der Apple Watch | (c) AM
Akkuverbrauch auf iPhone | (c) AM

Die bequem zu tragende Smartwatch von Apple bringt ein von Fitness-Tracking-Geräten bekanntes Standard-Repertoire an Sensoren mit, hat allerdings kein GPS-Modul an Bord, über das einige Android-Wear-Smartphones mittlerweile verfügen. Genauere Daten durch GPS-Tracking bezieht die Apple Watch nur in Verbindung mit einem neueren iPhone. Walken, joggen oder radfahren ohne iPhone ist auch möglich, dann berechnet die Uhr die Fitness-Werte allerdings über den eingebauten Beschleunigungssensor. Vorinstalliert sind mit Aktivität und Workout zwei native Apple-Apps, die auch ohne gekoppeltes iPhone Daten sammeln, während die ersten Watchkit-Apps ein gekoppeltes iPhone voraussetzen. Wer die Datensammelei durch das Handgelenk-Gadget unterbinden möchte, kann diese ganz abschalten oder die Weitergabe an die Health-App auf dem iPhone sperren. Umständlich ist jedoch, dass die Fitness-Einstellungen mal direkt auf der Apple Watch, hauptsächlich in der Watch-App auf dem iPhone und teilweise auch in den iPhone-Einstellungen vorgenommen werden müssen.

Mehr zum Thema: Apps, Smartwatch, Apple Watch, Wearables, Fitness-Tracker

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Kommentare
  1. 19.05.15 08:40 Gorki (Advanced Handy Master)

    Die SW3 von Sony hat internes GPS und lässt sich mit BT Brustgurts koppeln ( http://www.android-hilfe.de/sony-smartwatch-3-forum/626671-pulsmesser-bei-der-sony-smartwatch-3-a-3.html ). Mit der App Ghosttracer kann man dann seinen Lauf oder die Radtour OHNE gekoppeltes Smartphone aufzeichnen und anschließend nach Maps oder Strava importieren...

  2. 12.05.15 20:13 natelnutzer (Advanced Member)

    Nicht zuletzt der Preis ist ein KO-Kriterium. Als 150 Euro Addon zum iPhone wäre das ja verträglich. Vielleicht auch bis 250 Euro, wenn man sieht, wie teuer wohl die Herstellung ist.
    Aber das Teil geht ja bei 400 Euro los! Das sind locker 150 mehr als für eine Moto 360 oder die vivoactive.

    Mein Fazit lautet daher: die Uhr hat Potential, aber man wartet besser auf die Watch 2. Genauso übrigens beim Macbook. Auch hier muss man die zweite Generation abwarten. Erst dann wird die Technik wohl soweit sein, das Potential auszuschöpfen.

    Besserer Akku, kleinere und schnellere CPU, built-in GPS.

  3. 12.05.15 08:49 ThePunisher (Newcomer)

    Die Uhr kann von allem ein bisschen, aber nix gut.

    - Herzfrequenz ist nur Spielerei - das funktioniert grade beim Laufen nur vernünftig mit Brustgurt.
    - Als Laufuhr ohne GPS auch sinnfrei.
    - Zum Telefonieren ohne iPhone sinnfrei.
    - Akkulaufzeit. Meine Uhr schafft 12 Stunden GPS und BT-Herzsensor beim Laufen ... oder mit GPS-Sparfkt. bis zu 50 Std. Als Fitnesstracker und Uhr 3 Wochen?! ... Für Nachrichten etc muss ich halt aufs Handy schauen. Macht aber auch keinen Spass auf einer Uhr.
    - Boah ... ab 399€ ... no way...

  4. 12.05.15 08:39 natelnutzer (Advanced Member)

    Wer gerne eine Smartwatch haben möchte, aber viel Joggen geht, ist vielleicht mit der vivoactive besser bedient.
    Schreibt jedenfalls ZDNet:

    http://www.zdnet.com/article/garmin-vivoactive-review-the-athletes-apple-watch/

  5. 11.05.15 22:25 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    Die ist ja noch weniger zu gebrauchen als ich dachte. Sorry Apple aber ihr seid noch LIchtjahre von der Marktreife entfernt.

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