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Autor: Björn Brodersen 18.09.2015 - 18:30 | 0

Amazon Fire Tablet: Tablet-Sixpack statt Sixpack-Tablet

Alle guten Dinge sind sechs, sagt Amazon: Wer fünf Geräte des neuen Fire Tablet kauft, bekommt ein sechstes gratis dazu. Das ganze Paket kostet dann mit 240 Euro weniger als das günstigste iPad von Apple. Wir waren bei der Vorstellung des 60-Euro-Tablets von Amazon in London dabei und erste Eindrücke vom Fire Tablet gesammelt.

Amazon Fire Tablet: Tablet-Sixpack statt Sixpack-Tablet

Amazon Fire Tablet im Hands-on | (c) AM

Als erster namhafter Hersteller bietet Amazon seinen Kunden ein Tablet an, das deutlich unter 100 Euro kostet: Ab 59,99 Euro kostet das neue Fire Tablet, das ab heute im Online-Shop von Amazon vorbestellt werden kann und ab 30. September ausgeliefert werden soll. Ohne Werbeeinblendungen auf dem Display steigt der Verkaufspreis auf 74,99 Euro. Angesichts des günstigen Preises und des "Sixpack"-Angebots von Amazon fühlt man sich versucht, gleich die ganze Familie mit dem kleinen Surfbrett einzudecken: Wer fünf Fire Tablets kauft, bekommt ein sechstes gratis dazu. Zumal man ja auch Inhalte mit den Famuilienmitgliedern teilen kann.

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Billige und wenig widerstandsfähige Komponenten, ein schlechtes Display und eine ruckelige Bedienung wie bei vielen anderen Tablets für unter 100 Euro gibt es beim Fire Tablet nicht, verspricht Amazon. Ein Sixpack-Tablet ist das Gerät allerdings nicht: Unter der Haube arbeitet ein 1,3 GHz leistender Quad-Core-Prozessor uns unbekannten Fabrikats mit Unterstützung von 1 GB RAM, der immerhin eine doppelt so hohe Leistung wie der Antrieb im Samsung Galaxy Tab 3 Lite abliefern soll, für den Internetzugang unterstützt das kleine Amazon-Tablet WLAN b/g/n (Single-Band). Da kein GPS vorhanden ist, erfolgt die Standortbestimmung auf dem Tablet - etwa für Kartendienste - über WLAN.

Wenig muskulös: Die Specs des Amazon Fire Tablet

Das 7 Zoll große IPS-Display wirkt im ersten Hands-on farbenkräftig und sehr blickwinkelstabil, löst aber nur mit 1.024 x 600 Pixel auf, was 171 Bildpunkte pro Zoll ergibt, und ist schnell von Fingerabdrücken übersät. Die rückseitige Kamera schießt Fotos nur mit 2 Megapixel und nimmt Videos in HD-Qualität (720p) auf, die Frontkamera für Videochats bietet sogar nur die VGA-Auflösung von 640 x 480 Pixel, der Sound kommt aus einem Mono-Lautsprecher. Mit einer Akkuladung sollen Nutzer auf dem Fire Tablet bis zu sieben Stunden lang E-Books lesen, im Internet surfen, Videos anschauen und Musik hören können.

Die Technik steckt in einem 10,6 Millimeter dicken Gehäuse aus schwarzem Kunststoff, das - wieder ein Vergleich von Amazon - doppelt so widerstandsfähig bei Stürzen sein soll die das iPad Air 2 von Apple. Bei der Vorstellung in London zeigte der Hersteller beide Geräte, nach dem sie einzeln zig Mal in einer Waschmaschine durchgerüttelt wurden. Beim 9,7 Zoll großen iPad Air 2 war ein Riss des Display-Glases zu erkennen, das 313 Gramm schwere Amazon Fire Tablet zeigte nur oberflächliche Blessuren. Einen Live-Härtetest bekamen wir allerdings nicht zu sehen, so dass wir das Testergebnis nicht beurteilen können. Ohnehin: Was soll "doppelt so robust" überhaupt bedeuten?

Apple verdient an der Hardware, Amazon am Content

Interessant ist der Vergleich mit dem Apple iPad aber allemal. Während Cupertino einen Großteil seines Gewinns durch den Verkauf von Hardware erzielt, verdient Amazon hauptsächlich am Verkauf von Content wie Filmen, Spielen, Musik und Apps. Daher bringt der Hersteller das kleine Familien-Tablet zum Spottpreis heraus: Wer bislang wegen des Geldes vom Kauf eines Tablets absah, hat keinen Grund mehr zu zögern. Und wer dagegen meint, ein Tablet eigentlich gar nicht zu brauchen, greift angesichts des günstigen Preises jetzt vielleicht trotzdem zu. Aus diesem Grund ist das Fire Tablet auch wie schon die Geräte der Kindle-Fire-Serie ganz auf die Nutzung von Amazon-Apps, -Inhalten und Diensten zugeschnitten. Das ist eine Parallele zum geschlossenen Ökosystem von Apple mit iOS und iTunes: Einen Zugang zum Google Play Store gibt es nicht auf dem Amazon Fire Tablet.

Beim ersten Ausprobieren ließ sich das Amazon-Tablet weitgehend flüssig bedienen. Es stellt sich aber die Frage, wie sich das Gerät bei Spielen und anderen rechenintensiven Anwendungen schlägt. Zwar kommen zum Beispiel auch die iPads mit nur 1 GB RAM, doch kann Amazon seinen Android-Fork ebenso gut mit der Hardware abstimmen wie Apple es bei seinen iOS-Tablets macht?

Amazon Fire Tablet Kids Edition | (c) Amazon

Das Fire Tablet gibt es auch in der "Freetime" genannten Kids Edition (119,99 Euro) mit altersgerechten Inhalten, einem Jahr Freetime Unlimited und zwei Jahren Garantie auf ein Ersatzgerät, wenn das Tablet beschädigt wird. | (c) Amazon

Als Betriebssystemversion läuft auf dem Fire Tablet Fire OS 5.0.1 Bellini mit neu gestalteter Benutzeroberfläche: Auf dem Homescreen sind die installierten Apps zu sehen, durch seitliches Wischen kommen die Anwender in die Bereiche für zuletzt genutzte Inhalte, "Bücher", "Videos", "Spiele", "Musik", "Hörbücher" und den App-Shop. Die Content-Bereiche sind jeweils gleich aufgebaut: Erst wird die Bibliothek des jeweiligen Amazon-Kunden angezeigt, dann die im Rahmen von Amazone-Diensten wie Prime oder Unlimited zur Verfügung stehenden Inhalte, und zuletzt Empfehlungen fürs weitere Einkaufen auf der Amazon-Plattform.

Speicherfrage: Wohin mit dem ganzen Content?

Neues Feature an Amazon-Tablets ist der microSD-Kartensteckplatz des Fire Tablet: So kann der 8 GB große interne Speicher (5 GB frei für Amazon-Inhalte) um bis zu 128 GB erweitert werden. Noch im Laufe dieses Jahres will Amazon mit "On Deeck" einen neuen Dienst starten, der bei bestehender Internet-Anbindung automatisch im Hintergrund Prime-Inhalte im freien Speicher des Geräts oder einer eingelegten microSD-Karte ablegt, so dass diese Inhalte unterwegs auch offline genutzt werden können. Der Nutzer des Fire Tablet muss dabei nichts selbst veranlassen oder verwalten. Über die Amazon-Cloud steht den Kunden des Online-Shopping-Riesen unbegrenzter Speicherplatz für Amazon-Content und eigene Fotos zur Verfügung.

Fazit

Das Interessanteste am Amazon Fire Tablet sind nicht die Specs, sondern ist sein Preis: Bei 60 bis 75 Euro gibt es kaum noch einen Grund, der Amazon-Plattform fernzubleiben, zumal die Auswahl recht groß und die Abodienste auch zum guten Preis-Leistungs-Verhältnis erhältlich sind.

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